Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationsindikator 2014

29.10.2014

Deutschland behauptet sich weiter im internationalen Innovationsranking - Rang 6 unter 35 Industrienationen - Wirtschaft leicht verschlechtert, Wissenschaft legt etwas zu - Bildung setzt leichten Aufwärtstrend fort - Hauptthema ist ein Vergleich der weltweit drei großen Wirtschaftsräume - Europa verbessert gegenüber Nordamerika und Asien seine Innovationsleistungen stetig

Deutschland ist in Sachen Innovationsstärke weiterhin gut aufgestellt. Im internationalen Vergleich von 35 Industrienationen festigt das Land in diesem Jahr Platz 6. Aber: der Abstand zu den führenden Nationen Schweiz und Singapur bleibt deutlich, zu den unmittelbar vor Deutschland liegenden Ländern Schweden, Belgien und Finnland ist er dagegen relativ gering. So lautet eines der Ergebnisse des neuen Innovationsindikators.

Die Studie wird seit 2005 von der Deutsche Telekom Stiftung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) herausgegeben. Sie beleuchtet die für Innovationsfähigkeit wichtigen Felder Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Staat und Gesellschaft.

Schwerpunkt der aktuellen Untersuchung ist ein Vergleich der drei großen Wirtschaftsräume Nordamerika, Asien und Europa. Hier konnte Europa seine Innovationsleistungen langsam, aber kontinuierlich verbessern. Zwölf der 20 innovationsstärksten Länder der Welt kommen aus Europa.

Die deutsche Wirtschaft fällt im Vergleich zum Vorjahr vom 3. auf den 5. Rang zurück. Dennoch hat sie eine starke internationale Stellung, die wesentlich auf ihrer Innovationskraft beruht. "Eine hohe Innovationsleistung der Unternehmen ist kein Selbstläufer. Wir brauchen eine stärkere staatliche Unterstützung privater Investitionen in Forschung und Entwicklung", fordert Dieter Schweer, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDI.

"Dazu gehören eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung und eine Verbesserung der steuerrechtlichen Rahmenbedingungen für Risikokapital". Im Bildungsbereich verbesserte sich der Indikatorwert Deutschlands im zweiten Jahr in Folge. Dies lag primär an besseren PISA-Ergebnissen, einer weiteren Internationalisierung der Hochschulausbildung und mehr Promovierten in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Gleichwohl bleibt die Bildung mit einem 11. Rang und nur 48 Punkten der Schwachpunkt Deutschlands im Innovationsindikator.

"Gut, dass wir uns in diesem so entscheidenden Bereich verbessern. Doch auch eine Verbesserung von Rang 15 auf Rang 11 kann den Ansprüchen Deutschlands nicht genügen", so Dr. Klaus Kinkel, Vorsitzender der Telekom-Stiftung. "Die unterschiedlichen bildungspolitischen Ansätze der einzelnen Länder sind ein ebenso gewaltiger Hemmschuh für ein besseres Bildungssystem wie das Kooperationsverbot, das lieber heute als morgen gänzlich abgeschafft werden muss."

Die deutsche Wissenschaft konnte ihre Innovationsleistung im Innovationsindikator 2014 im Vorjahresvergleich verbessern und landet auf Rang 9. Der Beitrag des Staates zur deutschen Innovationsleistung hat sich ebenfalls verbessert. Damit wurde der seit 2002 andauernde positive Trend fortgesetzt. Im Bereich der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Innovationen liegt Deutschland mit Platz 11 im Mittelfeld der innovationsorientierten Volkswirtschaften.

Im Fokus der diesjährigen Ausgabe des Innovationsindikators steht ein Vergleich der drei großen Wirtschaftsräume Nordamerika, Europa und Asien. Demnach hat Europa seit dem Jahr 2000 seine Innovationsleistung langsam, aber stetig verbessert und ist 2010 sogar an Nordamerika vorbeigezogen. Im Bereich Wissenschaft liegt Europa schon seit 2005 vor Nordamerika. Mit Blick auf internationale Leuchttürme wie Harvard, Stanford und das MIT sind die USA im Bereich wissenschaftlicher Forschungsexzellenz indes noch immer unangefochten führend. Die asiatischen Länder dagegen erreichen lediglich im Bereich Wirtschaft eine annähernd so gute Leistung wie Europa und Nordamerika.

Alle Ergebnisse und Grafiken stehen im Internet unter www.innovationsindikator.de zum Herunterladen zur Verfügung.

Der Innovationsindikator

Erarbeitet wird der Innovationsindikator von einem Konsortium dreier Institute: des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI), des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Maastricht Economic and Social Research Institute on Innovation and Technology der Universität Maastricht (MERIT). In einer Analyse von 35 Volkswirtschaften zeigt der Innovationsindikator auf, wo Deutschlands Stärken und Schwächen im Vergleich zu relevanten Wettbewerbern und aufstrebenden Industrienationen liegen. Dafür beleuchten die Forscher die Felder Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Staat und Gesellschaft. Insgesamt setzt sich der Innovationsindikator aus 38 Einzelindikatoren zusammen, die für die Beschreibung der Innovationskraft eines Landes relevant sind.

Kontakt für die Presse:

Konrad Hünerfeld

stellv. Pressesprecher Deutsche Telekom Stiftung Tel.: 0228 - 181 92031 k.huenerfeld@telekom.de www.telekom-stiftung.de

Bundesverband der Deutschen Industrie

Presse und Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 030 - 20 28 14 50 presse@bdi.eu www.bdi.eu

Pressekontakt:
BDI Bundesverband der Dt. Industrie
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: 030 20 28 1450
Fax: 030 20 28 2450
Email: presse@bdi.eu
Internet: http://www.bdi.eu

Presse und Öffentlichkeit | presseportal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln Unterwasser-Observatorium

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

HIV: Spur führt ins Recycling-System der Zelle

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0

07.12.2016 | Informationstechnologie