Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Individualsoftware fördert den Innovationserfolg von Dienstleistungsunternehmen

25.05.2011
Firmen, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Unternehmenssoftware einsetzen, sind innovativer als Wettbewerber, die vor allem auf standardisierte Software setzen. Dies zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Sie untersucht den Einfluss von Branchensoftware und Individualsoftware auf den Innovationserfolg von Dienstleistungsunternehmen.

Unternehmenssoftware dient der Planung, Unterstützung und Steuerung betrieblicher Prozesse. Dabei wird Branchensoftware von Individualsoftware unterschieden. Branchensoftware dient zur Bearbeitung, Speicherung und dem Aufbau von Wissen sowie zur Aufbereitung und Darstellung von Informationen. Gleichzeitig ermöglicht Branchensoftware die Bereitstellung von Dienstleistungen in bestimmten Branchen, etwa Software zum Zeichnen von Plänen für Architekten oder Software, die Steuerberater bei der Steuererklärung unterstützt.

Individualsoftware dagegen ist speziell auf die Bedürfnisse eines Unternehmens zugeschnitten. Die unternehmensspezifische Individualsoftware bietet den Firmen die Möglichkeit, ihre langfristigen Erfahrungen und ihr in vielen Jahren erworbenes Wissen in die Entwicklung der Software einzubinden und sie dadurch für ihre Zwecke zu optimieren.

Die Untersuchung des ZEW zeigt, dass der Einsatz von "handelsüblicher" Branchensoftware keinen Einfluss auf die Innovationsleistung der Unternehmen im Dienstleistungssektor hat. Dagegen wirkt es sich positiv auf die Innovationsleistung aus, wenn die Unternehmen Individualsoftware einsetzen. Im Vergleich zu Firmen, die keine Individualsoftware nutzen, liegt die Wahrscheinlichkeit, eine Innovation hervorzubringen, für Dienstleister, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Software einsetzen, um 19 Prozent höher.

"Individualsoftware hat im Vergleich zur Branchensoftware, die als Standardpaket zu haben ist, eher das Potenzial, die Innovationstätigkeit von Unternehmen zu unterstützen", sagt Miruna Sarbu, Wissenschaftlerin am ZEW. "Dies liegt vermutlich daran, dass die Individualsoftware den Unternehmen die Möglichkeit gibt, aktiv am Herstellungsprozess der Software mitzuwirken und dadurch eigenes IT-Fachwissen aufzubauen. Dies hilft den Unternehmen, ihr Zeitmanagement sowie ihre betrieblichen Prozesse zu optimieren und so Ressourcen freizusetzen, die in die Entwicklung neuer, innovativer Dienstleistungen fließen können."

Die Studie basiert auf Informationen der Konjunkturumfrage unter den Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die regelmäßig von ZEW in Zusammenarbeit mit Creditreform durchgeführt wird. Die Dienstleister der Informationsgesellschaft umfassen zum einen Dienstleistungsunternehmen der Informations- und Kommunikationsbranche, etwa Softwareerstellung, Handel mit Computern und Software sowie Telekommunikation. Zum anderen gehören Unternehmen wissensintensiver Branchen wie beispielsweise Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung oder Werbung dazu. Insgesamt wertet die Studie Informationen zu 335 Unternehmen aus.

Ansprechpartner:
Miruna Sarbu, Telefon 0621/1235-334, E-Mail sarbu@zew.de
Benjamin Engelstätter, Telefon 0621/1235-134, E-Mail engelstaetter@zew.de

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de/publikation6022

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt kräftig
30.10.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie