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IMK-Indikator: Rezessionsgefahr bleibt sehr gering

15.05.2013
Leichte Aufhellung nach schwachem erstem Quartal
IMK-Indikator: Rezessionsgefahr bleibt sehr gering

Das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft innerhalb der nächsten drei Monate in eine Rezession gerät, bleibt sehr gering. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. Für den Zeitraum von Mai bis Ende Juli 2013 weist das IMK-Frühwarninstrument eine Rezessionswahrscheinlichkeit von nur 2,8 Prozent aus.

Gegenüber der letzten Prognose vom April (2,6 Prozent) hat sich der Wert praktisch nicht verändert. Seit Jahresbeginn liegt die Rezessionswahrscheinlichkeit nach dem Ampelsystem des Indikators tief im „grünen Bereich“ (Rezessionswahrscheinlichkeit unter 30 Prozent). Allerdings sei die niedrige Rezessionswahrscheinlichkeit nicht gleichbedeutend mit einem kurzfristigen konjunkturellen Aufschwung, betont IMK-Expertin Dr. Sabine Stephan: „Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten BIP-Zahlen für das 1. Quartal unterstreichen, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Winter eine Schwächephase durchlaufen hat“, sagt Stephan. „Immerhin: Auf Basis unserer Indikator-Werte sind wir optimistisch, dass in nächster Zeit kein Einbruch, sondern eine leichte Aufhellung zu erwarten ist.“

Die aktuelle Vorhersage beruht auf dem Datenstand von Anfang Mai. Das IMK nutzt für seinen Indikator die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf Nachfrageeinbrüche reagiert als das Bruttoinlandsprodukt. In die Gleichungen des Konjunkturindikators fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren.

Die günstige Prognose des Indikators beruht darauf, dass eine Reihe von Frühindikatoren eine verhalten positive konjunkturelle Entwicklung ankündigt. So haben die Auftragseingänge aus dem Inland seit Jahresbeginn leicht angezogen. Auch die Auftragseingänge aus dem Ausland – sowohl aus dem Euroraum als auch aus Drittländern – verzeichneten zuletzt ein deutliches Plus. Dabei ist nach Analyse des IMK besonders wichtig, dass sowohl bei den Produzenten von Vorleistungs- als auch bei den Produzenten von Investitionsgütern deutlich mehr Orders eingingen. Das spricht dafür, dass die Konjunkturdynamik in den nächsten Monaten etwas anziehen dürfte. Darüber hinaus bleiben die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen hierzulande sehr günstig: So ist der Spread zwischen Unternehmens- und Bundesanleihen (corporate spread) sehr gering. Der Spread zeigt den Risikoaufschlag an, den ein Unternehmen hierzulande gegenüber deutschen Staatsanleihen zahlen muss, deren Ausfallrisiko als deutlich geringer eingestuft wird.

Damit fügen sich die Ergebnisse des Konjunkturindikators weiterhin in das Bild ein, welches das IMK in seinen jüngsten Prognosen von der Konjunktur in Deutschland gezeichnet hat: Die deutsche Wirtschaft scheint sich nach wie vor den rezessiven Tendenzen im Euroraum entziehen zu können. Die Exporte sind zwar von der Krise im Euroraum belastet, die deutsche Wirtschaft vermag dies aber teilweise durch vermehrte Ausfuhren in Länder außerhalb der Währungsunion zu kompensieren. Hinzu kommt ein stabiler privater Konsum in Deutschland.

Der IMK Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Zum Konjunktur-Indikator: http://www.boeckler.de/imk

Kontakt in der Hans-Böckler-Stiftung

Dr. Sabine Stephan
IMK
Tel.: 0211-7778-335
E-Mail: Sabine-Stephan@boeckler.de
Peter Hohlfeld
IMK
Tel.: 0211-7778-338
E-Mail: Peter-Hohlfeld@boeckler.de

Thomas Theobald
IMK
Tel.: 0211-7778-215
E-Mail: Thomas-Theobald@boeckler.de

Rainer Jung
Leiter Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de

Rainer Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.boeckler.de/imk

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