Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ifo-Indikator: Asien sorgt für ein steigendes Weltwirtschaftsklima

17.02.2010
Der Indikator für das Weltwirtschaftsklima steigt im ersten Quartal dieses Jahres das vierte Mal in Folge. Dafür verantwortlich ist die positive Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Asien. Allerdings lassen der erwartete weitere Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie andere Faktoren die Stärke der wirtschaftlichen Erholung fraglich erscheinen.

“Nach dem vierten positiven Ergebnis in Folge können die Zahlen der aktuellen Umfrage als klares Zeichen einer globalen wirtschaftlichen Erholung interpretiert werden“, so die Internationale Handelskammer (ICC) und das ifo-Institut, die jedes Quartal die Daten für den Indikator erheben.

“Die Weltwirtschaft erholt sich offenkundig. Allerdings wird die nationale und internationale Wirtschaftspolitik sich mit Herausforderungen wie der wachsenden Arbeitslosigkeit und der hohen öffentlichen Verschuldung befassen müssen, wenn die Weltwirtschaft zu einem ausgewogenen und nachhaltigen Wachstum zurückkehren soll“, sagte ICC-Generalsekretär Jean Rozwadowski.

Der Indikator für das Weltwirtschaftsklima stieg im ersten Quartal auf 99,5 Punkte verglichen mit 91,4 Punkten im Oktober des vergangenen Jahres. Damit wurde der langfristige Durchschnittswert von 96,9 Punkten zwischen 1991 und 2009 das erste Mal seit zwei Jahren überschritten. Vor allem haben die Entwicklungen in Asien zu dem überdurchschnittlichen Wirtschaftsklima beigetragen, so der Bericht. In allen anderen großen Wirtschaftsregionen liege der Indikator jedoch noch unter dem Langzeitdurchschnitt.

Die befragten Experten sagten, dass ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate für Asien wenngleich optimistisch so doch weniger günstig als im vorhergehenden Quartal sind. Auch für Nordamerika werden die Erwartungen weniger positiv eingeschätzt. Die Aussichten für Europa – sowohl West- als auch Osteuropa – schätzen die Experten hingegen zuversichtlicher ein.

Der Bericht warnt, dass, obwohl die akute Phase der Finanzkrise vorbei sei, eine Reihe von Faktoren Anlass zu Bedenken geben im Hinblick auf die Stärke der aktuellen Erholung. Dazu gehöre die steigende Arbeitslosigkeit in vielen Regionen, die mangelnde Nachfrage, hohe Defizite der öffentlichen Finanzen und der Druck einer Haushaltskonsolidierung, die viele Regierungen dazu zwingen werde, finanzpolitische und monetäre Maßnahmen zu reduzieren, die während der Krise ergriffen wurden.

Die Mehrheit der im Januar befragten 1.057 Experten aus 94 Ländern erwartet, dass sowohl die kurz- als auch langfristigen Zinssätze in diesem Jahr steigen werden. Auch dies könne das wirtschaftliche Wachstum beeinträchtigen. Zudem erwarten die Experten eine weltweite Inflationsrate von 2,9 Prozent für dieses Jahr. Für 2009 waren noch 2,5 Prozent geschätzt worden.

Asien übernimmt Vorreiterrolle – Optimismus in Westeuropa und Nordamerika

Wie schon in der Vergangenheit war Asien die Region, die das größte Vertrauen genoss. Der Bericht beurteilt die Situation insbesondere in China als sehr solide. Dort habe sich die aktuelle wirtschaftliche Lage auf einem positiven Level stabilisiert. Gleiches gilt für Hong Kong, Vietnam und Indien. Sowohl für die chinesische als auch indische Wirtschaft wird für dieses Jahr ein weiteres Wachstum erwartet.

Der Klimaindikator für Westeuropa hat sich deutlich verbessert und auch die wirtschaftlichen Erwartungen stiegen weiterhin. Allerdings trifft dies nicht für alle Länder der Euro-Zone zu. Ausnahmen sind Frankreich, Griechenland, Portugal, Slowenien und Zypern. Die aktuelle Lage wird am schwächsten beurteilt in Irland, Spanien und Portugal, während die wirtschaftlichen Erwartungen für die Niederlande, Belgien, Großbritannien und Irland stiegen.

Der Klimaindikator für Kanada und die Vereinigten Staaten verbesserte sich das vierte Mal in Folge. Allerdings, so der Report, werde die aktuelle wirtschaftliche Leistung insbesondere in den USA weiterhin mit sehr niedrigen Noten bewertet.

Höhere Erwartungen an die G20

Die große Mehrheit der befragten Experten beantwortete die Sonderfrage der Internationalen Handelskammer (ICC) positiv. Sie glauben, dass die Entwicklung der G20 zu einem führenden Forum der internationalen Wirtschaftspolitik zu einer besseren Abstimmung der Weltwirtschaft führen werde. In Asien stimmten 80 Prozent dieser Aussage zu, im Nahen Osten 77 Prozent, in Nord- und Lateinamerika jeweils 72 Prozent und in Westeuropa 71 Prozent.

Zum ICC/Ifo-Indikator:

Die 1981 von der ICC entwickelte Umfrage wird seitdem mit dem ifo Institut regelmäßig als Quartalsbefragung in vielen Ländern zum jeweiligen Wirtschaftsklima und anderen ökonomischen Faktoren durchgeführt. Ab 2002 wurde die Zusammenarbeit mit der ICC dahingehend intensiviert, dass die ICC ihren globalen Expertenpool aus ihren Mitgliedsunternehmen zur Verfügung stellt. Dabei stellt die ICC in jeder Befragung eine „Spezialfrage". Seitdem veröffentlicht ifo vierteljährlich die mit Unterstützung der ICC zustande gekommenen Daten zum Weltwirtschaftsklima. Das Projekt wird von der EU unterstützt.

Pressesprecherin
ICC Deutschland e.V.
Internationale Handelskammer
Wilhelmstr. 43G - 10117 Berlin
Tel: +49 - (0)30 - 200 7363 - 20
Fax: +49 -(0)30 - 200 7363 - 69
katrin.reiser@icc-deutschland.de

Katrin Reiser | ICC Deutschland e.V.
Weitere Informationen:
http://www.icc-deutschland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

18.08.2017 | Geowissenschaften