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IAB zur Lage in Ostdeutschland: "Es bleibt noch einiges zu tun"

05.11.2009
"Von einer florierenden Landschaft kann nicht die Rede sein. Es bleibt noch einiges zu tun", betont das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 20 Jahre nach dem Mauerfall zum Thema Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Ostdeutschland.

Immerhin habe aber der letzte Aufschwung in den Jahren 2006 bis 2008 dem Aufholprozess neue Impulse gegeben, zudem sei der Osten Deutschlands bislang vergleichsweise gut durch die aktuelle Krise gekommen.

In der am Freitag veröffentlichten Ausgabe 2/2009 der Zeitschrift IAB-Forum schreiben IAB-Direktor Joachim Möller und IAB-Vize Ulrich Walwei: "Noch immer sind die ostdeutschen Arbeitslosenquoten fast doppelt so hoch wie die westdeutschen, noch immer kommt es zu Abwanderung und noch immer haben Produktivität und Lohnniveau den Stand im Westen keineswegs erreicht."

Im Jahr 2008 lag das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in Ostdeutschland bei 71 Prozent des westdeutschen Wertes. Der Osten hole zwar auf, aber der Prozess gehe nur langsam voran, so die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Zehn Jahre zuvor belief sich der Wert für den Osten auf 68 Prozent des Westniveaus.

Die Wachstumsschwäche ist dem IAB zufolge auf die immer noch bestehenden strukturellen Nachteile der ostdeutschen Wirtschaft zurückzuführen. Ostdeutschland habe nur einen relativ kleinen Industrie­sektor und nur wenige wirtschaftlich erfolgreiche Großunternehmen. Es gebe ein Defizit an wissensinten­siven Unternehmensdienstleistungen sowie an Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der Wirtschaft.

Ostdeutschland hat vom letzten Aufschwung deutlich profitiert

Es gebe aber auch Anlass zur Hoffnung: So habe Ostdeutschland vom letzten Aufschwung in den Jahren 2006 bis 2008 erkennbar profitiert, hebt das IAB hervor. Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung wurde der kontinuierliche Rückgang von Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäf­tigung in der Aufschwungphase nicht nur gestoppt, sondern immerhin drei Jahre hintereinander in Zuwächse verwandelt.

Wachstumsorientierte Impulse seien dennoch weiterhin wichtig, erklärt das IAB. Hochtechnologie und Hochqualifikation müssten durch eine moderne Unternehmensinfrastruktur als Standortvorteil weiter entwickelt werden: "Das Ziel kann nur lauten, dass noch mehr ostdeutsche Regionen den Anschluss an den internationalen Innovationswettbewerb schaffen."

Voraussetzung hierfür seien auch Fortschritte in der Bildungspolitik. Erforderlich wäre, die Qualität der schulischen Bildung zu verbessern, das Bildungssystem durchlässiger zu gestalten, den Zugang für sozial schwache Gruppen zu erleichtern und eine Kultur der Weiterbildung zu etablieren.

Die Ausgabe 2/2009 der Zeitschrift IAB-Forum hat das Schwerpunktthema "Der deutschen Arbeitsmarkt 20 Jahre nach dem Mauerfall". Es enthält Beiträge zur längerfristigen Entwicklung in Ostdeutschland, aber auch zur aktuellen, derzeit vor allem den Westen betreffenden Krisensituation.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de

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