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IAB: Arbeitslosigkeit wird 2013 leicht sinken

21.03.2013
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit 2013 leicht sinken wird. Im Jahresdurchschnitt werde die Zahl der Arbeitslosen mit 2,86 Millionen rund 40.000 niedriger liegen als 2012. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Prognose hervor.

„Nach einer Schwächephase infolge der europäischen Schuldenkrise kann sich die deutsche Wirtschaft zügig erholen. Das Tal scheint nun durchschritten zu sein, die Frühindikatoren legen kräftig zu“, erläutert Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und Strukturanalysen. Für 2013 rechnet das IAB daher mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent.

„Die Erwerbstätigkeit wird zulegen, wenn auch moderater als in den letzten Jahren. Wir prognostizieren im Jahresschnitt 2013 eine Zunahme gegenüber 2012 um 230.000 Personen auf 41,84 Millionen. Starke Zuwanderung und steigende Erwerbsbeteiligung erhöhen noch einmal das Erwerbspersonenpotenzial auf einen neuen Rekordwert von 45,47 Millionen“, so die IAB-Forscher.

Den größten Teilbereich der Erwerbstätigkeit stellt mit etwa 70 Prozent die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. „Ihre Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da es nach der Wiedervereinigung lange Zeit einen beständigen Rückgang gab. Seit dem Tiefstand im Jahr 2005 mit 26,24 Millionen ist dieser Trend gestoppt“, stellen die Arbeitsmarktforscher fest.

Die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen steige wieder beständig, nur kurz unterbrochen von der Finanz- und Wirtschaftskrise. Im Jahr 2012 hatten 28,99 Millionen Personen eine entsprechende Anstellung. „Wir prognostizieren für das Jahr 2013 eine Zunahme um 320.000 auf knapp 29,31 Millionen Personen, den höchsten Stand seit 1992. Schon das vierte Jahr in Folge übertrifft dieser Anstieg den der Erwerbstätigkeit insgesamt“, erklären die Forscher.

Mittelfristig werde sich der positive Arbeitsmarkttrend der letzten Jahre aber nicht unvermindert fortsetzen, befürchten die Arbeitsmarktforscher. Die strukturellen Effekte der Hartz-Reformen seien im Wesentlichen ausgereizt. Arbeitsmarktpolitisch sei es entscheidend, die seit einiger Zeit zurückgegangenen Abgangschancen aus Arbeitslosigkeit wieder zu erhöhen und zugleich die Qualität von Beschäftigung in den Blick zu nehmen. Die Erwerbssituation könne hier vor allem durch Qualifizierung verbessert werden. „Auch vor dem Hintergrund eines deutlich zurückgefallenen Lohnniveaus der Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung ist ein wichtiger Ansatzpunkt, ihre Zahl durch Qualifizierung zu senken, da es nur eine begrenzte Nachfrage nach diesen Arbeitskräften gibt“, betont IAB-Forscher Weber.

Die IAB-Studie im Internet: http://doku.iab.de/kurzber/2013/kb0613.pdf.

Interview-O-Töne von Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“, finden Sie unter http://www.iab.de/audiodienst.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/kurzber/2013/kb0613.pdf

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