Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hybrid-Fahrzeuge 2012 auf Erfolgskurs

24.01.2013
Im schrumpfenden deutschen Auto-mobilmarkt zählten Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb 2012 zu den klaren Gewinnern.
Marktanalysen des Automotive Institute for Management (AIM) an der EBS Universi-tät für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden zeigen, dass die Neuzulassungen in diesem Segment gegenüber dem Vorjahr um nahezu 70 Prozent gestiegen sind. Im gleichen Zeitraum gingen die Benzin- und Diesel-Neuzulassungen dagegen zum Teil deutlich zurück. Auch in der historischen Entwicklung des Wachstums lassen Hybrid-Fahrzeuge die beiden etablierten Antriebsarten deutlich hinter sich.

Nicht nur Toyota konnte im vergangenen Jahr 2012 mit der „Hybrid-Sommer“-Kampagne mediale und absatzmäßige Erfolge feiern, auch die deutschen Automobilhersteller weiten ihr Angebot an Modellen mit Hybridantrieb immer mehr aus. Im vergangenen Jahr war das gesamte Segment der Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb weiter auf deutlichem Erfolgskurs.

Foto: Volkswagen AG,
Studie Cross Blue, NAIAS 2013

Wenngleich diese Fahrzeuge im Vergleich zu mit Benzin- und Dieselmotoren angetriebenen PKW derzeit lediglich einen kleinen Teil der Neuzulassungen in Deutschland ausmachen, ist ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen. Demgegenüber gingen die Neuzulassungen an Benzin- und Diesel-Fahrzeugen in 2012 weiter zurück.

Eine aktuelle Marktanalyse des Automotive Institute for Management (AIM) an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden basierend auf Daten des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) zeigt, dass 2012 insgesamt 21.483 Hybrid-Fahrzeuge zugelassen wurden. Dieses ist eine Steigerung von 8.816 Fahrzeugen oder 69,8 Prozent zum Vorjahr 2011. Gegenüber 2010 handelt es sich sogar um eine Verdoppelung der Zulassungszahlen.

Das Segment der Diesel-Fahrzeuge ist in demselben Zeitraum leicht geschrumpft; 2012 wurden 9.847 weniger mit Diesel betriebene PKW zugelassen als im Vorjahr, was einem Rückgang um 0,7 Prozent auf insgesamt 1.486.119 Fahrzeuge entspricht. Die größten Verluste waren hingegen bei Fahrzeugen mit Benzin-Antrieb zu verzeichnen. Insgesamt 96.396 weniger zugelassene Fahrzeuge als 2011 entsprechen einem Rückgang um 5,8 Prozent auf 1.555.241 Neuzulassungen. „Bezogen auf das Wachstum haben Fahrzeuge mit Hybridantrieb die etablierten Antriebsarten im vergangenen Jahr klar abgehängt,“ so Prof. Dr. Tobias Schäfers, Juniorprofessor am AIM und verantwortlich für die Marktanalyse.

Zugleich stellte sich im Jahr 2012 das Wachstum der rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge deutlich geringer dar; zwar wurden 37,2 Prozent mehr Elektrofahrzeuge zugelassen als noch in 2011, damit fiel der Anstieg der Elektroauto-Neuzulassungen jedoch erstmals geringer aus als der Anstieg der Hybrid-Neuzulassungen. Zudem fallen Elektroautos mit insgesamt nur 2.956 Neuzulassungen bei einem Gesamtmarkt von 3.082.504 Neuzulassungen mit einem Anteil von 0,1 Prozent in 2012 kaum ins Gewicht. Das Segment der Hybrid-Fahrzeuge hingegen erreichte in 2012 einen Marktanteil von 0,7 Prozent und überholte auch Fahrzeuge mit Flüssiggas- und Erdgasantrieb, die zusammen 0,5 Prozent des Gesamtmarkts ausmachen.

Der stärkste Monat der Neuzulassungen von Hybrid-Fahrzeugen war im Jahr 2012 der Juni. Hier wurden insgesamt 2.511 Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb neu zugelassen, so viele wie noch nie zuvor. Gegenüber dem Juni des Vorjahres 2011 stellt dies eine Steigerung um rund 250 Prozent dar.

Bei Betrachtung der historischen Entwicklung zeigt sich, dass Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb solche mit Benzin- oder Dieselmotor beim Wachstum der Neuzulassungen deutlich abgehängt haben. In den Jahren 2006 bis 2012 stiegen die Hybrid-Neuzulassungen jährlich um durchschnittlich 31,6 Prozent. Im gleichen Zeitraum konnten Fahrzeuge mit Benzinmotor im Durchschnitt lediglich ein Wachstum um 0,1 Prozent erreichen; die Diesel-Neuzulassungen wuchsen um durchschnittlich 1,2 Prozent. Zudem zeigt sich, dass im Jahr 2012 insgesamt 3,2 Prozent weniger Diesel-Fahrzeuge zugelassen wurden als noch 2006; bei Fahrzeugen mit Benzinmotor ist sogar ein Rückgang um 18,6 Prozent zu verzeichnen. Demgegenüber wurden 2012 mehr als drei Mal so viele Hybrid-Fahrzeuge zugelassen wie noch in 2006 (+306,2 Prozent).

Eine Auswertung der Neuzulassungen nach Bundesländern zeigt, dass mit 4.693 Einheiten die meisten Hybrid-Fahrzeuge in Nordrhein-Westfalen zugelassen wurden. Zugleich weist dieses Bundesland das größte absolute Wachstum an Hybrid-Neuzulassungen auf: Gegenüber dem Vorjahr wurden 2.216 Fahrzeuge mehr als im Jahr 2011 zugelassen, was einer Steigerung um 89,5 Prozent entspricht. Der größte prozentuale Zuwachs konnte im Saarland verzeichnet werden, wo mehr als doppelt so viele Hybrid-Fahrzeuge zugelassen wurden (+108,2 Prozent), gefolgt von Schleswig-Holstein (+104,2 Prozent). Berlin ist das Bundesland mit dem größten Anteil der Hybrid-Neuzulassungen an allen Neuzu-lassungen. Die 1.078 dort in 2012 neu zugelassenen Hybrid-Fahrzeuge machen rund 1,5 Prozent aller Neuzulassungen aus.

„Unsere Analysen bestätigen, dass sich Hybrid-Fahrzeuge auf dem besten Weg aus der Nische heraus befinden,“ so Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch vom AIM. „Während rein elektrisch betriebene Fahrzeuge die Absatzerwartungen bisher noch nicht erfüllen konnten, stellt der Hybridantrieb eine wesentliche Brückentechnologie für die Elektrifizierung der Automobilbranche dar,“ ergänzt, Prof. Dr. Schäfers. Angesichts der voraussichtlich weiter steigenden Kraftstoffpreise werden alternative Antriebskonzepte wie der Hybridantrieb an Bedeutung gewinnen. Zudem sind die Hybrid-Fahrzeuge in einem schrumpfenden automobilen Gesamtmarkt eine positive Ausnahme.

Dass auch für die Zukunft von einer wachsenden Bedeutung von Hybrid-Fahrzeugen aus-gegangen werden kann, zeigen auch die Ergebnisse der im Oktober 2012 veröffentlichten AIM Hybrid-Studie. In einer repräsentativen Befragung von über 700 Benzin- und Diesel-Fahrern konnte sich mehr als jeder Zweite vorstellen, ein Fahrzeug mit Hybrid-Antrieb zu kaufen. Zugleich gaben nahezu 80 Prozent von insgesamt 214 befragten Hybrid-Fahrern an, sich auch in Zukunft wieder ein Hybrid-Fahrzeug kaufen zu wollen. „Diese Studiener-gebnisse erlauben erstmals einen empirisch fundierten Vergleich der Einstellungen und Wahrnehmungen von Diesel- und Benzin-Fahrern auf der einen Seite sowie Hybrid-Fahrern auf der anderen Seite“, so Prof. Dr. Esch.

Thorsten Wagner | idw
Weitere Informationen:
http://www.aim-ebs.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Kleinste Teilchen aus fernen Galaxien!

22.09.2017 | Physik Astronomie

Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen

22.09.2017 | Bildung Wissenschaft