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Gründungs- und Liquidationsgeschehen im Jahr 2011 in Deutschland

20.09.2011
Ergebnisse und Schätzungen
• Rund 206.000 Existenzgründungen und rund 191.000 Liquidationen im 1. Halbjahr
• Positiver Gründungssaldo im 1. Halbjahr
• Fortsetzung des Trends für das 2. Halbjahr
Rund 206.000 Existenzgründungen und rund 191.000 Liquidationen im 1. Halbjahr
Nach neuesten Berechnungen des IfM Bonn waren in Deutschland im 1. Halbjahr 2011 rund 206.000 Existenzgründungen zu verzeichnen. Die Zahl der Existenzgründungen liegt damit um 4,8 % unter dem Vorjahreswert. Die verminderte Zahl der Existenzgründungen resultiert aus der rückläufigen Entwicklung sowohl bei der Zahl der Kleinbetriebsgründungen (-4,7 %) als auch bei der Zahl der Betriebsgründungen mit einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung (sog. Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen) (-3,3 %). Ein Faktor für das nachlassende Existenzgründungsgeschehen ist in dem hohen Rückgang der Gründungen aus der Arbeitslosigkeit zu sehen. Insbesondere war eine verringerte Inanspruchnahme der Förderinstrumente "Gründungszuschuss" und "Einstiegsgeld" der Bundesagentur für Arbeit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu beobachten (-21,6 %).

Die Marktaustritte waren im 1. Halbjahr 2011 ebenfalls rückläufig. Die Zahl der Liquidationen lag mit rund 191.000 etwa 0,4 % unter dem Vorjahresniveau. Dahinter verbergen sich zwei gegenläufige Entwicklungen: Einerseits stieg die Zahl der Kleingewerbeaufgaben um 1,0 % an. Andererseits ist die Zahl der Betriebsaufgaben von Hauptniederlassungen um 1,6 % zurückgegangen.

Im Insolvenzgeschehen hat die gute Wirtschaftslage zu einer deutlichen Entspannung geführt. Im Vergleich zum Vorjahreswert waren im 1. Halbjahr 2011 7,4 % weniger Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen.

Positiver Gründungssaldo im 1. Halbjahr 2011

Der Gründungssaldo (Differenz aus Gründungen und Liquidationen) ist um rund 9.600 niedriger als im 1. Halbjahr 2010 und beträgt nunmehr rund 14.500.

Fortsetzung des Trends für das 2. Halbjahr 2011

Der Trend des 1. Halbjahres 2011 wird sich nach Schätzungen des IfM Bonn im 2. Halbjahr 2011 fortsetzen. Das IfM Bonn erwartet daher für das gesamte Jahr 2011 einen Rückgang der Existenzgründungen auf rund 400.000 und der Liquidationen auf rund 380.000. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen wird vermutlich auf unter 30.000 sinken.

Ansprechpartner
Brigitte Günterberg
Telefon: (0228) 72997-61
E-Mail: guenterberg@ifm-bonn.org
Zur Berechungsmethode
Die Berechnungen des IfM Bonn basieren auf der Gewerbeanzeigenstatistik des Statistischen Bundesamtes. Dabei bereinigt das IfM Bonn die Gewerbeanmeldungen bzw. -abmeldungen in Deutschland um nicht gründungs- und liquidationsrelevante Komponenten (wie Unternehmensverlagerungen, Umwandlungen, Rechtsformwechsel, Nebenerwerbsgründungen/-aufgaben).
Zum IfM Bonn
Das IfM Bonn wurde im Jahr 1957 auf Initiative Ludwig Erhards vom Bund und vom Land Nordrhein-Westfalen gegründet mit der Maßgabe, die Lage, Entwicklung und Probleme des Mittelstands zu erforschen. Diese Aufgaben erfüllt das Institut in einer praxisorientierten Weise, indem es zum einen umfangreiches statistisches Datenmaterial zum Mittelstand auf Basis amtlicher, halbamtlicher sowie eigener Daten aufbereitet. Zum anderen werden wissenschaftliche Fragestellungen bearbeitet und Gutachten zu aktuellen wirtschaftspolitisch relevanten Fragestellungen auf Basis von Unternehmensbefragungen erstellt. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten stehen der interessierten Öffentlichkeit auf der Homepage des Instituts (www.ifm-bonn.org) zur Verfügung.

Nadine Schlömer-Laufen | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm-bonn.org

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