Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geschäftsklima im Mittelstand: Rückgang trotz robuster Binnennachfrage

31.10.2012
- Lageurteile verschlechtern sich, Erwartungen stabil
- Gesunder Arbeitsmarkt
- Keine Hinweise auf steigende Preise

Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer signalisiert wie in den Vormonaten auch im Oktober eine nachlassende Dynamik, liefert aber keine Hinweise auf einen konjunkturellen Einbruch. Vielmehr lässt es erwarten, dass die deutsche Wirtschaft auch im vierten Quartal 2012 leicht wachsen wird.

Das Geschäftsklima bei den kleinen und mittleren Unternehmen geht zum achten Mal in Folge zurück, und zwar um 1,1 Zähler auf 2,6 Saldenpunkte.

Ausschlaggebend hierfür ist eine deutliche Verschlechterung der Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage (-4,0 Zähler auf 14,5 Saldenpunkte). Dennoch bleiben die Lageurteile im historischen Vergleich überdurchschnittlich gut.

Die Geschäftserwartungen für die kommenden 6 Monate unterbrechen ihre Abwärtskorrektur (+1,5 Zähler auf -9,3 Saldenpunkte).

Die Entwicklung bei den Großunternehmen unterscheidet sich kaum von derjenigen im Mittelstand. Das Geschäftsklima sinkt um 2,3 Zähler auf -4,3 Saldenpunkte und zeigt damit einen unterdurchschnittlichen Konjunkturverlauf an. Deutlich rückläufig sind die Urteile der Großunternehmen zur aktuellen Lage (-7,4 Zähler auf 6,7 Saldenpunkte), während die Aussichten für die nächsten sechs Monate weniger pessimistisch eingeschätzt werden als noch im September (+2,2 Zähler auf -15,3 Saldenpunkte). Diese leichte Erholung nach der scharfen Abwärtskorrektur der letzten Monate ist jedoch zu schwach, um auf das gesamte Geschäftsklima durchzuwirken.

Aufgrund der stabilen Arbeitsmarktlage stützt der private Konsum das Wachstum in Deutschland. Dazu passt, dass sich das Geschäftsklima des Einzelhandels in beiden Größenklassen im Oktober wieder verbessern kann. Insbesondere die mittelständischen Einzelhändler präsentieren sich deutlich besser gestimmt als noch im September (13,8 Saldenpunkte).

Auch im Bausektor bleibt die konjunkturelle Lage gut. Niedrige Zinsen und die Suche nach wertbeständigen Anlagen vor dem Hintergrund der Eurokrise sorgen für Attraktivität von Wohnungsbauinvestitionen. So lag im August der Auftragseingang im Hochbau um 17,6% über dem Vorjahr. Dementsprechend bleibt die Stimmung in den mittelständischen Baufirmen auf hohem Niveau stabil (15,9 Saldenpunkte).

Weniger rosig sind die Zeiten für das international stark engagierte Verarbeitende Gewerbe, das von der Rezession in weiten Teilen der Eurozone belastet wird. Gerade das Umfeld für die traditionell bedeutsame deutsche Automobilindustrie ist zunehmend schwierig (EU-Neuzulassungen im September: -10,8% gg. Vorjahr). Die Konjunktursorgen der Industrie haben sich entsprechend verstärkt (Mittelstand: -4,0 Saldenpunkte, Großunternehmen: -8,4 Saldenpunkte).

Die Entwicklung im Großhandel verlief uneinheitlich. Während die Mittelständler ein kaum verändertes Klima meldeten, verschlechterte sich die Stimmung bei den großen Firmen.

Aus der Sicht der befragten Unternehmen gibt es keinerlei Hinweise auf eine Beschleunigung der Inflation. Im Gegenteil: Die Unternehmen beider Größenklassen haben im Oktober ihre Absatzpreiserwartungen weiter zurückgenommen (Mittelstand: -0,4 Zähler auf -1,6 Saldenpunkte; Großunternehmen: -1,1 Zähler auf -3,9 Saldenpunkte).

Erfreulich ist die anhaltende Stabilität der Arbeitsnachfrage. Trotz der zunehmenden konjunkturellen Skepsis schwächen sich die Beschäftigungserwartungen nur gering ab (Mittelstand: -0,6 Zähler auf 5,2 Saldenpunkte; Großunternehmen: -0,9 Zähler auf 5,2 Saldenpunkte).

"Die Indikatoren des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers zeigen, dass die Binnenkonjunktur in Deutschland intakt ist. Jedoch wird unsere international vernetzte Volkswirtschaft durch die tiefen Rezessionen in unseren europäischen Partnerländern zunehmend beeinträchtigt. Eine Abschwächung der Wachstumsdynamik war daher unvermeidlich und die konjunkturellen Abwärtsrisiken bleiben hoch. Positive Nachrichten von der realwirtschaftlichen Entwicklung in den Reformländern sind der Schlüssel zu einer nachhaltigen Erholung. Das OMT-Programm der EZB hat die Chancen dafür erhöht. Wichtig ist jetzt, dass auch die Privatwirtschaft in den Krisenländern wieder hinreichend mit Finanzmitteln versorgt wird, um die Rückkehr zu positiven Wachstumsraten zu erleichtern", sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW.

Eine ausführliche Analyse mit Datentabelle und Grafik zum aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist unter www.kfw.de/mittelstandsbarometer abrufbar.

Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt Kommunikation (KOM), Wolfram Schweickhardt, Tel. 069 7431-1778, Fax: 069 7431-3266,

E-Mail: wolfram.schweickhardt@kfw.de, Internet: www.kfw.de/newsroom

Wolfram Schweickhardt | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de/mittelstandsbarometer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie