Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geschäftsklima im Mittelstand: Höhenflug geht weiter

02.12.2010
- Geschäftserwartungen der Mittelständler auf neuem Allzeithoch
- Stimmung bei Großunternehmen geradezu euphorisch
- Einzelhandel setzt auf starke Konsumbelebung
- Beschäftigungspläne weiter im Aufwind

Der Höhenflug der wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland hat sich im November ungebrochen fortgesetzt. Nach dem überraschenden - und in seinem Ausmaß beachtlichen - Sprung im Oktober zieht das mittelständische Geschäftsklima, der zentrale Indikator des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers, im November nochmals kräftig um 3,1 Zähler auf 26,2 Saldenpunkte an.

Das Barometer erreicht damit seinen dritthöchsten Wert seit 1991, dem Beginn der Berechnungen. Zu diesem Anstieg tragen sowohl die Urteile zur aktuellen Geschäftslage (+3,2 Zähler auf 31,5 Saldenpunkte) als auch die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate (+2,9 Zähler auf 20,6 Saldenpunkte) fast gleichgewichtig bei. Die Erwartungen stehen nun auf einem neuen Allzeithoch.

Der Optimismus der Mittelständler trotz durchaus vorhandener globaler Konjunkturrisiken stützt sich vor allem auf die Erwartung, dass sich die Binnennachfrage deutlich belebt, und weniger auf die Aussichten für den Export. Denn nach Angaben des ifo Instituts geben die Export-erwartungen der befragten Firmen bereits seit einem halben Jahr tendenziell nach. Die großen Unternehmen gehen offenbar ebenso von einer dynamischeren Binnenkonjunktur aus.

Obwohl diese insgesamt wesentlich stärker im Außenhandel engagiert sind als die Mittelständler, korrigieren auch sie sowohl ihre Lageurteile (+4,0 Zähler auf 36,5 Saldenpunkte) als auch ihre Geschäftserwartungen (+2,6 Zähler auf 24,3 Saldenpunkte; auch dies ist ein neues Allzeithoch) im November nochmals kräftig nach oben. Der damit erreichte Spitzenwert beim Geschäftsklima (+3,3 Zähler auf 30,6 Saldenpunkte) ist Ausdruck einer geradezu euphorischen Stimmung bei den Großunternehmen.

Klare Indizien für das Anspringen der Binnenkonjunktur geben auch die Teilindikatoren für die vier Hauptwirtschaftsbereiche. Abgesehen von einem marginalen Rückgang bei den großen Baufirmen ziehen die Klimaindikatoren in allen Branchen und Größenklassen an. In keinem Segment war der Anstieg allerdings so ausgeprägt wie im Einzelhandel (Mittelständler: +5,0 Zähler auf 34,3 Saldenpunkte; Großunternehmen: +6,7 Zähler auf 33,0 Saldenpunkte). Dies ist ein klares Signal, dass die Einzelhändler auf eine kräftige Belebung des privaten Konsums setzen. Insbesondere die sehr gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gibt hierfür berechtigten Anlass. Zusammen mit dem Großhandel führt der Einzelhandel momentan das Ranking im Stimmungsvergleich der Branchen an. Das konjunkturell wichtige Verarbeitende Gewerbe hat sich nach dem tiefen Krisenfall ebenfalls auf ein in der langfristigen Betrachtung außerordentlich hohes Klimaniveau zurückgearbeitet.

Die Beschäftigungspläne der Firmen, die bereits im Vormonat kräftig angestiegen sind, befinden sich im November in beiden Unternehmensgrößenklassen weiter im Aufwind. Der Abbau der Arbeitslosigkeit dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen und die Binnenkonjunktur zusätzlich stärken.

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW: "Konnte man im Oktober noch nicht unbedingt davon ausgehen, dass die überraschend starke Klimaverbesserung Bestand haben würde, so wurde man nun mit dem nochmaligen Anstieg im November eines Besseren belehrt. Insbesondere der ungebrochene Aufwärtstrend bei den Geschäfts- und Beschäftigungserwartungen auf bereits sehr hohem Niveau zeigt, dass die Chancen auf einen stabilen Aufschwung in Deutschland so gut stehen wie seit Jahren nicht mehr. Die Unternehmen vertrauen anscheinend vermehrt auf die Belebung der Binnennachfrage. Wenn nun die Tarifpartner den Verteilungsspielraum 2011 ausschöpfen und mit einem Lohnanstieg von etwa 3% im gesamtwirtschaftlichen Schnitt die Binnenkonjunktur weiter stärken, können wir nicht nur für 2011, sondern auch für 2012 mit einem soliden Wachstum rechnen."

Die ausführliche Analyse mit Datentabelle und Grafiken zum KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist unter www.kfw.de in der Kategorie "Research" abrufbar.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops