Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geringe Zuwanderung in wissenschaftliche Berufe nach Deutschland

25.07.2014

Forscherinnen und Forscher sind durch ihr personengebundenes Wissen als Innovationstreiber Schlüsselfaktoren für das Wirtschaftswachstum.

Das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung hat die Attraktivität des Forschungsstandorts Deutschland für international mobile Forscher(innen) untersucht. Trotz einer Zunahme leistet ihre Zuwanderung nur einen geringen Beschäftigungsbeitrag. Im Vergleich mit den USA zeigt sich ein klarer Rückstand.

Ausschlaggebend hierfür sind vor allem die Rahmenbedingungen des deutschen Wissenschaftssystems, die im Hinblick auf die Verlässlichkeit und Attraktivität von Wissenschaftskarrieren oder die Förderung von Spitzenforschung verbessert werden müssen.

In den zunehmend wissensbasierten Volkswirtschaften stellen Forscherinnen und Forscher als Innovationstreiber und Träger personengebundenen Wissens einen zentralen Wachstumsfaktor dar. Da sie zugleich in hohem Maße international mobil sind, kommt den nationalen Rahmenbedingungen eine besondere Bedeutung im Wettbewerb um diese Arbeitskräfte zu.

Allerdings leistet die Zuwanderung ausländischer Forscherinnen und Forscher in Deutschland nur einen geringen Beschäftigungsbeitrag. Auch im Vergleich zum international führenden Wissenschaftsstandort USA zeigt sich ein klarer Rückstand. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des NIW Hannover.

Obwohl die Zuwanderung ausländischer Forscherinnen und Forscher in den vergangenen Jahren zugenommen hat, ist ein nachhaltiger Effekt durch die häufig nur kurze Aufenthaltsdauer geringer. Zudem kommt die Zuwanderung vor allem aus Ländern mit weniger leistungsstarken Wissenschaftssystemen.

Eine Ursache hierfür sind die Rahmenbedingungen des Wissenschaftssystems in Deutschland. Diese werden insbesondere von Forscherinnen und Forschern aus Ländern mit vergleichbarer oder höherer wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit kritisch bewertet. Als besonders nachteilig werden die Verlässlichkeit und Attraktivität von Karrierepfaden für Nachwuchswissenschaftler, die Förderung der Spitzenforschung sowie der hohe Verwaltungsaufwand angesehen.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass die Verbesserung der Attraktivität des deutschen Wissenschaftssystems eine Aufgabe von enormer politischer Bedeutung ist. Handlungsbedarf besteht vor allem darin, für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Ländern mit ähnlicher oder höherer wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit attraktiver zu werden.

Dies kann durch gemeinsames Handeln von Wissenschafts- und Innovationspolitik sowie von Arbeitsmarkt- und Zuwanderungspolitik auf allen föderalen Ebenen erreicht werden. Unter anderem ist innerhalb der Hochschulen die Entwicklung verlässlicher und attraktiver Karrierepfade vor allem für Nachwuchswissenschaftler von entscheidender Bedeutung. Auf Handlungsbedarf in diesem Bereich hat jüngst auch der Wissenschaftsrat hingewiesen.

Tobias Meyer | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.niw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie