Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fünf Jahre Ich-AGs: Eine Erfolgsgeschichte

15.12.2008
Förderprogramm sichert Existenzen langfristig

Mehr als die Hälfte der vor fünf Jahren in Deutschland gegründeten Ich-AGs existiert nach wie vor. Das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) sowie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werten den vor fünf Jahren eingeführten Existenzgründungszuschuss für Arbeitslose damit als Erfolgsgeschichte der deutschen Arbeitsmarktpolitik.

Trotz anfänglicher Skepsis habe sich das Programm auch neben dem Überbrückungsgeld bewährt. "Dass 50 bis 60 Prozent der gegründeten Ich-AGs nach fünf Jahren weiterhin existieren, ist als klarer Erfolg zu sehen. So liegen Vergleichswerte anderer Verbleibsuntersuchungen nach etwa fünf Jahren zum Teil deutlich darunter", erklärt IZA-Forscher Marco Caliendo im Gespräch mit pressetext. Seit dem 1. Januar 2003 haben über eine Mio. gründungswillige Arbeitslose den Existenzgründungszuschuss oder das Überbrückungsgeld genutzt.

Dem IZA zufolge haben sich beide Instrumente als langfristig effektiv erwiesen. Aufgrund der befürchteten Mitnahmeeffekte wurde die Ich-AG anfänglich jedoch als überflüssig angesehen. Inhaltlich sollten sich die beiden Programme ergänzen, indem sie unterschiedliche Personengruppen zur Existenzgründung aktivierten. "Das Überbrückungsgeld gab es bereits vor der Ich-AG. Man hat weithin nicht damit gerechnet, dass es bei Arbeitslosen noch mehr Potenzial für Existenzgründungen gibt", meint Caliendo. Dem Experten nach seien Ich-AG-Gründer vergleichsweise eher schlecht ausgebildet und würden in kleinerem Stil gründen. "Ein nachhaltiger Erfolg hat sich dennoch eingestellt", betont Caliendo gegenüber pressetext. Darüber hinaus weisen Teilnehmer eine höhere Beschäftigungsquote sowie höhere Einkommen auf als eine vergleichbare Gruppe nicht geförderter Arbeitsloser.

Der Erfolg der dreijährigen Förderphase zeichnete sich bereits nach etwa zweieinhalb Jahren ab. Zwischen dem dritten Zuschussjahr und 2008 ging die Selbstständigenquote der Ich-AG-Gründungen um nur ca. zehn bis 15 Prozent zurück. "Ein entsprechend geringer Teil der Geförderten war also offenbar vom Zuschuss abhängig und hat nach dessen Auslaufen die Selbstständigkeit beendet", heißt es vom IZA.

Bei Gründungen mit dem Überbrückungsgeld ist die Selbstständigenquote zwischen dem dritten und fünften Jahr kaum geschrumpft, was auf eine feste Etablierung der geförderten Gründungen am Markt hinweist. 2006 wurden Existenzzuschuss und Überbrückungsgeld im Gründungszuschuss vereint. Angesichts der positiven Arbeitsmarkt-Effekte sei die Zusammenlegung der beiden Programme jedoch kritisch zu hinterfragen. "Ob der Gründungszuschuss an die Erfolge der Ich-AG und des Überbrückungsgeldes anschließen kann, wurde aber noch nicht evaluiert", schließt Caliendo.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.iza.org
http://www.iab.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt kräftig
30.10.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte