Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung und Entwicklung im Ausland sind keine Jobkiller

29.09.2008
Signifikantes Beschäftigungswachstum erwiesen - Innovationen nötig

Kleinere und mittlere Unternehmen, die auch im Ausland forschen, besitzen einen höheren Wettbewerbsvorteil als jene Betriebe, die Forschung und Entwicklung ausschließlich in der Bundesrepublik betreiben.

Zu diesem Schluss kommt eine heute, Montag, vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)veröffentlichte Untersuchung. Somit ist die weitverbreitete und häufig politisch verwendete Annahme, dass Unternehmen, die im Ausland forschen und entwickeln, hierzulande Arbeitsplätze abbauen, weitgehend unbegründet. "Richtet man den Fokus auf kleinere und mittlere Firmen, dann sieht man, dass diese nur begrenzt von den Globalisierungseffekten profitieren können.

Im Ausland innovativ zu sein, ist der Schlüssel", sagt Christian Rammer, Projektleiter im ZEW-Forschungsbereich Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung, gegenüber pressetext.

Die ZEW-Experten kommen bei der Datenauswertung von rund 27.500 bundesweit befragten Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bergbaus sowie des Dienstleistungsbereiches zu dem Ergebnis, dass bei Forschungsexpansionen ins Ausland auch die Beschäftigung steigt. "Forschung und Entwicklung im Ausland sind keine Jobkiller, sondern ganz im Gegenteil eine Basis für die Schaffung weiterer Arbeitsplätze", ist Rammer überzeugt.

Diese Einschätzung wird darin bestätigt, dass die Beschäftigung in deutschen klein- und mittelständischen Firmen, die 2005 Forschung und Entwicklung im Ausland betrieben haben, innerhalb von zwei Jahren um rund zehn Prozent gestiegen ist. In kleinen und mittelständischen Unternehmen, die allein in Deutschland forschen, hat die Beschäftigung in diesem Betrachtungszeitraum dagegen um nur rund fünf Prozent zugenommen.

"Wenn ein kleines Unternehmen im Ausland forscht und Produkte (weiter)entwickelt, ist dies auch die Voraussetzung für Neuaufträge mit lokalen Partnern vor Ort", unterstreicht Rammer im Gespräch mit pressetext. Vor allem die Zulieferindustrie dürfte von dieser Marktstrategie profitieren. Schließlich kann das externe Know-how, das durch die Internationalisierung von Forschung und Entwicklung in den heimischen Betrieb einfließt, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens insgesamt erhöhen, meint Innovationsexperte Rammer weiter.

Außerdem investieren vor allem kleinere Mittelständler, die bereits vor ihrem Engagement im Ausland Forschung und Entwicklung kontinuierlich in Deutschland betrieben haben. Auch sind es all jene Betriebe, die sich dem Risiko von Forschung und Entwicklung im Ausland stellen, die bereits durch den Warenexport mit den Bedingungen auf den Auslandsmärkten vertraut sind.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr steigt auf niedrigem Niveau merklich an
13.03.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie