Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Finanzkrise erfordert mehr Risikomanagement

17.02.2009
Professur Finanzmathematik der TU Chemnitz erforscht die Ursachen der Finanzkrise

"Finanzkrise" wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres 2008 gewählt und "notleidende Banken" ist Unwort des Jahres 2008. Dies zeigt die enorme gesellschaftliche Relevanz der Folgen der Finanzkrise. Doch wie konnte es überhaupt zur aktuellen Finanzkrise kommen?

Prof. Dr. Thorsten Schmidt, Inhaber der Professur Finanzmathematik an der TU Chemnitz, widmet sich in seinen Forschungsprojekten diesem Thema und ist überzeugt, dass konsequente Anwendung von Finanzmathematik und Statistik vielfach Verluste hätte vermeiden können. Als zwei wesentliche Ursachen für die derzeitige Situation sieht er zum einen mangelnde Daten für die Bewertung zentraler Finanzinstrumente und zum anderen die Komplexität der gehandelten Produkte. Ein Risikomangement solcher Produkte sei nicht unmöglich.

Eine zentrale Rolle spielen dabei so genannte CDOs (Collateralized Debt Obligations), die auf einem Pool von Krediten basieren. Die Komplexität dieser Finanzinstrumente macht Risikoabschätzungen schwierig und die kurze Existenz führt außerdem noch zu starken Schwankungen in der Bewertung. Neben der Zuverlässigkeitsprüfung von Ratings muss das Risikomanagement der Banken in dieser Hinsicht verbessert und die Qualität von verwendeten Informationen (gerade etwa Ratings) zwingend berücksichtigt werden, so die Empfehlung von Prof. Schmidt.

Was erwartet die Finanzmathematiker?

"Die Schlussfolgerung aus der Krise muss verbessertes Risikomanagement sein", so äußert sich Schmidt. Zur Veranschaulichung zitiert er eine Analogie seines amerikanischen Kollegen Steven Shreve von der Carnegie Mellon University. Dieser verglich die aktuellen Geschehnisse auf dem Finanzmarkt mit dem Zusammenbruch einer Brücke: "Because this bridge will be rebuilt, the way out of our present dilemma is not to blame the quants. We must instead hire good ones - and listen to them." Nach dem Zusammenbruch sei es widersinnig, die Architektur zu verdammen und die Brücke durch langsamere, weniger effiziente Fähren zu ersetzen. Vielmehr sollte sie verbessert wieder aufgebaut werden. Als Konsequenz sieht Schmidt, dass "Finanzmathematiker durch die Finanzkrise nicht aus ihren Jobs verdrängt werden, sondern vermehrt gesucht und gebraucht werden." Es sei dabei nicht nur wichtig, dass sich die Absolventen seines Studiengangs in den Bereichen Finanzmathematik, Statistik sowie Wirtschaftswissenschaften bestens auskennen. Dem Aspekt der Kommunikation und Interaktion komme ebenfalls eine hohe Bedeutung zu.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Thorsten Schmidt, Telefon 0371 531- 37629, E-Mail Thorsten.Schmidt@mathematik.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie