Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fertigungstiefe als Wettbewerbsvorteil nutzen

21.04.2009
Das Ausschöpfen betrieblicher Produktivitätsreserven erhält in der Wirtschaftskrise noch stärkeres Gewicht.

Die aktuelle Analyse aus der Erhebung "Modernisierung der Produktion" des Fraunhofer ISI zeigt, welche Faktoren besonders geeignet sind, die Leistungsfähigkeit von Produktionsunternehmen auszuschöpfen.

Die Justierung der Fertigungstiefe erweist sich als einer der wichtigsten Stellhebel. Entgegen gängiger Managementempfehlungen weisen jedoch insbesondere jene Unternehmen eine überlegene Produktivität auf, die eine hohe Fertigungstiefe haben, also beim Outsourcing zurückhaltend sind oder wieder Insourcing betreiben.

Wo schlummern Produktivitätspotenziale in Unternehmen? Um herauszufinden, wo die unternehmensspezifischen Leistungsreserven liegen, ist ein systematischer Vergleich mit anderen Betrieben unerlässlich. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat in seiner Erhebung "Modernisierung der Produktion" mehr als 1600 Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland befragt.

Dr. Steffen Kinkel, Leiter des Competence Centers Industrie- und Serviceinnovationen am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI fasst die Ergebnisse zusammen: "Unternehmen mit hoher Fertigungstiefe sind meist deutlich produktiver". Ein Paradigmenwechsel zeichne sich ab, denn bislang galt im Management "sich auf wenige Kernkompetenzen zu beschränken und alle anderen vermeintlich nicht-wertschöpfenden Prozesse an Zulieferer auszulagern".

"Die Studienergebnisse deuten aber nun darauf hin, dass die Transaktionskosten in der Abstimmung mit den Zulieferern, Abhängigkeiten und Zulieferermargen das Outsourcen zunehmend unattraktiv machen", erklärt Kinkel. Bei unterausgelasteten Kapazitäten wie in der aktuellen Krise könne das Insourcen eine strategische Option werden.

Ein weiterer Stellhebel zu mehr Produktivität ist die Qualifikation der Mitarbeiter. Mit einem hohen Anteil Mitarbeiter mit Hochschulqualifikation lässt sich die Produktivität steigern. Eine Investition in die Qualifikation der Mitarbeiter zahlt sich demnach nicht nur über eine gesteigerte Innovationsleistung, sondern auch über die Produktivität aus. Hochqualifizierte Fachkräfte bringen demnach mehr ein als sie kosten.

Die Erhebung zur "Modernisierung der Produktion" wird in diesem Jahr zum achten Mal durchgeführt. Sie ist Teil des European Manufacturing Survey (EMS), einer Erhebung, an der 12 europäische Länder teilnehmen, um eine repräsentative Datenbasis für den Leistungsvergleich von Unternehmen des produzierenden Gewerbes zu ermitteln. Neben Leistungskennzahlen wie Produktivität, Ausschussquote oder Umsatzanteil mit innovativen Produkten werden auch Daten zu technischen und organisatorischen Innovationen in der Produktion erhoben.

"Benchmarking eröffnet Chancen. Für Unternehmen sind die Studiendaten nützlich, denn sie ermöglichen einen anonymen Vergleich mit in einer individuell zugeschnittenen Referenzgruppe, die ähnliche Rahmenbedingungen aufweist", erläutert Projektleiterin Spomenka Maloca. Mit den Vergleichszahlen aus dem Performance-Benchmarking können beispielsweise unausgeschöpfte Produktivitätspotenziale identifiziert, Vergleiche mit dem internationalen Wettbewerbsumfeld angestellt sowie Trendentwicklungen analysiert werden.

Hierzu hat das Fraunhofer ISI das Benchmarking-Portal http://www.modernisierung-der-produktion.de entwickelt. Die Nutzung ist für Unternehmen, die an der diesjährigen Erhebung teilnehmen, gratis.

Eine ausführliche Darstellung der aktuellen Analyse und weitere Informationen sind auf der Internetseite http://www.modernisierung-der-produktion.de zu finden.

Relevant für die Wirtschaft, relevant für die Gesellschaft - das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht, wie technische und organisatorische Innovationen Wirtschaft und Gesellschaft heute und in Zukunft prägen. Markenzeichen der systemischen Arbeit ist es, Forschungsdisziplinen zu integrieren und mit Auftraggebern und Interessenten ein Netzwerk für Innovationen zu gestalten. Mit seiner Expertise, seiner Erfahrung und seinen Studien leistet das Institut als Teil der praxisorientierten Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb nutzen Politik, Verbände und Unternehmen das Fraunhofer ISI als vorausschauenden und neutralen Vordenker, der Perspektiven für Entscheidungen vermittelt.

Dino Trescher | idw
Weitere Informationen:
http://www.modernisierung-der-produktion.de
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise