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Wie Familienunternehmen im Internethandel bestehen können

27.02.2012
Promotion von Alexander Leberling zu Erfolgs- und Risikopotenzialen bei E-Commerce-Strategien von Familienunternehmen erschienen

Amazon boomt, Quelle nicht mehr - die Handelsbranche befindet sich seit längerer Zeit im Umbruch und der hat einen Namen: Internethandel. Darum überrascht es nicht, dass viele Handelsunternehmen ins Internet drängen und eigene E-Commerce-Systeme aufbauen oder sogar sog. integrierten Multi-Channel-Lösungen anbieten. Diese Weiterentwicklung stellt die etablierten Handelsunternehmen jedoch vor eine Fülle von komplexen und teils widersprüchlichen Herausforderungen:

So gilt es beispielsweise die ‚neue‘ E-Commerce-Strategie umfassend in die übergeordnete Marktbearbeitungs- und Unternehmensgesamtstrategie einzupassen, klare Verknüpfungen zwischen den Kanälen im Sinne eines ‚echten‘ Multi-Channel-Systems herauszuarbeiten und deutlich mehr IT-Know-How im Unternehmen aufzubauen. Der entscheidende Gelingensfaktor aber bleibt, den Wandel in der Unternehmenskultur auch in den Köpfen der Mitarbeiter stattfinden zu lassen.

Auf der ganz pragmatischen Ebene ist es dann auch wichtig, das eigene Unternehmen in Online-Communities bzw. Sozialen Netzwerken zunächst einmal zu platzieren, ein Verkaufsargument zu finden, dass auch für den Online-Kanal passt oder die Hintergrundsysteme und Vorlieferanten auf die – teilweise grundlegend andersartigen – Erfordernisse eines Multi-Channel-Systems auszurichten.

Viele familiengeführte Handelsunternehmen sind auf dem Weg ins Online-Geschäft stecken geblieben, weil sie all diese Aktivitäten nicht koordiniert bekamen und Ineffizienzen auftraten. Auf diese zentrale Herausforderung reagiert der Autor mit seinem umfassend ansetzenden „Integrativmodell der E-Commerce-Strategie-Entwicklung und –Implementierung“. Dieses integriert insbesondere auch die charakteristischen Besonderheiten von Familienunternehmen (wie eine häufig sehr starke Bündelung der Strategiearbeit an der Unternehmensspitze, eine starke Fokussierung auf den Kunden und seine ganz individuellen Bedürfnisse und einer daraus resultierenden Vernachlässigung des Marktumfeldes, besondere Schwierigkeiten, die eigenen Organisationsstrukturen gezielt weiterzuentwickeln oder insgesamt eher zurückhaltende Zielsetzungen im Ressourcen-Management), die diesen Strukturwandel teils begünstigen, häufig jedoch tendenziell behindern. Für den Umgang mit diesen Eigenschaften zeigt das Modell greifbare Herangehensweisen auf.

„Die Forscher, die Familienunternehmen untersuchen, haben bisher um das Thema Internethandel einen Bogen gemacht. Die Doktorarbeit von Alexander Leberling schließt diese wissenschaftliche Lücke, gibt aber auch Praxistipps für die Ausrichtung an die handelnden Manager“, würdigt Prof. Dr. Rudolf Wimmer die Arbeit. „Es entwickelt ein Integrativmodell der E-Commerce-Strategie-Entwicklung und -Implementierung und leitet daraus Gelingens- und Scheiternsfaktoren der E-Commerce-Strategie ab, die auch Empfehlungen für ein präzises Change-Management umfassen.“

Das Buch kann unter www.eul-verlag.de bestellt werden.
ISBN: 978-3-8441-0127-0
Weitere Informationen zum Buch erhalten Sie von Katja Funke (katja.funke@uni-wh.de; 02302-926-506)
Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.300 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsbildung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Das Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) der Wirtschaftsfakultät ist in Deutschland der Pionier und Wegweiser akademischer Forschung und Lehre zu Besonderheiten von Familienunternehmen. Drei Forschungs- und Lehrgebiete - Betriebswirtschaftslehre, Psychologie / Soziologie und Rechtswissenschaften - bilden das wissenschaftliche Spiegelbild der Gestalt von Familienunternehmen. Dadurch hat sich das WIFU eine einzigartige Expertise im Bereich Familienunternehmen erarbeitet.

Seit 2004 ermöglichen die Institutsträger, ein exklusiver Kreis von rund 50 Familienunternehmen, dass das WIFU auf Augenhöhe als Institut von Familienunternehmen für Familienunternehmen agieren kann. Mit aktuell zwölf Professoren leistet das WIFU mittlerweile seit über vierzehn Jahren einen signifikanten Beitrag zur generationenübergreifenden Zukunftsfähigkeit von Familienunternehmen.

Das Leiten und Führen von Familienunternehmen stellt eine komplexe und mitunter auch paradoxe Herausforderung dar. Ein neues Studienangebot leistet hier wichtige Unterstützung: Seit Oktober 2010 bietet die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Universität Witten/Herdecke den als "Land der Ideen" ausgezeichneten Studiengang "Master in Family Business Management (M.Sc.)" an. Hierdurch kann das WIFU seine Expertise an potentielle Nachfolger, Fach- und Führungskräfte und Berater in Familienunternehmer weitergeben. Daneben gibt es für Studierende im Bachelorstudiengang "Business Economics (B.A.)" sowie im Masterstudiengang "General Management (M.A.)" die Möglichkeit, ein Vertiefungsfach im Bereich Familienunternehmen zu belegen bzw. Schwerpunktzertifikate zum Thema zu erwerben.

Kay Gropp | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de

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