Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Projekt beschleunigt Patentverarbeitung

14.05.2009
Die EU-Mitgliedsstaaten fördern die Einrichtung eines EU-weiten Patentsystems mit der Bezeichnung "Gemeinschaftspatent" (Community Patent) zur Erteilung von Einheits-Patenten, die für alle Einzelpersonen und Unternehmen gleich sind.

Experten zufolge regen Patente Innovation und Kreativität an. Auf diese Weise intensivieren und unterstützen sie Europas Wettbewerbsfähigkeit. Ein probates Mittel für ein EU-finanziertes Forscher-Team könnte die Nutzung der semantischen Web-Technologie sein.

Das mit 2,5 Mio. EUR finanzierte Projekt PatExpert ("Advanced patent document processing techniques") hatte sich die Entwicklung eines funktionstüchtigen Dienstes und einen Wechsel des gegenwärtig angewendeten Paradigmas für die Patentverarbeitung zum Ziel gesetzt. Das Projekt wurde über den Themenbereich "Technologien für die Informationsgesellschaft" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) finanziert.

PatExpert konnte ein Darstellungssystem für Multimedia-Inhalte zum Abrufen, Klassifizieren und mehrsprachigen Erstellen aussagekräftiger Patentinformationen entwickeln. Außerdem bewerteten und sichteten die Projektpartner das Patentmaterial, um den Anforderungen aller Nutzer einschließlich der Erfinder und Patentprüfer zu genügen.

"Der größte Erfolg von PatExpert war die Einleitung eines Wechsels vom textuell zum semantisch orientierten Paradigma in der Patentverarbeitung", berichtete Projektleiter Professor Leo Wanner gegenüber ICT Results. "Die Verwendung von semantischen Technologien im Patentbereich hat weitreichende Auswirkungen", fügte der Forscher von der Universität Pompeu Fabra in Spanien hinzu. "In PatExpert verwendete semantische Technologien erleichtern den Zugriff auf die Inhalte von Patentdokumenten und verbessern so die Genauigkeit von Suche, Analyse und Bewertung.".

Obwohl das Projekt erst vor etwas weniger als einem Jahr abgeschlossen wurde, haben schon mehrere Gruppen ihr Interesse an den Erkenntnissen und Umsetzungsmöglichkeiten des Projekts bekundet. "Wir führen bereits allgemeine Leistungsstudien durch, die von externen Interessenten für bestimmte Technologien in Auftrag gegeben wurden", erklärte Professor Wanner. "Darüber hinaus integriert (Projektpartner) Brügmann Software gerade einige PatExpert-Technologien in seinem erfolgreichsten Patentverwaltungsprodukt PatOrg."

Nach Ansicht von Professor Wanner kann PatExpert besonders aufgrund seiner hochmodernen Technologien vermarktet werden. "Jede seiner einzelnen Technologien kann auch entweder in einer autonomen kommerziellen Anwendung vermarktet oder in anderen Patentverarbeitungsdiensten integriert werden", merkte er an. "Wir bekommen Anfragen von Interessenten, die uns helfen wollen, die Technologien von PatExpert auf den Markt zu bringen."

Quellen zufolge wurde schon mit mehreren auf der Arbeit von PatExpert aufbauenden Nachfolgeprojekten begonnen oder Förderorganisationen zur Finanzierung angeboten.

Das Grundproblem bei der Patentverarbeitung ist der Arbeitsaufwand. Der Anmeldungsprozess erfordert die "technische Spezifikation" (also die genaue Angabe der technischen Merkmale der Erfindung), die Patentbearbeitung (also die Interaktion zwischen dem Patentamt und der Anwendung) und den Status "Patent angemeldet", während dem Erfindungen auf Zulassung warten. Ein Patent wird erteilt, wenn die Anmeldung die Patentamtsbestimmungen erfüllt und die Erfindung nicht bereits patentiert ist.

Das Europäische Patentamt (EPA) hat einen Recherchenbericht mit einer Auflistung aller ihm verfügbaren Dokumente vorbereitet, die eine wichtige Rolle bei der Bewertung der "Neuheit und Erfindung" von Patentanmeldungen spielen können.

Die EPA-Leiterin Alison Brimelow berichtete einmal, dass Arbeitsrückstände "die Art des Patentiersystems verändern und Mehrdeutigkeiten schaffen, die auf von den Begründern des Patentsystems unvorhergesehene Art und Weise ausgenutzt werden können.

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.patexpert.org/
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise