Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erwerbstätigkeit im Alter steigt

26.11.2008
Infolge der Arbeitsmarkt- und Rentenreformen sind immer mehr Ältere länger erwerbstätig.

Gleichzeitig spalten sich die sozialen Chancen: zwar steigt die Alterserwerbstätigkeit, nach wie vor geht aber ein Teil der Älteren vorzeitig in Rente, obwohl dafür Abschläge in Kauf genommen werden müssen.

Das zeigen aktuelle Ergebnisse des Altersübergangs-Monitors, mit dem das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung und des Forschungsnetzwerks Alterssicherung den Übergang zwischen Erwerbsleben und Ruhestand untersucht.

Die Erwerbstätigkeit der 55- bis 64-Jährigen ist hierzulande in den letzten zehn Jahren von 38,0 Prozent auf 48,1 Prozent gestiegen. Damit verzeichnet Deutschland innerhalb der Europäischen Union den höchsten Zuwachs und hat gute Chancen, bis zum Jahr 2010 das Ziel einer Alterserwerbsbeteiligung von 50 Prozent zu erreichen, rechnen die IAQ-Arbeitsmarktforscher Dr. Martin Brussig, Prof. Dr. Matthias Knuth und Sascha Wojtkowski. Einen erheblichen Anteil daran hat die günstige demographische Konstellation, denn die geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge wachsen zunehmend in die betrachteten Altersgruppen hinein. Hauptursache ist allerdings, dass Männer länger arbeiten und mehr Frauen als früher erwerbstätig sind.

Doch es gibt noch einen anderen Trend: Auch die Beschäftigungslosigkeit Älterer hat zugenommen. Ein Großteil der Arbeitslosen ab 58 Jahren taucht in der Statistik gar nicht mehr auf und viele warten die Regelaltersgrenze ab, um Rentenabzüge zu vermeiden. Das gelingt nicht immer: 51,4 Prozent der Männer, die drei Jahre vor Rentenbeginn dauerhaft erwerbstätig waren, aber nur 19,3 Prozent der Männer, die in dieser Zeit nicht oder nur geringfügig beschäftigt waren, erreichten im Jahr 2005 abschlagsfreie Renten.

Arbeitslosigkeit im Alter treibt nach wie vor viele trotz Kürzungen in die Frühverrentung: Im Jahr 2005 betraf dies schon 42 Prozent aller Neurentner. Nach Jahren der Begrenzung der Frührente zeichnet sich eine Trendumkehr ab: 2004 sind wieder mehr Menschen im Alter von 60 Jahren in Altersrente gegangen als 2003, und zu größeren Teilen aus Arbeitslosigkeit. Ein Grund könnte die Einführung von "Hartz IV" sein: Flucht in die Rente, weil wegen fehlender Bedürftigkeit kein Anspruch auf Arbeitslosengeld II besteht.

Im Durchschnitt gehen Arbeitnehmer in Deutschland heute mit 63,2 Jahren in Altersrente - ein Jahr später als noch vor sechs Jahren. "Der Abbau von Frühverrentungsanreizen wirkt, aber er wirkt selektiv", stellen die IAQ-Forscher fest. Wer auch im Alter über eine gute Beschäftigungsfähigkeit verfügt, kann sie für eine längere Erwerbstätigkeit einsetzen. Geringqualifizierte hingegen weisen nach wie vor niedrige Beschäftigungsquoten auf. "Wenn es nicht gelingt, Erwerbschancen auch jenseits des 60. Lebensjahres für alle zu gewährleisten, werden die Chancen auf einen direkten und selbst bestimmten Übergang in eine auskömmliche Rente weiter auseinander gehen", warnt das IAQ.

Der aktuelle Altersübergangs-Report 2008-03 ist zu finden unter http://www.iaq.uni-due.de/auem-report

Weitere Informationen: Dr. Martin Brussig, Tel. 0209/1707-132, E-Mail: martin.brussig@uni-due.de; Prof. Dr. Matthias Knuth, Tel. 0209/1707-186, E-Mail: matthias.knuth@uni-due.de; Sascha Wojtkowski, Tel. 0209/1707-257, E-Mail: sascha.wojtkowski@uni-due.de

Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0209/1707-176, 0170/8761608, E-Mail: presse-iaq@uni-due.de

Katrin Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iaq.uni-due.de/auem-report
http://www.uni-duisburg-essen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise