Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EMI: Der Abschwung ist vorerst gestoppt

05.11.2014

Die deutsche Industrie ist in die Wachstumszone zurückgekehrt. Der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der die Geschäftslage von über 500 Unternehmen des produzierenden Gewerbes in einem Wert zusammenfasst, konnte sich im Oktober gegenüber seinem 15-Monatstief vier Wochen zuvor ein wenig erholen. Binnen Monatsfrist stieg er von 49,9 auf aktuell 51,4 Punkte und lag damit wieder deutlich über der 50-Punkte-Wachstumsmarke.

„Die jüngsten EMI-Daten zeichnen ein gemischtes Bild von der Lage im Industriesektor. Einerseits befinden sich die Rohstoffpreise – sehr zur Freude unserer Einkäufer – weiter auf Talfahrt. Andererseits hat das Neugeschäft den zweiten Monat in Folge abgenommen“, betonte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt.

„Der EMI ist nicht im freien Fall. Zumindest im Oktober kehrte er in die Wachstumszone zurück“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, dem BME. Es werde deutlich, dass die derzeitige konjunkturelle Abkühlung „vermutlich eine ‚normale‘ Konjunkturdelle ausbildet, aber keine schwere Rezession“.

Ob die Abschwächung damit jetzt bereits ihr Ende gefunden hat, wagt die Helaba-Bankdirektorin zu bezweifeln. Traud weiter: „Üblicherweise ziehen sich solche Konjunkturdellen etwas länger hin. Eine Konjunkturerholung erwarten wir deshalb erst im Frühjahr nächsten Jahres. Dann sollten die Abschwächung des Euros sowie der Rückgang der Energiepreise als positive Konjunkturimpulse wirken.“

„Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt alles in allem getrübt. Die Konjunktur wird von mehreren Seiten ausgebremst“, sagte DIHK-Chefvolkswirt Dr. Alexander Schumann dem BME. Konflikte und Kriege auf der einen und eine heimische Wirtschaftspolitik mit immer mehr Belastungen für die Unternehmen auf der anderen Seite hinterließen ihre Spuren. „Das Bild dürfte sich in den kommenden Monaten noch halten. Daher sollte die Bundesregierung endlich beginnen, Investitionshürden abzubauen“, so Schumann abschließend.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Nach einem 15-Monatstief im September hat sich das Produktionswachstum im Oktober wieder beschleunigt. Manche der befragten Einkaufsmanager gaben an, dass sie ihre Fertigwarenbestände gezielt ausbauen wollten. Doch auch wenn die Expansionsrate ein 3-Monatshoch erreichte, blieb sie deutlich unter den zu Jahresbeginn gemessenen Werten.

Auftragseingang: Die Auftragseingänge der Global Player und KMU verringerten sich zwar den zweiten Monat in Folge, diesmal jedoch nur marginal. Ein Rückgang in der Vorleistungsgüterindustrie überwog hierbei ein leichtes Plus im Konsumgüterbereich. Negativ auf den Geschäftsverlauf wirkten sich sowohl die sinkende Binnennachfrage als auch die Russland-Sanktionen aus.

Wenngleich die Gesamtauftragseingänge im Oktober abnahmen, konnten die Unternehmen den 15. Monat in Folge einen Anstieg der Exportaufträge verbuchen. Allerdings war die Steigerungsrate nur geringfügig höher als im September und insgesamt eher niedrig. Ein erhöhter Bedarf an deutschen Produkten war nach Angaben der Befragten am ehesten in den USA festzustellen.

Beschäftigung: Erstmals seit Mai setzte in der Industrie wieder ein Beschäftigungsaufbau ein. Die Einstellungsrate lag dabei so hoch wie seit Anfang 2012 nicht mehr. Rund 15 Prozent der Befragten stockten ihre Belegschaft auf. Einige von ihnen versuchten damit, ihre Auftragsbestände abzuarbeiten. Andere verwiesen auf einen erhöhten Produktionsbedarf oder glichen nur die Personalfluktuation der Vormonate aus.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Wie bereits seit Februar 2014 verringerten sich auch im Oktober die Einkaufspreise. Die Nachlässe fielen dabei so hoch aus wie seit April nicht mehr. Vor allem das billigere Rohöl und rückläufige Preise bei einigen Rohmaterialien sorgten für einen Preisverfall.
Dagegen blieben die Verkaufspreise im Oktober gegenüber dem Vormonat weitgehend konstant. Einzelne Unternehmen berichteten von einer Teuerung bei bestimmten Nahrungsmitteln, bei manch anderen drückte der Wettbewerb die Preise.

Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt. Er wird von der britischen Forschungsgruppe Markit Economics, Henley-on-Thames, erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (Markit U.S.-PMI).

Weitere Infos/Ansichtsexemplare:
Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)
Frank Rösch, Leitung Kommunikation
Bolongarostraße 82, 65929 Frankfurt
Tel.: 0 69/3 08 38-1 10
Mobil: 01 63/3 08 38 00
E-Mail: frank.roesch@bme.de
Internet: www.bme.de

Joachim Lorenz | BME-Presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Indikator: Konjunkturampel schaltet von „gelb“ auf „grün“
16.05.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal 2018
30.04.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics