Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektroautos aus Deutschland sichern Beschäftigung

16.09.2009
Staatssekretär Matthias Machnig stellt Eckpunkte zur Markteinführung von 100.000 Elektroautos vor

Bis 2020 wird weltweit ein 470 Milliarden Euro starker Markt für Elektromobilität mit 250.000 neuen Arbeitsplätzen entstehen. Deutschland kann davon besonders profitieren.

„Eine starke deutsche Marktposition bei Elektroautos ist wichtig für Umwelt, Beschäftigung und Technologie. Wir wollen die notwendigen Rahmenbedingungen mit industrie- und forschungspolitischen Weichenstellungen schaffen“, sagte Umwelt-Staatssekretär Matthias Machnig heute in Berlin. Machnig stellte Eckpunkte eines Programms vor, das zwischen 2012 und 2014 den Markt für Elektroautos aktivieren soll.

Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company im Auftrag des BMU zeigt: Entsprechend ihrem heutigen Marktanteil könnte die deutsche Autoindustrie am Gesamtmarkt einen Anteil von etwa 85 Milliarden Euro für sich erschließen. Dies setzt jedoch voraus, dass Verbraucherinnen und Verbraucher Kaufanreize für den Umstieg auf das elektrische Fahren erhalten und die deutsche Batterietechnologie und Zellenfertigung erheblich ausgebaut wird.

Gelingt es der deutschen Industrie nicht, ihre heutigen Marktanteile auch bei Elektrofahrzeugen zu halten, dann ginge dies zu Lasten der Beschäftigung: Bis zu 46.000 Arbeitsplätze sind durch den Wegfall klassischer mechanischer Komponenten bedroht, die deutsche Zulieferindustrie wäre überproportional betroffen. Machnig: „Die größte Herausforderung in der Anfangsphase liegt in den hohen Anschaffungskosten der Elektrofahrzeuge.

Wir brauchen deshalb ein Marktaktivierungsprogramm, das Begeisterung für das elektrische Fahren weckt und Kaufanreize setzt.“ Kernelement dieses Programms ist ein bis 2014 laufendes Förderprogramm für die ersten 100.000 Elektrofahrzeuge. „100.000 Elektroautos sind ein wichtiger Schritt hin zur wettbewerbsfähigen Serienproduktion. Die Marktaktivierung ist somit entscheidend für das im Nationalen Entwicklungsplan der Bundesregierung verankerte Ziel, bis 2020 rund eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen", sagte Machnig.

Das Marktaktivierungsprogramm sieht die Förderung des Fahrzeugkaufs in Höhe von 3.000 bis 5.000 Euro für die ersten 100.000 Elektrofahrzeuge vor. Später werden andere, nicht-monetäre Instrumente wie eine Nutzerprivilegierung dazu beitragen, die Marktdurchdringung zu beschleunigen.

Zwei Drittel des Umsatzes der neuen Elektroauto-Komponenten, insgesamt 50 Milliarden Euro, werden nach McKinsey-Berechnung im Jahr 2020 mit Batterien erwirtschaftet. Derzeit werden jedoch 90 Prozent des Batteriezellen-Marktes von asiatischen Herstellern abgedeckt. Machnig: „Die Batterie ist das Kernstück des Elektroautos. Wir müssen dafür sorgen, dass auch die Batterien für unsere Elektroautos in Deutschland entwickelt und produziert werden. Bei konsequentem Handeln hat Deutschland gute Chancen.“

Um in Deutschland günstige Voraussetzungen für den Ausbau der Batterietechnologie und -fertigung zu schaffen, schlägt das Bundesumweltministerium die gezielte Förderung eines „Kompetenzclusters“ um Batteriezellenhersteller, Automobilzulieferer, Automobilhersteller, Universitäten und Forschungsinstitute vor. Vordringliches Ziel des Kompetenzclusters müsse es sein, den Engpass bei Fachkräften für die Entwicklung von Elektroautos zu beseitigen und die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung und Industrie zu verbessern.

Hinweis: Eine Zusammenfassung der Studie sowie Schaubilder sind in Kürze unter www.bmu.de verfügbar.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie