Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Frage der Datensicherheit: Warum sich Mobile Payment nur langsam durchsetzt

10.11.2014

Acht Prozent der Befragten haben es bereits getan. Fast 50 Prozent würden es vielleicht machen, 20 Prozent auf gar keinen Fall. Die Rede ist von Mobile Payment – dem Bezahlen per Smartphone am Point of Sale.

„Technisch ist das Ganze schon lange möglich“, sagt Andreea Wurster, „aber trotz namhafter Anbieter wie Google hat sich dieses Bezahlsystem noch nicht durchgesetzt – zumindest nicht in Deutschland. Mich interessiert, woran das liegt.“

Deshalb entwickelte die FOM Dozentin für Marketing & Sales ein eigenes Modell, um die Akzeptanz von Mobile Payment in mehreren Ländern zu untersuchen. Teil davon war eine quantitative Online-Befragung von fast 800 berufsbegleitend Studierenden.

Eines der wichtigsten Ergebnisse: Ohne Smartphone geht (fast) nichts mehr. „Knapp 100 Prozent der Befragten besitzen ein Smartphone, mit dem sie mehrmals täglich online sind“, sagt Andreea Wurster. „Trotzdem gilt: Mobile Payment wird bestenfalls als Ergänzung, nicht aber als Ersatz vorhandener Zahlungsmethoden gesehen.“

Das habe mehrere Gründe. „In den Augen der Befragten fehlt der Vorteil gegenüber Bargeld, EC- oder Kreditkarte“, urteilt die Expertin. Zwar sagen 52 Prozent der Befragten, dass Mobile Payment bequemer ist als Bargeld. Gleichzeitig zahlen aber 66 Prozent von ihnen am liebsten mit EC-Karte, wenn sie im stationären Einzelhandel unterwegs sind. Zudem gibt über die Hälfte der Befragten an: Bargeld stört nicht und ist zum Beispiel bei Taxifahrten (62 Prozent), beim Kauf von Parktickets (56 Prozent) und im Supermarkt (36 Prozent) das liebste Zahlungsmittel.

Darüber hinaus fehlen noch drei wichtige Voraussetzungen, um Mobile Payment zu etablieren – so das Ergebnis der Befragung. Nummer 1: Datensicherheit. Nummer 2: Vertrauen in den Anbieter. „Das Sicherheitsbedürfnis ist erwartungsgemäß groß“, so Andreea Wurster, „und die Angst, dass sensible Daten in unseriöse Hände fallen, führt zu Skepsis gegenüber Mobile Payment.“ Darüber hinaus – und das ist die dritte Voraussetzung – wünschen sich die Befragen eine Nutzung in ihren Lieblingsgeschäften.

Für die Anbieter heißt das: Sie müssen diese Voraussetzungen schaffen und gleichzeitig aktiv die Vorteile von Mobile Payment kommunizieren. „Damit die breite Masse diese Bezahlungsweise akzeptiert, wäre es wichtig zu demonstrieren, wie einfach und intuitiv das Zahlen per Smartphone ist“, weiß die FOM Expertin aus früheren Untersuchungen. „Interessant ist zudem, dass Mobile Payment mehr Aussicht auf Erfolg hätte, wenn es die angesagteste Methode zu zahlen wäre – so die Rückmeldungen der Befragten.“ Das könnte die Chance für Apple sein, das am 20. Oktober 2014 vorerst nur in den USA das Bezahlsystem „Apple Pay“ eingeführt hat…

Noch ein kurzer Hinweis: Die hier vorgestellten Prozentzahlen beziehen sich jeweils auf die gültigen Antworten. Wer sich für die kompletten Ergebnisse der Befragung interessiert: Sie stehen zum kostenlosen Download bereit oder sind auf der Internetseite des ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule nachzulesen.


Weitere Informationen:

http://www.fom.de/fileadmin/fom/presse_aktuell/PDFs/MobilePaymentII.pdf

Stefanie Bergel | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Bezahlsystem Datensicherheit FOM Mobile Payment Payment Skepsis Smartphone

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index startet gut ins neue Jahr
22.02.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Indikator: Keine Rezessionsgefahr, keine Anzeichen für konjunkturelle Überhitzung
19.02.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics