Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Arbeitsplatzbilanz innovativer Unternehmen beeindruckt selbst im Abschwung

10.11.2014

Innovationen in Form neuer Produkte und Dienstleistungen werden als der wichtigste Treibstoff für Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze betrachtet. Dabei wird oft vergessen, dass durch Innovationen auch Jobs verloren gehen können. Insgesamt ist die Arbeitsplatzbilanz innovativer Unternehmen allerdings eindeutig positiv. Im Auf- und Abschwung schaffen sie erheblich mehr neue Arbeitsplätze als Nicht-Innovatoren.

Selbst in der Rezession gehen bei ihnen erheblich weniger Jobs verloren als bei anderen Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des AIT Austrian Institute of Technology im Auftrag der Europäischen Kommission, die Firmendaten aus 26 EU-Ländern im Zeitraum zwischen 1998 und 2010 betrachtet hat.

Beschäftigungsgewinnen durch die Nachfrage nach neuen Produkten und Dienstleistungen stehen immer auch Beschäftigungsverluste gegenüber. Diese sind einerseits eine Folge von steigender Produktivität - neue Technologien ermöglichen es, dass Unternehmen mit weniger Beschäftigten gleich viel oder sogar mehr produzieren. Andererseits sorgen Produktinnovationen für Umsatzrückgänge bei bestehenden Produkten und somit für Beschäftigungsverluste.

Innovative Firmen schaffen mehr neue Arbeitsplätze, weil es ihnen gelingt, Beschäftigungsverluste bei alten Produkten durch Beschäftigungsgewinne durch neue Produkte auszugleichen.

Die betrachteten Daten zeigen dass dieser Ausgleich in der Rezession besonders wichtig ist: Innovative Firmen können in wirtschaftlichen Krisenzeiten Umsatzrückgänge und damit Beschäftigungsverluste wenigstens teilweise mit Umsätzen aus neuen Produkten ersetzen und so den Verlust von Arbeitsplätzen im Vergleich zu nicht-innovativen Firmen in Grenzen halten.

Nicht-innovative Firmen dagegen müssen in einer solchen Situation deutlich stärker Beschäftigung abbauen, um über die Runden zu kommen. Die Effekte von Firmengründungen und Firmenschließungen sind hier noch nicht berücksichtigt.

Insgesamt wurde der Wettlauf zwischen Arbeitsplatzverlusten und -gewinnen aufgrund von Innovationen in der Vergangenheit meist zugunsten der Arbeitsplatzgewinne entschieden. Es ist allerdings nicht gewährleistet, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird. Neue Entwicklungen wie die Prozessautomatisierung und der Datenaustausch zwischen einzelnen Prozessschritten (Industrie 4.0) haben möglicherweise das Potenzial, diesen Wettlauf in Zukunft zu Ungunsten der Beschäftigungsentwicklung zu entscheiden.

Download der Studie:
http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/CR2014_BackgroundStudy.pdf

Für Rückfragen zum Inhalt:
Dr. Bettina Peters, Telefon 0621 1235-356, peters@zew.de

Angaben zur Studie:
Die Studie „Firm Growth, Innovation and the Business Cycle“ wurde im Auftrag der Europäischen Kommission für den Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union 2014, Rahmenvertrag ENTR/2009/033 erstellt. Die Arbeit verwendete für die Analyse Daten des Community Innovation Surveys (CIS), einer Umfrage zu den Innovationsaktivitäten von Unternehmen in der Europäischen Union. Es wurden insgesamt mehr als 400.000 Firmenbeobachtungen aus 26 Ländern im Zeitraum 1998 – 2010 verwendet. Die Autorinnen und Autoren der Studie sind Bettina Peters, Bernhard Dachs, Martina Dünser, Martin Hud, Christian Köhler und Christian Rammer. Informationen zum Projekt finden Sie unter: http://www.zew.de/de/projekte/1383

Gunter Grittmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Stuttgart gestartet
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE