Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland auf Rang 8 im globalen "Third Billion Index"

15.10.2012

4% zusätzliches BIP-Wachstum wird durch berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern möglich

"Third Billion"-Studie der internationalen Strategieberatung Booz & Company belegt starken Zusammenhang zwischen dem Level der Frauenerwerbstätigkeit und dem Wirtschaftswachstum.

Wirtschaft kann weltweit in den nächsten 10 Jahren von bis zu einer Milliarde zusätzlicher Frauen profitieren / Deutschland im Gesamtranking und bei Equal Pay in der Spitzengruppe / Gläserne Decke verhindert noch zu häufig den beruflichen Aufstieg weiblicher Manager in Top-Liga

Binnen zehn Jahren werden zusätzlich weltweit bis zu drei Milliarden Menschen am Wirtschaftsgeschehen teilnehmen. Dazu tragen die Schwellenländer China und Indien mit jeweils einer Milliarde Menschen bei. Frauen könnten die dritte Milliarde stellen, die dann als mögliche Arbeitnehmerinnen, Managerinnen sowie natürlich auch Konsumentinnen am globalen Wirtschaftsgeschehen partizipieren. Bisher wird dieser Zugang in vielen Teilen der Welt allerdings noch durch fehlende Bildung oder gesellschaftliche Restriktionen verhindert.

Die Mobilisierung dieses noch unerschlossenen wirtschaftlichen Potenzials kann dabei erhebliche gesellschaftliche, aber auch volkswirtschaftliche Effekte erzielen. Anders als bei dem in China und Indien generierten Wachstum werden die "Third Billion"-Impulse ihre Wirkung für die Weltwirtschaft wesentlich dezentraler und damit vielschichtiger entfalten.

Wäre beispielsweise in Deutschland der Anteil berufstätiger Frauen und Männer ausgeglichen, so würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) - trotz Konjunkturflaute und Eurokrise - sprunghaft um 4% ansteigen.

Die weltweiten strukturellen Voraussetzungen für die Teilhabe der Frauen am wirtschaftlichen Leben bemisst der "Third Billion Index 2012". In diesem rangiert Deutschland mit Rang 8 (Scorewert: 67,1) in der internationalen Spitzengruppe. Auch ist der Abstand zu den Top 3 der 128 untersuchten Nationen - Australien (70,6), Norwegen (70,6) und Schweden (69,5) - nur noch sehr gering.

Das sind die zentralen Ergebnisse der globalen Studie "Empowering the Third Billion: Women and the World of Work in 2012", welche die internationale Strategieberatung Booz & Company heute vorstellt.

Weiterhin erhebliche Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern

"Die gute Platzierung im globalen Ranking verdeutlicht die vergleichsweise guten Rahmenbedingungen in Deutschland. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch eine Menge zu tun bleibt, bis die wirtschaftliche Gleichstellung der Geschlechter gelebte Realität ist", so Christine Rupp, Partnerin und Recruiting-Verantwortliche bei Booz & Company im deutschsprachigen Raum. "Aktuelle Gesetzesinitiativen wie die kürzlich vom Bundesrat auf den Weg gebrachte Frauenquote in den Aufsichtsräten großer Unternehmen sowie bereits umgesetzte rechtliche Regelungen wie der Anspruch auf Elternzeit oder der staatlich forcierte Ausbau der Kinderbetreuung gehen in die richtige Richtung."

Bereits heute gehört Deutschland im Bereich der gleichen Entlohnung für vergleichbare Arbeit zur Avantgarde der acht Wirtschaftsnationen, die geschlechtsbedingte Lohndiskriminierung durch gesetzliche Vorgaben weitgehend zu verhindern versuchen. Nach einer aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamtes beträgt die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland zwar nominell noch 22%.

Bereinigt um Faktoren wie häufigere und längere Auszeiten, beispielsweise für Eltern- oder Teilzeit, und niedrigere Verdienstmöglichkeiten in Branchen mit hohem Frauenanteil wie Gastronomie oder Pflege- und Sozialbereich dürfte diese jedoch faktisch eher bei 8% liegen. Bei der Förderung von Gründerinnen belegt Deutschland im weltweiten Vergleich sogar den dritten Platz. Hier schlagen vor allem die staatlichen Förderprogramme für Gründerinnen und der gute Zugang zu Gründungskrediten beispielsweise über die KfW positiv zu Buche.

Vorstandsetagen noch immer Männerdomäne

Das Booz & Company-Ranking belegt: Gerade aufstrebende Wirtschaftsnationen wie China (Rang 58), Indien (Rang 115), aber auch Länder der MENA-Region wie Saudi-Arabien (Rang 123), die Vereinigten Arabischen Emirate (Rang 109) oder Ägypten (Rang 108), haben in diesem Bereich großen Aufholbedarf. Aber auch in Deutschland zeigen sich noch erhebliche Defizite, wenn es darum geht, berufstätigen Frauen die gleichen Karrierechancen wie ihren männlichen Kollegen zu ermöglichen. So stellen Frauen in Deutschland 51% der Hochschulabsolventen, aber nur 31% der leitenden Funktionen in Unternehmen. "Im Top-Management der 500 größten deutschen Konzerne beträgt der Frauenanteil sogar nur 2,4%", bemängelt Rupp.

Top 10 Third Billion Index

Rang Land (Scorewert)
1 Australien (70,6)
2 Norwegen (70,6)
3 Schweden (69,5)
4 Finnland (69,3)
5 Neuseeland (67,7)
6 Niederlande (67,2)
7 Kanada (67,2)
8 Deutschland (67,1)
9 Belgien (66,8)
10 Frankreich (65,3)
Quelle: Booz & Company
Standortfaktor Frauenförderung
Ein weiteres Studienergebnis: Hohe "Third Billion"-Indexwerte eines Landes führen zu deutlich besseren Ergebnissen beim Pro-Kopf-Einkommen, der Alphabetisierungsrate und beim Zugang zu Bildungsmöglichkeiten. "Dieser signifikante Effekt verdeutlicht: Maßnahmen zur Förderung des beruflichen Einstiegs, der Karriereentwicklung und der finanziellen Unabhängigkeit von Frauen sind kein Selbstzweck, sondern führen mittel- bis langfristig zu immensen makroökonomischen Vorteilen für den jeweiligen Standort führen", so die Booz-Partnerin Rupp weiter.

"Daher ist es eine vordringliche Aufgabe der Politik und der Unternehmensentscheider auf allen Ebenen, mit gezielten Ausbildungs-, Förder- und Kinderbetreuungsinitiativen die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Frauen ihr volles ökonomisches Potenzial ausschöpfen und damit auch die Weltwirtschaft substanziell voranbringen können."

Die vollständige Studie mit weiteren Informationen zu Methode, Ergebnissen und dreizehn ausführlichen Länderprofilen - darunter auch Deutschland - steht unter www.booz.com/thirdbillion zum Download bereit.

Third Billion Index

Resultate für Deutschland
Rang Scorewert
Ausbildung 21 57
Beschäftigungszugang 21 61,8
Unterstützung für Gründerinnen 3 65
Input-Score, gesamt 10 62,6
Förderung 36 56,2
Inklusion 38 57,4
Gleiche Bezahlung 1 76,9
Output-Score, gesamt 7 68,1
Gesamtwert 8 67,1
Quelle: Booz & Company
Zur vorliegenden Untersuchung:
Für den "Third Billion Index" hat Booz & Company in einer Metastudie bereits veröffentlichte Daten über den wirtschaftlichen und sozialen Status von Frauen ausgewertet - unter anderem des "World Economic Forums" und der "Economist Intelligence Unit". Der Index fokussiert auf das Thema "Frauen im Arbeitsleben". Dafür wurden die Faktoren isoliert, die Frauen den Zugang zur Wirtschaftswelt erleichtern, um Verbesserungspotenzial für Regierungen und Unternehmen aufzuzeigen. Je nach Land zählen zu diesen Faktoren Infrastruktur-Verbesserungen, das Abschaffen gesetzlicher Hürden für weibliche Beschäftigung, stärkere kulturelle Unterstützung für Frauen als Führungskräfte oder besserer Zugang zu Krediten für die Ausbildung oder Unternehmensgründung.

Diese Indikatoren wurden in zwei Cluster geteilt: Inputs (Einflussmöglichkeiten von Regierungen und zur Verbesserung der ökonomischen Position der Frauen) und Outputs (soziale, politische und ökonomische Themen, die von Veränderungen der Inputs beeinflusst werden). Eine Kombination der beiden Clusterfaktoren für jedes Land ergibt den Rang im Index.

Über Booz & Company:

Booz & Company ist mit mehr als 3.000 Mitarbeitern in 60 Büros auf allen Kontinenten eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Zu den Klienten gehören erfolgreiche Unternehmen sowie Regierungen und Organisationen.

Unser Gründer Edwin Booz formulierte bereits 1914 die Grundlagen der Unternehmensberatung. Heute arbeiten wir weltweit eng mit unseren Klienten zusammen, um die Herausforderungen globaler Märkte zu meistern und nachhaltiges Wachstum zu schaffen. Dazu kombinieren wir einzigartiges Marktwissen sowie tiefe funktionale Expertise mit einem praxisnahen Ansatz. Unser einziges Ziel: unseren Klienten jederzeit den entscheidenden Vorteil zu schaffen - Essential Advantage.

Informationen zu unserem Management-Magazin strategy+business finden Sie unter: www.strategy-business.com

Rückfragen und weitere Informationen:
Susanne Mathony
Director Marketing & Communications Europe
Tel.: 089 / 54 52 5 550 oder 0170 / 22 38 550
Fax: 089 / 54 52 5 602
E-Mail: susanne.mathony@booz.com

Susanne Mathony | presseportal
Weitere Informationen:
http://strategyand.pwc.com
http://www.strategy-business.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null
18.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht WSI-Tarifarchiv: Tariflöhne und -gehälter 2016: Reale Steigerungen von 1,9 Prozent
05.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ALMA beginnt Beobachtung der Sonne

18.01.2017 | Physik Astronomie

Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

18.01.2017 | Architektur Bauwesen

Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern

18.01.2017 | Geowissenschaften