Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland bei Patentanmeldungen an Europas Spitze

26.02.2015
  • Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt erreichen 2014 weitere Rekordmarke
  • Anmeldeaufkommen aus Europa mit Plus von 1,2%
  • Deutschland beim Anmeldeaufkommen in Europa mit größtem Anteil (11%); im internationalen Vergleich vor China (9%) und Korea (6%), hinter USA (26%) und Japan (18%)
  • Deutschland führend im Transportwesen, im Bereich organische Chemie sowie bei Maschinen, Pumpen und Turbinen
  • Siemens, BASF und Robert Bosch auf den Spitzenplätzen in Deutschland und im internationalen Vergleich in den Top Ten des Anmelderrankings
  • Bundesländer-Ranking: Bayern vor Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen
  • EPA-Präsident Battistelli: "Europa festigt seinen Rang als Technologie- und Innovationsstandort von globaler Bedeutung"

Die Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt (EPA) haben 2014 mit 274 000 einen neuen Rekordwert erreicht. Das Anmeldeaufkommen übertraf die Vorjahresmarke von 266 000 damit um 3,1%. Deutschland verzeichnete 2014 mit 31 647 Patentanmeldungen eine nahezu stabile Entwicklung (-0,8%).


Infografik "A record year for inventions"

Quelle: Europäisches Patentamt (EPA)

Gemessen am Gesamtaufkommen entsprach das Volumen der Anmeldungen aus Deutschland einem Anteil von 11%. Damit wies Deutschland das höchste Anmeldeaufkommen der 38 Mitgliedsstaaten der Europäischen Patentorganisation vor Frankreich (5%), der Schweiz und den Niederlanden (je 3%) sowie Großbritannien, Schweden und Italien (je 2%) auf und lag vor China (9%) und Korea (6%). Nur die USA (26%) und Japan (18%) verzeichneten ein höheres Aufkommen.

Fig.: Ursprung der Patentanmeldungen (http://ots.de/9Ryjw)

Die 38 Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation erreichten 2014 insgesamt ein Plus von 1,2% an Patentanmeldungen. Bedeutende Zuwächse Bei den EPO-Staaten verzeichneten die Niederlande, Frankreich und Großbritannien, während sich die Anmeldungen aus Ländern wie Finnland, der Schweiz und Spanien rückläufig entwickelten. Besonders stark nahmen die Anmeldungen aus China und den USA zu, das Aufkommen aus Japan hingegen ging erneut zurück.

Fig.: Wachstum der Patentanmeldungen (http://ots.de/zS0Bn)

Fig.: Die 50 größten Anmeldeländer (http://ots.de/Uh4Jj)

"Die Nachfrage nach Patentschutz in Europa ist nunmehr im fünften Jahr hintereinander gestiegen", sagte EPA-Präsident Benoit Battistelli. "Dies zeigt, dass Europa seine Schlüsselrolle als Technologie- und Innovationsstandort für Unternehmen aus aller Welt weiter festigt. Das wachsende Volumen an Patentanmeldungen aus europäischen Staaten unterstreicht die herausragende Bedeutung patentintensiver Sektoren für die europäische Wirtschaft: Sie stärken Europas Wettbewerbsfähigkeit, seine Wirtschaftskraft und schaffen Arbeitsplätze."

Starke Position im Transportwesen, Maschinenbau und Chemieindustrie

Deutschlands traditionelle Stärke in der Chemieindustrie, dem Maschinenbau und im Automobilsektor schlug sich 2014 auch in den beim EPA eingereichten Patentenmeldungen nieder. So kamen im internationalen Vergleich der zehn anmeldestärksten Technologiefelder die meisten Patentanmeldungen im Bereich Maschinen, Pumpen und Turbinen (28%), im Transportwesen (27%) und in der organischen Chemie (24%) aus Deutschland. Zuwächse deutscher Firmen verzeichnete das EPA in den Bereichen Messtechnik (+9,1%), wo Deutschland einen maßgeblichen Anteil am Anstieg des gesamten Anmeldeaufkommens von insgesamt 6,6% hatte, in der organischen Chemie (+6,9%) und in der Digitalen Kommunikation (+6,7%). Im europäischen Vergleich waren deutsche Firmen unabhängig von teils rückläufigen Zahlen mit Ausnahme der Bereiche Biotechnologie und Digitale Kommunikation in allen zehn anmeldestärksten Technologiefeldern führend. Bei Computern teilten sie sich die Führung mit Frankreich.

Bayer mit Spitzenposition in der organischen Chemie, Siemens führend im Bereich Maschinen, Pumpen und Turbinen

Die Stärke deutscher Unternehmen in der Chemie- und Automobilindustrie sowie im Maschinenbau und bei Maschinentechnik spiegelte sich auch in den einzelnen Rankings der anmeldestärksten Technologiefelder wider: In der organischen Chemie lag Bayer vor BASF an der Spitze der anmeldestärksten Firmen. Im Transportwesen lag der europäische Konzern Airbus im Ranking der zehn anmeldestärksten Unternehmen an zweiter Stelle, gefolgt von Robert Bosch (3), Siemens (4) und Continental (5) sowie Audi auf dem zehnten Platz. Und im Technologiefeld Maschinen, Pumpen und Turbinen führte Siemens das Ranking an, Robert Bosch belegte in der Messtechnik den ersten Platz.

Siemens, BASF und Robert Bosch in Top Ten

Mit Siemens auf dem dritten Platz, BASF auf Rang 6 und Robert Bosch an achter Stelle behaupteten sich zudem drei deutsche Unternehmen im Top Ten Ranking der anmeldestärksten Firmen aller Technologiefelder und Herkunftsländer. Wie in den Vorjahren belegte Samsung den ersten Platz. Philips rückte auf den zweiten Platz vor. Mit Ericsson (9) kamen damit im vergangenen Jahr fünf europäische Firmen unter die ersten Zehn.

Fig.: Die zehn größten Patentanmelder 2014 (http://ots.de/npkUO)

Im Ranking der anmeldestärksten deutschen Unternehmen beim EPA rangierten hinter dem Spitzentrio aus Siemens mit 1754 Anmeldungen (1), BASF mit 1476 Anmeldungen (2) und Robert Bosch mit 1396 Anmeldungen (3), die Firmen Bayer (722 Anmeldungen) und Continental (507 Anmeldungen). Mit Fraunhofer auf Rang 8 (368 Anmeldungen) platzierte sich zudem eine Forschungseinrichtung in den Top Ten. Darüber hinaus waren Merck auf dem neunten Rang (354 Anmeldungen) und Evonik auf Platz 10 (300 Anmeldungen) im Ranking vertreten, was die Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen im Chemie-Technologiefeld unterstreicht.

Fig.: Deutschlands größte Patentanmelder 2014 (http://ots.de/kCW5t)

Gemessen an der Einwohnerzahl lag Deutschland mit 316 Anmeldungen pro Million Einwohner wie im Vorjahr auf dem sechsten Rang und über dem Durchschnitt der 28 EU-Staaten (131).

Fig.: Europäische Patentanmeldungen pro Million Einwohner (http://ots.de/L15yG)

Bundesländer-Ranking: Bayern und Baden-Württemberg führend

In der Rangliste der anmeldestärksten Bundesländer konnte Bayern seine Spitzenposition verteidigen. Das Anmeldeaufkommen blieb 2014 stabil, was sich in einem hohen Anteil von 27,9% im innerdeutschen Ranking widerspiegelt. Baden-Württemberg belegte wie im vergangenen Jahr den zweiten Patz (20,8%-Anteil). Allerdings gingen die Anmeldungen im Vergleich zu 2013 um 7,3% zurück. Auch das Anmeldeaufkommen von Unternehmen aus der Landeshauptstadt Stuttgart war mit einem Minus von 8,6% rückläufig. Nordrhein-Westfalen erreichte im innerdeutschen Vergleich mit einem Minus von 3% den dritten Platz. Zu Buche schlug dabei das rückläufige Anmeldevolumen aus Köln (-37%).

Fig.: Ranking Bundesländer (http://ots.de/wgTtn)

Das größte Anmeldewachstum aller Bundesländer erreichte 2014 Niedersachsen mit +14,8%. Im Bundesländer-Ranking belegte es mit einem Anteil von 5,1% am Anmeldeaufkommen den sechsten Rang. Stabil entwickelte sich Hessen, das auf dem vierten Platz vor Rheinland-Pfalz (5) lag. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Anstieg der Anmeldungen aus Frankfurt (+18,2%). Die Schlusslichter bildeten die Bundesländer Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Weiterführende Informationen über das Geschäftsjahr 2014 des EPA finden sie im Online-Jahresbericht auf: www.epo.org/jahresbericht2014 

Über das EPA

Mit rund 7 000 Mitarbeitern ist das Europäische Patentamt (EPA) eine der größten europäischen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes. Der Hauptsitz ist in München; Niederlassungen gibt es in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien. Das EPA wurde gegründet, um die Zusammenarbeit europäischer Staaten auf dem Gebiet des Patentwesens zu fördern. Über das zentrale Erteilungsverfahren beim EPA können Erfinder Patentschutz in bis zu 38 Mitgliedstaaten erlangen. Das EPA ist überdies die weltweit bedeutendste Behörde für Patentrecherchen und Patentinformation.

Pressekontakt:

Rainer Osterwalder
Pressesprecher
Direktor Medienarbeit
Tel: +49 89/23 99 - 1820
Mobile: +49 163 8399527
rosterwalder@epo.org

Bernd Münchinger
PR-Beratung
echolot public relations
Tel. +49 (0) 711 9901480
muenchinger@echolot-pr.de 

Bernd Münchinger | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.epo.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops