Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsches Handwerk überwindet 2014 seine Umsatzschwäche

23.07.2014

Das deutsche Handwerk blickt auf ein schwaches Jahr 2013 zurück. Das zulassungspflichtige Handwerk machte ein Umsatzminus von 0,8%. Auch das zulassungsfreie Handwerk blieb mit einem Plus von 0,9% hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurück. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle RWI-Auswertung.

Wie erste Quartalsergebnisse zeigen, wird das deutsche Handwerk in diesem Jahr jedoch voraussichtlich von den günstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen profitieren können. Die Umsätze dürften laut RWI-Prognose entsprechend um 2 bis 3% steigen.

Das deutsche Handwerk ist im vergangenen Jahr hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurückgeblieben. Während das nominale Bruttoinlandsprodukt um 2,4% stieg, sanken die nominalen Umsätze des zulassungspflichtigen Handwerks bundesweit um 0,8%, die Zahl der Beschäftigten sank um 0,6%. Im zulassungsfreien Handwerk stiegen die nominalen Umsätze um lediglich 0,9%.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle RWI-Auswertung.Demnach verlief insbesondere das erste Halbjahr – auch witterungsbedingt – für das Handwerk wenig erfreulich, während es in der zweiten Jahreshälfte zu einer deutlichen Belebung kam, die offenbar auch ins Jahr 2014 hinein anhält.

Erste Quartalsergebnisse und Umfragen weisen darauf hin, dass das deutsche Handwerk die günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesem Jahr besser als im vergangenen wird nutzen können. Die Unternehmen berichten von gestiegenen Auftragseingängen, das Baugewerbe meldet einen kräftigen Aufschwung. Unter Berücksichtigung der für das Handwerk wichtigen Konjunkturindikatoren dürfte daher das Handwerk 2014 seine Umsätze um 2 bis 3% steigern können. Die Beschäftigung wird voraussichtlich um zwischen 0,5 und 1% zunehmen.

Einzelne Gewerke konnten auch 2013 kräftige Zuwächse erzielen

Die einzelnen Handwerksgruppen waren vom insgesamt schwachen Abschneiden im vergangenen Jahr unterschiedlich stark betroffen. So zum Beispiel im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe, wo laut Handwerkszählung 2011 knapp 44% des Handwerk-Umsatzes erzielt wurden. Zwar lag der Umsatz 2013 im handwerklichen Bauhauptgewerbe um 0,5% unter dem Vorjahresergebnis, das Ausbaugewerbe musste sogar Umsatzverluste von 1,5% hinnehmen. Dies lag jedoch vor allem daran, dass die Elektrotechniker ein Minus von 5,3% zu verkraften hatten. Maler und Lackierer (+0,5%), Stuckateure (+ 0,8%) sowie Heizungsbauer (+ 1,4%) konnten hingegen leicht steigende Umsätze erzielen.

Ähnlich gemischt sah es auch bei den Handwerken für den privaten Bedarf aus, auf die im Jahr 2011 36,5% des Gesamtumsatzes des deutschen Handwerks entfielen. Hier hatte bei den zulassungspflichtigen Handwerken das Kraftfahrzeuggewerbe 2013 ein Minus von 1,2% gegenüber dem Vorjahr zu beklagen. Kritisch verlief vor allem das Neuwagengeschäft, die private Nachfrage nach neuen Fahrzeugen lag deutlich unter der des Vorjahres. Der Umsatz im aus Bäckern, Konditoren und Fleischern bestehenden Lebensmittelhandwerk entwickelte sich hingegen stabil, die Bäcker konnten sogar ein Umsatzplus von 0,3% erzielen. Allerdings taten sie das mit 2,4% weniger Beschäftigten. Auch bei den Konditoren und Fleischern wurde das Personal um 1,5 beziehungsweise 1,7% reduziert.

Dem Gesundheitsgewerbe kommt der demografische Wandel zugute

Vergleichsweise gut entwickelte sich das Gesundheitsgewerbe, das offenbar von der fortschreitenden Alterung der deutschen Bevölkerung profitieren kann. Insgesamt legten die Betriebe 2013 beim Umsatz um 2,1% zu, die Beschäftigung stieg um 0,2%. Besonders erfolgreich waren Orthopädietechniker (+5,6%) und Augenoptiker (+2%). Die Zahntechniker mussten hingegen Einbußen von 1,1% hinnehmen. Bei den sonstigen Handwerken für den privaten Bedarf schnitten Friseure mit einem Plus von 1,5% vergleichsweise gut ab. Von den zulassungsfreien Handwerken, die Leistungen für den privaten Bedarf anbieten, konnten Uhrmacher (+0,3%), Schuhmacher (+0,5%) und Textilreiniger (+2,9%) ihre Umsätze steigern, während Gold- und Silberschmiede (-7,4%) sowie Fotografen (-6,9%) Einbußen hinnehmen mussten.

Gebäudereiniger machten deutliches Plus

Die zulassungspflichtigen Handwerke für den gewerblichen Bedarf, zu denen insbesondere Metallbauer, Feinwerkmechaniker, Informationstechniker und Landmaschinenmechaniker zählen, machten insgesamt ein Umsatzminus von 1% im Vergleich zum Vorjahr – hier konnten nur die Landmaschinenmechaniker mit 0,7% ein Umsatzplus erzielen. Die zulassungsfreien Handwerke für den gewerblichen Bedarf erzielten hingegen insgesamt ein Plus von 1,8%. Das breite Spektrum der Umsatzentwicklung reichte von den Schilder- und Lichtreklameherstellern (-6,4%) bis zu den Gebäudereinigern (+3,8%).

Grundlage der RWI-Auswertung sind Daten aus Totalauswertungen des Unternehmensregisters sowie die vierteljährliche Handwerksberichterstattung des Statistischen Bundesamts.

Ihre Ansprechpartner:
Katharina Brach (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-244
Wolfgang Dürig, Tel.: (0201) 81 49-271

Dieser Pressemitteilung liegt der Beitrag „Die konjunkturelle Entwicklung im Handwerk 2013“ aus dem aktuellen Konjunkturbericht (2-2014) des RWI zugrunde.

Weitere Informationen:

http://www.rwi-essen.de/media/content/pages/publikationen/rwi-konjunkturberichte/RWI-KB_2-2014.pdf - RWI-Konjunkturbericht: Die wirtschaftliche Entwicklung im Frühsommer 2014

Katharina Brach | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE