Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutscher Außenhandel mit forschungsintensiven Waren: Günstige Position in der Krise bestätigt

13.03.2012
Forschungs- und wissensintensive Wirtschaftszweige in Deutschland leisten mit ihrer hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit einen wichtigen Beitrag zu Wertschöpfung und Beschäftigung, wie eine Untersuchung des NIW zur deutschen Position im Handel mit forschungsintensiven Waren zeigt. Allerdings ist fraglich, ob zukünftig genügend qualifizierte Fachkräfte für die Entwicklung und Umsetzung von Innovationen in Deutschland verfügbar ist.

Forschungsintensiv produzierte Güter und wissensintensive Dienstleistungen sind die wesentli-chen Faktoren hoch entwickelter Volkswirtschaften im internationalen Standortwettbewerb.

Das NIW hat die deutsche Position im Handel mit forschungsintensiven Waren unter diesem Gesichtspunkt bestimmt sowie die Wirkungen der fortschreitenden „Wissensintensivierung“ auf Beschäftigung und Qualifikationserfordernisse untersucht. Die Analysen gehen sowohl auf längerfristige, strukturelle Trends als auch auf die kurzfristige Entwicklung im Verlauf der Finanz- und Wirtschaftskrise ein.

Unternehmen aus hochentwickelten Volkswirtschaften können auf Auslandsmärkten vor allem bei solchen Gütern Wettbewerbsvorteile erzielen, die ein hohes Maß an FuE-Einsatz und tech-nologischem Know-How erfordern. Der Handel mit forschungsintensiven Waren ist schon seit Längerem aber nicht mehr allein den traditionellen Industrieländern vorbehalten: Seit Anfang des neuen Jahrtausends haben jüngere industrialisierte Volkswirtschaften und wachsende Schwellenländer, insbesondere China, beachtliche Anteile hinzugewonnen.

Deutschland konnte, anders als z.B. Japan und die USA, seine starke Position im Außenhandel mit forschungsintensiven Waren ungeachtet der Turbulenzen im letzten Jahrzehnt behaupten. Dies ist u.a. darauf zurück zu führen, dass die deutschen Exportschlager (insbesondere Kraftfahrzeuge und Maschinenbauerzeugnisse) bisher weniger stark auf konkurrierende Produkte aus aufholenden Volkswirtschaften treffen, dafür aber besonders von der wachsenden Importnachfrage dieser Länder profitieren.

Die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hightech-Produkte hat wesentlich dazu beigetragen, dass forschungs- und wissensintensive Industrien in Deutschland im EU-Vergleich einen besonders hohen Beitrag zu Wertschöpfung und Beschäftigung leisten. Die Bedeutung unternehmensnaher wissensintensiver Dienstleistungen ist hingegen eher unterdurchschnittlich. Weltweit ist der Strukturwandel zur Wissenswirtschaft mit einem steigenden Humankapitaleinsatz verbunden. Auch in Deutschland hat die Beschäftigung von Akademikern absolut und relativ zugenommen. Sie liegt im europäischen Vergleich auch unter Einbeziehung vertiefter berufspraktischer Qualifikationen (z.B. Meister, Techniker) aber nur im Mittelfeld. Zudem fällt hier in den nächsten 10 Jahren der größte Ersatzbedarf bei Personen mit technisch-wissenschaftlichen Kompetenzen an. Ob angesichts schrumpfender nachwachsender Jahrgänge zukünftig genügend zusätzliches Personal für die Entwicklung und Umsetzung von Innovationen in Deutschland verfügbar ist, scheint unter den aktuellen Rahmenbedingungen eher fraglich.

Weiterführende Informationen und ausführliche Ergebnisse:

Alexander Cordes und Birgit Gehrke unter Mitarbeit von Mark Leidmann: Strukturwandel und Qualifikationsnachfrage. Aktuelle Entwicklungen forschungs- und wissensintensiver Wirtschaftszweige in Deutschland und im internationalen Vergleich. Studie zum deutschen Innovationssystem Nr. 10-2012.

http://www.niw.de/index.php?page=strukturwandel-und-qualifikationsnachfrage-3

Birgit Gehrke und Olaf Krawczyk unter Mitarbeit von Mark Leidmann, Claudia Nowak und Anna Katharina Pikos: Außenhandel mit forschungsintensiven Waren im internationalen Vergleich, Studie zum deutschen Innovationssystem Nr. 11-2012.

http://www.niw.de/index.php?page=aussenhandel-mit-forschungsintensiven-industrien-im-internationalen-vergleich-4

Beide Studien sind auch unter www.e-fi.de herunterzuladen.

Kontakt:

Niedersächsisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tobias Meyer
Königstr. 53
30175 Hannover
Tel. +49 511 12 33 16 – 31
Fax +49 511 12 33 16 – 55
presse@niw.de

Tobias Meyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.niw.de
http://www.niw.de/index.php?page=strukturwandel-und-qualifikationsnachfrage-3

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Rückgang, aber noch keine Tendenzwende
21.11.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften