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Deutsche Mikro- und Nanotechnik-Branche sieht konjunkturelle Trendwende eingeleitet

20.07.2010
Nach den Krisenjahren 2008 und 2009 zeichnet sich in den Branchen Mikrotechnik, Nanotechnik und Neue Materialien jetzt die konjunkturelle Trendwende ab.

Für gut die Hälfte der deutschen Unternehmen lief das Geschäft im ersten Halbjahr 2010 besser als erwartet. Die Unternehmen schauen optimistisch auf das zweite Halbjahr und erwartungsvoll auf das Jahr 2011. Über 100 Unternehmer aus Deutschland äußerten sich in einer Umfrage des IVAM Fachverband für Mikrotechnik zu ihrer aktuellen Stimmungslage.

Stand von 2008 zum Teil wieder erreicht

Nach anderthalb Jahren, die von Umsatzeinbußen, Auftrags- und Produktionsrückgängen überschattet waren, waren die Erwartungen für 2010 Anfang des Jahres noch verhalten. Jetzt äußerten sich nicht wenige Geschäftsführer positiv überrascht darüber, wie gut das Geschäft im ersten Halbjahr gelaufen ist. In einzelnen Fällen wurden Umsatzsteigerungen von bis zu 15 Prozent gemeldet. Manche Mikro- und Nanotechnik-Unternehmen haben beim Umsatz und beim Auftragseingang den Stand vom ersten Halbjahr 2008 wieder erreichen oder sogar übertreffen können.

„Frühere Kunden kommen jetzt von sich aus wieder“, schildert ein Unternehmensvertreter seine Erfahrungen. Besonders stark ist derzeit die Nachfrage nach Geräten für die Halbleiterproduktion. Hersteller, die neue Geräte auf den Markt bringen, profitieren davon.

Laut Umfrage verlief für etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Unternehmen das Geschäft im ersten Halbjahr 2010 besser als erwartet, für ein Drittel (33 Prozent) genauso wie erwartet und für 15 Prozent schlechter als erwartet. Positive Entwicklungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab es vor allem beim Auftragseingang. Hier konnten sich 64,9 Prozent der Unternehmen verbessern. Auch bei der Produktion und beim Absatz lief es bei mehr als der Hälfte der Befragten besser als im Vorjahr. Kritisch ist nach wie vor die Unternehmensfinanzierung: Die Lage ist zwar bei mehr als der Hälfte (58,8 Prozent) der Unternehmen stabil geblieben, bei 14,4 Prozent aber sogar schlechter geworden.

Auslandsnachfrage wird weiter zunehmen

Für einige Unternehmen ist für das zweite Halbjahr 2010 eine „sehr positive Entwicklung absehbar“. Für diesen Zeitraum erwarten 53 Prozent eine stabile Geschäftslage, 40 Prozent rechnen mit einer weiteren Verbesserung. Konkret melden die Unternehmen eine Zunahme der Auslandsnachfrage – besonders in Asien werden wieder bessere Exportchancen erwartet.

Der richtige Aufschwung soll dann 2011 kommen: 59 Prozent der Befragten erwarten dann eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, nur 7 Prozent fürchten, es könne für sie schlechter laufen als 2010.

Trotz der insgesamt optimistischen Stimmung, wird vereinzelt Zurückhaltung geäußert: Entwicklungen, heißt es, seien schwer vorherzusehen, Überraschungen nicht ausgeschlossen. Als Risiken, die den Aufschwung verzögern könnten, nennen die Unternehmen Liquiditätsengpässe und Unwägbarkeiten bei der Kaufkraft, die den Absatz von Produkten bremsen könnten.

Für das ein oder andere Unternehmen kam die Konjunkturerholung schlicht zu spät, um es vor der Insolvenz zu bewahren. Manch einem hat die Krise aber auch neue Marktchancen eröffnet: So verkauften sich Technologien, die den Kunden Kosten sparen helfen, während der Krise teilweise sogar sehr gut.

Mit der Befragung hat IVAM im Juli 2010 1125 überwiegend kleine und mittlere Unternehmen der Mikrotechnik, Nanotechnik und Neuen Materialien in Deutschland angesprochen. Die Antworten von 115 Geschäftsführern oder Projektleitern wurden für die Auswertung herangezogen.

Grafiken zur Datenerhebung können unter
http://www.ivam-research.de heruntergeladen werden.

Mona Okroy | idw
Weitere Informationen:
http://www.ivam-research.de

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