Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der deutsche Arbeitsmarkt und die Globalisierung

22.03.2013
Wirtschaftswissenschaftler der Universität Freiburg koordiniert Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Welche Auswirkungen haben die ökonomischen, technologischen und demografischen Entwicklungen in der globalisierten Welt auf den Arbeitsmarkt in Deutschland? Ist der Arbeitsmarkt in Deutschland besser gegen wirtschaftliche Krisen gewappnet als in anderen Staaten?

Mit diesen Fragen befasst sich ein neues Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit dem Titel „The German Labor Market in a Globalized World: Challenges through Trade, Technology and Demographics (Der deutsche Arbeitsmarkt in einer globalisierten Welt: Herausforderungen durch Handel, Technologie und Demografie)“.

Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Bernd Fitzenberger, Ph.D. von der Universität Freiburg koordiniert das fächerübergreifende Programm, an dem sich Expertinnen und Experten aus den Wirtschaftswissenschaften und der Soziologie beteiligen. Zur Initiatorengruppe zählen neben Fitzenberger die Professorinnen und Professoren Gerard van den Berg, Universität Mannheim, Christian Dustmann, University College London, Markus Gangl, Goethe-Universität Frankfurt, Kornelius Kraft, Technische Universität Dortmund, Patrick Puhani, Leibniz-Universität Hannover, und Alexandra Spitz-Oener, Humboldt-Universität zu Berlin. Für das Programm wurden bei der DFG für die erste, drei Jahre dauernde Förderphase von 2014 an insgesamt mehr als fünf Millionen Euro beantragt.

Ausgangsszenario für das neue Schwerpunktprogramm ist die gegenwärtige Rezession: Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt trotz der Wirtschaftskrise stabil, während in anderen Staaten die Arbeitslosigkeit steigt. Dieser Befund fordert die traditionelle Sicht heraus, dass insbesondere die Arbeitsmärkte angelsächsischer Staaten flexibler und damit widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen wirtschaftlicher Krisen sind. Stattdessen scheint Deutschland Vorbild zu werden: aufgrund der geringen Jugendarbeitslosigkeit, der praxisorientierten Berufsausbildung und einer wettbewerbsfähigen Industrie.

In dem Programm wollen international herausragende Forscherinnen und Forscher gemeinsam untersuchen, wie sich Arbeitsmärkte in Europa und speziell in Deutschland auf globale Entwicklungen besser einstellen können. Ein tieferes Verständnis dieser Entwicklungen ist die Voraussetzung für eine Politik, die den Rahmen dafür schafft, Menschen besser für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren – unabhängig vom Alter, Geschlecht oder Familienstand. Außerdem können die Erkenntnisse dazu beitragen, Maßnahmen der Bildungs-, Gesundheits-, Einwanderungs- und Sozialpolitik besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes abzustimmen. Die Unternehmensperspektive sowie bildungswissenschaftliche und psychologische Aspekte sollen in die Untersuchungen einbezogen werden.

Die DFG hat in diesem Jahr aus 61 eingereichten Konzepten 13 Schwerpunktprogramme ausgewählt, die sie in den kommenden Monaten einzeln ausschreibt. Die eingehenden Förderanträge prüft sie auf ihre wissenschaftliche Qualität und ihren Beitrag zum jeweiligen Hauptthema. Die Programme sollen im Jahr 2014 ihre Arbeit aufnehmen. Die Laufzeit beträgt in der Regel sechs Jahre.

Kontakt:
Prof. Bernd Fitzenberger, Ph.D.
Empirische Wirtschaftsforschung und Ökonometrie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-2332
E-Mail: bernd.fitzenberger@vwl.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | Uni Freiburg im Breisgau
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null
18.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht WSI-Tarifarchiv: Tariflöhne und -gehälter 2016: Reale Steigerungen von 1,9 Prozent
05.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie