Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Crowdfunding: Potenziale für Unternehmen noch unentdeckt

29.04.2014

Erfolg bei Crowdfunding hängt oftmals von einer aktiven Online-Kommunikation, einer geeigneten Finanzierungssumme und einer strategisch durchgeplanten Kampagne ab. Dann können Unternehmen neben dem monetären Aspekt von zahlreichen weiteren Mehrwerten profitieren. Zukünftige Produkte und Dienstleistungen können bereits beworben und vorverkauft werden, potenzielle Zielgruppen ausgelotet und Marktbedürfnisse abgeschätzt werden.

Ob ein ergonomischer Bürostuhl, Kufen für Rollstühle im Schnee oder eine Espressomaschine für das neue Ladengeschäft: Crowdfunding bietet Unternehmen neue Chancen. Da Crowdfunding in der Schweiz bislang kaum adressiert wurde, hat ein Team von Forschenden des Schweizerischen Instituts für Entrepreneurship SIFE der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur untersucht, wie die Plattformen in der Schweiz funktionieren, was den Erfolg von Projekten ausmacht und warum es gerade auch für Unternehmen zahlreiche Mehrwerte bietet.


Mehrwerte durch Crowdfunding für Unternehmen

(Quelle: Beier/Früh/Wagner 2014)

«Gerade für Unternehmen bietet es sich an, ein neues Projektvorhaben in Form eines Produkts oder einer Dienstleistung auf einer Crowdfunding-Plattform zu platzieren», betont Projektleiterin und Co-Autorin Wagner. Die Mehrwerte, die sich dadurch ergäben, sind vielfältig. Unternehmen können gezielt eine Online-Community aufbauen und erweitern, Werbung und PR für das neue Produkt lancieren, potentielle Kundenbedürfnisse ausloten und Impulse für Produktverbesserungen aus der «Crowd» generieren. Nicht zuletzt können Produkte und Dienstleistungen vorab verkauft werden, bevor Herstellungskosten anfallen.

Das Alles-oder-Nichts-Prinzip
Die meisten Plattformen folgen dabei dem Alles-oder-Nichts-Prinzip: Nur wenn das Projekt die Finanzierungssumme erreicht oder überschreitet, wird das Geld ausgezahlt. «Wer vorab die Finanzierungssummen von vergleichbaren Projekten prüft und einen realistischen Betrag wählt, gute Online-PR betreibt und die gesamte Kampagne strategisch aufsetzt und durchplant, erhöht seine Erfolgschancen deutlich», so Wagner.

Die Erfolgsquote von Projekten liegt beispielsweise auf der Schweizer Crowdfunding-Plattform 100 Days bei knapp 50%. Die erfolgreichen Projekte konnten in dieser Plattform jeweils bis über 70 Geldgeber gewinnen. Dabei ist der Erfolg von vielen Faktoren abhängig. Beispielsweise ist es besonders wichtig eine geeignete Finanzierungssumme zu wählen, die auf der einen Seite signalisiert, dass das Geld ausreicht, um ein Projekt zu realisieren und gleichermassen nicht zu hoch ist, um unrealistisch oder unfair zu erscheinen. Darüber hinaus tragen flankierende Massnahmen der Online-Kommunikation wie z.B. regelmässige Projektupdates, ein Video zum Projekt sowie eine Homepage des Projektbetreibers auch massgeblich zum Erfolg bei.

Der vollständige Forschungsbericht «Crowdfunding für Unternehmen - Plattformen, Projekte und Erfolgsfaktoren in der Schweiz» steht weiter unten im Download-Bereich zur Verfügung. Weitere Informationen zum Schwerpunkt «Gründen und Wachsen» sind auf der Webseite zu finden.

Weitere Auskünfte:
Wagner Kerstin, Prof., Dr.
Tel. +41 (0)81 286 39 82
Fax +41 (0)81 286 39 51
kerstin.wagner@htwchur.ch


Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur
Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur mit ihren rund 1600 Studierenden ist eine regional verankerte Hochschule mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Sie bietet Bachelor-, Master- und Weiterbildungsstudiengänge in den Disziplinen «Bau», «Informationswissenschaft», «Management», «Multimedia Production», «Technik» sowie «Tourismus» an. Die HTW Chur betreibt in allen Fachbereichen angewandte Forschung und Entwicklung, führt Beratungen durch und bietet Dienstleistungen an. Die gesamte Hochschule ist ISO 9001:2008 zertifiziert. Die HTW Chur ist seit dem Jahr 2000 Teil der FHO Fachhochschule Ostschweiz. Bereits 1963 begann aber die Geschichte der Hochschule mit der Gründung des Abendtechnikums Chur.

Weitere Informationen:

http://'http://www.htwchur.ch/management/institut-sife/schwerpunkt-gruendung-und... - Schwerpunkt Gründen und Wachsen'

Flurina Simeon | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Indikator: Keine Rezessionsgefahr, keine Anzeichen für konjunkturelle Überhitzung
19.02.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer auf Rekordstand
29.01.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics