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China wächst trotz Krise stärker als gedacht

18.06.2009
Weltbank schraubt Prognose nach oben - Konjunkturprogramme wirken

Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognose für China für dieses Jahr von zuletzt 6,5 auf nunmehr 7,2 Prozent angehoben.

So geht die Institution davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt Chinas vor allem durch das zu Beginn des Jahres in Aussicht gestellte 590 Mrd. Dollar schwere Konjunkturprogramm positive Wirkungen entfalten wird.

Trotz des Optimismus sei es wegen der Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise jedoch noch verfrüht zu sagen, ob eine anhaltende stabile Erholung tatsächlich zu erwarten sei, teilte die Behörde bei der Präsentation ihres aktuellen Quartalsberichts in Peking mit.

"Die Prognose der Weltbank halte ich für realistisch. Das Land investiert antizyklisch in den langfristigen Ausbau seiner Infrastruktur, den Kraftwerkausbau, die Umwelt sowie Bildung. Außerdem kann man es sich nicht leisten, den Standort schlecht zu reden. Schließlich ist man von Exporten und hohen Direktinvestitionen abhängig", sagt die Wirtschaftswissenschaftlerin und China-Expertin Ulrike Reisach gegenüber pressetext. Laut der Fachfrau betreibt das Land auch Politmarketing, um die Wirtschaft fernab des aktuellen Programms zur Ankurbelung der Konjunktur zu stützen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090305026/).

Diese Einschätzung bestätigt sich mit Blick auf die langfristigen Prognosen der Weltbank bis 2010. Die internationale Institution prognostiziert, dass das chinesische Bruttoinlandsprodukt dann um 7,7 Prozent wachsen wird. Die Regierung der kommunistischen Volksrepublik hält dagegen weiter an ihrer ambitionierten Prognose von acht Prozent fest. Allein die Staatsmittel würden bis Jahresende für ein Wachstum von rund sechs Prozent sorgen, gab Weltbank-Ökonom Louis Kuijs bekannt. Bereits in der vergangenen Woche wies Weltbank-Chef Robert Zoellick darauf hin, dass Chinas Wachstum die Welt aus der aktuellen Krise führen werde.

"Dass es das Land mit seinen hohen Investitionen ernst meint, lässt sich auch an der Vergabe von Infrastrukturprojekten an Hightech-Konzerne wie Siemens oder Vossloh beim Ausbau des Bahnbereichs feststellen", so Reisach, die auch an der Fachhochschule Neu-Ulm http://www.hs-neu-ulm.de International Management lehrt, auf Nachfrage von pressetext. Erst am Dienstag konnte sich der deutsche Verkehrstechnikriese Vossloh den Zuschlag für einen chinesischen Großauftrag im Wert von 170 Mio. Euro sichern (pressetext berichtete: http://pressetext.at/news/090616043/). Auch bei den Banken ist eine allmähliche Erholung in Sicht. Offiziellen Angaben nach verliehen sie in den ersten fünf Monaten 2009 soviel Geld, wie die Behörden eigentlich für das Gesamtjahr geschätzt hatten.

Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.worldbank.org

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