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China auf bestem Weg zum globalen Vorreiter im Bereich Innovation

06.10.2010
Ab 2011 wird China die meisten Patente weltweit besitzen. Dies legt eine ausführliche Analyse der globalen Patentsituation nahe, die heute von der Thomson Reuters-Tochter IP Solutions veröffentlicht wurde.

Das prognostizierte Wachstum der chinesischen Patentaktivität basiert auf einer Analyse sämtlicher Erstanmeldungen für Patente in China, Europa, Japan, Korea und den USA. Das Gesamt-Patentvolumen China verzeichnete zwischen 2003 und 2009 eine jährliche Wachstumsrate von 26,1 Prozent, während der grösste Konkurrent, die USA, eine Wachstumsrate von 5,5 Prozent erzielen konnte.

Die in diesem Jahr zum zweiten Mal durchgeführte Studie von Thomson Reuters lässt darauf schliessen, dass China sowohl Japan als auch die Vereinigten Staaten hinsichtlich der Anzahl von Patentanmeldungen bis 2011 hinter sich lassen wird - und somit bereits ein Jahr früher, als in der ersten, 2008 veröffentlichten Studie prognostiziert wurde. Mithilfe zahlreicher Kennzahlen untersucht die Studie "Patented in China II: The Present and Future State of Innovation in China" (Patentiert in China: Gegenwart und Zukunft der aus China stammenden Innovationen) die weltweiten Patentanmeldungen bzw. -erteilungen und etabliert so ein Innovationsbarometer , das einen Einblick in die chinesische Innovationswirtschaft bieten soll.

Neben der prognostizierten Zunahme der Patente untersucht die Studie auch, wie sich die Gesamtheit dieser Patente im Vergleich zu anderen Ländern zusammensetzt, d. h. Patentanmeldungen aus dem Inland bzw. Ausland, Technologiebereiche der Patente, Einbeziehung von Regierung/Politik sowie eine Gegenüberstellung von Quantität und Qualität der Patente. Nachfolgend sind einige der wichtigsten Ergebnisse der Studie aufgeführt:

- Expansion durch Patente: Zwar sind die Innovationen der einheimischer
Unternehmen hauptverantwortlich für den chinesischen Patentboom, doch
auch im Ausland nehmen die chinesischen Schutzanmeldungen zu. Zwischen
2007 und 2008 betrug die Wachstumsrate der chinesischen
Patentanmeldungen in Europa, Japan und den USA jeweils 33,5 Prozent,
15,9 Prozent bzw. 14,1 Prozent.
- Innovationsförderung durch die chinesische Regierung:
Innovationsanreize der Regierung, Steuervorteile für Forschungs- und
Entwicklungstätigkeit, das Versprechen des chinesischen
Premierministers Wen Jiabaos, China in eine innovationsorientierte
Wirtschaft zu verwandeln, sowie besondere Arten von Schutzrechten (wie
Gebrauchsmuster) tragen dazu bei, dass China auf dem Weg zur
Innovationsspitze immer schneller vorankommt.
- Verlagerung von Landwirtschaft zu High Tech: Die Veränderung der
chinesischen Wirtschaft geht mit einer umfassenden Verlagerung der
Patentanmeldungen einher: landwirtschaftsbezogene Innovationen aus dem
Bereich der Lebensmittelproduktion wachsen wesentlich langsamer als
hochtechnologische Innovationen. Bei den chinesischen Patentanmeldungen
im Inland verzeichnete der Bereich digitale Computer zwischen 1998 und
2008 einen Zuwachs von 4.861 Prozent, während der Anstieg bei
Naturprodukten und Polymeren im selben Zeitraum mit 552 Prozent
wesentlich bescheidener ausfiel.
- Alternative Schutzrechte in China - Gebrauchsmuster:
Bei etwa der Hälfte aller 2009 angemeldeten chinesischen Patente
handelt es sich um Gebrauchsmuster, nämlich eine deutlich lockerere,
erschwinglichere Form von Schutzrechten, die 10 Jahre lang gültig sind
(gegenüber 20 Jahren bei Patenten für Erfindungen). Die Nutzung dieser
Form von Schutzrechten hat in China seit 2001 jährlich um 18 Prozent
zugenommen. Auch für ausländische Schutzrechtsanmeldungen in China
könnte diese Strategie äusserst vorteilhaft sein.
- Qualitativ hochwertigere Patente: Trotz der zunehmenden Nutzung von
Gebrauchsmustern verbessern sich die chinesischen Patente in
qualitativer Hinsicht langsam aber sicher. Zu diesem Schluss kommt die
Analyse von Thomson Reuters. Im Rahmen der Analyse wurde das Verhältnis
zwischen allen Patentanmeldungen für Erfindungen und der Anzahl der
Patenterteilungen Untersucht. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass die
Qualität Kontinuierlich zunahm.
Die Daten dieses Berichts wurden mithilfe der Datenbank Derwent World Patents Index(R)(DWPI(SM)) von Thomson Reuters zusammengestellt. Hierbei handelt es sich um die vertrauenswürdigste Quelle für globale Patentinformationen mit fachkundig indizierten Datensätzen, erweiterten Titeln und umfassenden Kurzbeschreibungen, die einen tieferen Einblick in die Patentforschung ermöglicht.
Der vollständige Bericht "Patented in China II: The Present and Future State of Innovation in China" steht unter folgender URL zur

Verfügung: http://ip.thomsonreuters.com/chinapatents2010/index.html.

Informationen zu Thomson Reuters

Thomson Reuters ist die weltweit wichtigste Quelle für intelligente Informationen für Unternehmen und Fachleute. Wir vereinen Branchenkenntnis mit innovativer Technologie und stellen führenden Entscheidungsträgern aus den Bereichen Finanzen, Recht, Steuern und Buchhaltung, Gesundheitsfürsorge, Wissenschaft und Medien relevante Informationen zur Verfügung - all dies mit der Unterstützung der vertrauenswürdigsten Nachrichtenagentur der Welt.

Thomson Reuters ist in New York ansässig und unterhält bedeutende Niederlassungen in London und Eagan im US-Bundesstaat Minnesota. Das Unternehmen beschäftigt 55.000 Mitarbeiter und ist in mehr als 100 Ländern tätig.

Laura Gaze | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.thomsonreuters.com

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