Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BGA-Umfrage: Dienstleister lassen sich nicht entmutigen - Wachstumsmotor trotz Krise in Europa

29.08.2012
"Die aktuellen Debatten um die Staatsschulden in Griechenland und anderen Staaten Südeuropas verunsichern die Dienstleistungsunternehmen und schlagen auf die Stimmung durch. Ein Großteil des Optimismus ist verflogen. Jedoch lassen sie sich nicht entmutigen! Die wirtschaftliche Einschätzung gibt nach, bleibt aber klar positiv. Entscheidend hierfür ist, dass auch immer mehr Dienstleister ihre Chancen auf den Weltmärkten nutzen." Dies erklärte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), heute in Berlin anlässlich der Vorstellung der dritten Dienstleistungs-Umfrage, die der BGA gemeinsam mit dem Verband der Vereine Creditreform (Creditreform) im Juli unter 3.000 Unternehmen durchgeführt hat.

Unternehmensnahe Dienstleister - hierbei handelt es sich um Unternehmen, die Dienstleistungen für Geschäftskunden erbringen - sind schon heute einer der größten Arbeitgeber im Lande und erwirtschaften über 80 Prozent des Umsatzes im gesamten Dienstleistungssektor.

Für den Erfolg der Deutschland AG sind Informationstechnologien, Finanzdienstleistungen, Gebäudemanagement, Logistik, Services sowie Marketing und Medien von besonderer Bedeutung. Diese Dienstleistungsunternehmen spiegeln gut die aktuelle Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft insgesamt wider, weil sie unmittelbar an der Entwicklung ihrer Kunden quer durch alle Branchen hängen. Zugleich sind sie ein stabilisierender Faktor, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Dienstleistungsklima: Lage robust - Stimmung getrübt Der Dienstleistungs-Klimaindikator liegt nun bei rund 130 Punkten. Er hat damit fast 10 Prozent verloren. Sowohl die Lagebewertung als auch die Bewertung der künftigen Entwicklung haben gleich gerichtet eingebüsst. Die Geschäftslage ist von 139 Punkten um 10 Zähler auf 129 Punkte abgesunken. Die Geschäftserwartungen haben sich geringfügig stärker abgeschwächt. Sie sind um 13 Punkte auf 132 Punkte gesunken.

"Die Stimmung bei den Dienstleistungsunternehmen ist auf den Stand unmittelbar nach Überwindung der Krise zurückgefallen. Zwar bleibt der Indikator positiv, allerdings rechnen die Dienstleister damit, dass es wirtschaftlich verhaltener zugehen wird", so Professor Dr. Helmut Rödl, Aufsichtsrat der Creditreform AG.

Konkret erwarten BGA und Creditreform, dass in 2012 die Umsätze um 2 Prozent auf über 721 Milliarden Euro steigen. Dazu hat die Nachfrage der übrigen Wirtschaftszweige nach Dienstleistungen unter anderem für Beschaffung, Vertrieb, Marketing und Finanzierung beigetragen. Auch für das nächste Jahr 2013 wird mit einem leichten Anstieg um etwa 2 ¼ Prozent auf 737 Milliarden Euro gerechnet.

Basis für diese Einschätzung ist ein gesamtwirtschaftliches Wachstum von etwa 0,8 Prozent in diesem Jahr und knapp über ein Prozent im nächsten Jahr 2013. Die Beschäftigung wird in diesem Jahr mit 7,2 Millionen Arbeitnehmern einen neuen Höchststand erreichen.

Allerdings wird erwartet, dass der Beschäftigungsaufbau im Dienstleistungssektor an Fahrt verliert.

Megatrend Dienstleistungsexport

"Die Dienstleister sehen sich großteils gut aufgestellt und wettbewerbsfähig. Zwei von fünf Unternehmen können sich mit ihren Dienstleistungen gut behaupten und ein weiteres Fünftel glaubt sich so gut aufgestellt, dass sie für ihre Dienstleistungen neue Märkte im Ausland suchen. Sie stellen sich der "Globalisierung". Die Dienstleister diversifizieren - nicht nur strukturell, sondern auch regional. Schwerpunkt für neun von zehn exportierenden Dienstleistern ist Europa, was auch für diesen Sektor die Relevanz des Euro unterstreicht", so Rödl.

"Der "klassische" Warenexport von Gütern wird ergänzt um eine weitere Säule, den Export von Dienstleistungen, die nicht mehr nur um die exportierten Waren gruppiert sind, sondern wie beispielweise im Facility Management eigenständige Leistungen darstellen. Damit bekommt die deutsche Wirtschaft ein zweites Standbein in der Globalisierung. Heute stehen wir mit dem Export von Dienstleistungen dort, wo wir vor etwa zwanzig bis dreißig Jahren mit dem Güterexport waren. Dabei profitieren die Dienstleister vom guten Ruf der Produkte 'made in Germany'" ergänzte Börner.

Das gravierendste Problem für den Export von Dienstleistungen sehen die Unternehmen in den vielfältigen Bürokratiehürden und in der Administration. Für zwei von drei Dienstleistern ist dies das Hauptproblem. Noch besonders relevant sind rechtliche Regelungen und juristische Verfahren. Angemahnt werden weitere Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die zugleich auch einen Impuls für die Stärkung der Binnenkonjunktur setzen.

"Was wir derzeit von vielen Seiten an Konjunkturpessimismus wahrnehmen, ist Jammern auf hohem Niveau. Die Situation ist besser als ihr Ruf! Und ich bin - im Einklang mit unseren Unternehmern - überzeugt: wir werden auch nicht abstürzen. 2009 wird sich nicht wiederholen. Die Entwicklung wird flacher verlaufen. Unserer Einschätzung nach liegt vor uns eine konjunkturelle Delle - keine Rezession, aber eben auch kein Boom. Die Politik muss weiter daran arbeiten, dass die Krisen nicht zu einem dauerhaften Vertrauensverlust in politisches Handeln, in die Europäische Union und den Euro führen. Dann kann auch die Wirtschaft wieder stärker Fahrt aufnehmen!", so Börner abschließend.

Pressekontakt:
Ansprechpartner:
André Schwarz
Pressesprecher
Telefon: 030/ 59 00 99 520
Telefax: 030/ 59 00 99 529

André Schwarz | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bga.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen