Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beschäftigungsmotor Dienstleistung wieder angesprungen

26.08.2010
"Wachstum und Beschäftigung der unternehmensnahen Dienstleister sind wieder klar aufwärts gerichtet. Die Unternehmen profitieren von der wieder anziehenden Konjunktur in Deutschland. Was mindestens genauso wichtig ist: Sie sind für die Zukunft gut gerüstet und rechnen mit einem anhaltenden Wirtschaftsaufschwung über das Jahr 2010 hinaus." Dies erklärte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), heute in Berlin anlässlich der Vorstellung der ersten Dienstleistungs-Umfrage, die der BGA gemeinsam mit dem Verband der Vereine Creditreform (Creditreform) unter 3.000 Unternehmen durchgeführt hat.

Unternehmensnahe Dienstleister - dabei handelt es sich um Unternehmen, die Dienstleistungen für Geschäftskunden erbringen - sind schon heute einer der größten Arbeitgeber im Lande. Deren rund sechs Millionen Beschäftigte erwirtschaften einen Umsatz von knapp 600 Milliarden Euro - das entspricht über 80 Prozent des Umsatzes im gesamten Dienstleistungssektor (840 Milliarden Euro im Jahr 2008).

Und vor allen Dingen: Sie sind der Jobmotor der Zukunft:
Arbeitsmarktexperten trauen diesen Unternehmen einen Zuwachs um weitere 1,5 Millionen Beschäftigte zu bis zum Jahr 2025. Damit steigt der Anteil an der Gesamtbeschäftigung um vier Prozentpunkte auf dann

18 Prozent - während der Anteil der Industrie um über zwei Prozentpunkte auf 16 Prozent sinkt.

Erstmals bietet die BGA-Wirtschaftsanalyse des unternehmensnahen Dienstleistungsbereichs, die gemeinsam mit Creditreform erstellt wurde, ein bundesweites Bild zur Lage und den Erwartungen dieses rasant an Bedeutung gewinnenden Wirtschaftsbereiches. Für den Erfolg der Deutschland AG sind Informationstechnologien, Finanzdienstleistungen, Gebäudemanagement, Logistik, Services sowie Marketing und Medien von besonderer Bedeutung.

Der erstmals erhobene Dienstleistungs-Klimaindikator zeigt, dass auch die unternehmensnahen Dienstleister von der Krise voll erfasst wurden. Sie kommen jedoch rasch und mit Dynamik aus der Krise. Der Klimaindikator erreicht einen Wert von 134,6 Punkten. Die Geschäftslage ist um 17 Punkte auf 128 Punkte angestiegen, liegt aber noch acht Punkte unter dem Wert im Boom-Jahr 2008. Bei den Geschäftserwartungen sind die Unternehmer noch optimistischer. Diese liegen bei 141 Punkten und damit deutlich über der Lagebeurteilung. Bei der Betrachtung der Lagebeurteilungen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Dienstleistungsbereichen. Für alle gilt, dass die Bewertung der zukünftigen Lage deutlich über der aktuellen Lagebewertung liegt.

Im Jahr 2009 sind die Umsätze der unternehmensnahen Dienstleistungsunternehmen von 595 Milliarden Euro (2008) um 65 Milliarden Euro auf 530 Milliarden Euro eingebrochen. BGA und Creditreform rechnen für 2010 mit einem Umsatzanstieg um rund neun Prozent auf 576 Milliarden Euro und für 2011 mit einem weiteren Anstieg um etwas über sechs Prozent auf 612 Milliarden. Auch die Beschäftigung dürfte sich nach einem geringen Rückgang um weniger als ein Prozent im Jahr 2009 auf knapp unter 5,7 Millionen in diesem Jahr mit einem Zuwachs auf gut 5,9 Millionen Beschäftigte ebenfalls erfreulich entwickeln.

Drei von vier befragten Unternehmen haben in der jüngsten Vergangenheit Personal gesucht. Ein Viertel dieser Unternehmen konnte seinen Bedarf jedoch nicht decken. Hauptursache ist die mangelnde Qualifikation des gesuchten Personals. Dazu Börner: "Es wird immer von den fehlenden Hochqualifizierten gesprochen, die wirkliche Problemgruppe sind jedoch Jugendliche, denen es an den elementaren Voraussetzungen fehlt. Die Bildungspolitik sollte diese Themen daher stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Deutschland AG bietet jedem, der etwas gelernt hat und leistungsbereit ist, eine Karrierechance!"

Gerade im Aufschwung sind Finanzierungsfragen Dreh- und Angelpunkt dafür, dass Wachstumspotenziale auch erschlossen werden können, so auch für die unternehmensnahen Dienstleister. 33 Prozent der Unternehmen vertreten die Auffassung, dass europäische Unternehmen, speziell deutsche Mittelständler, eine von US-Agenturen unabhängige Bewertungsmöglichkeit benötigen. "Die Politik in der Europäischen Union ist daher gefordert mit der Finanz- und Realwirtschaft die Gründung von europäischen Rating-Agenturen weiter voranzutreiben, die die spezifischen Interessen der vom Mittelstand geprägten Wirtschaft in Europa aufnimmt. Wir wollen, dass der Mittelstand adäquat mit Kapital versorgt werden kann", so Professor Dr. Helmut Rödl, Mitglied des Vorstandes von Creditreform.

"Die unternehmensnahen Dienstleister haben in der Krise ihr Potenzial zur Beschäftigungsstabilisierung unter Beweis gestellt. Nun unterstreichen sie mit ihrem schnellen Stimmungsaufschwung, und mit ihren Zielen, Investitionen und Kapazitäten vorausschauend auszuweiten, dass mehr in ihnen steckt. Wir bauen darauf, dass die Politik dies erkennt und ihre politischen Maßnahmen über "klassische" Wirtschaftssektoren hinaus auch stärker auf Wirtschaftszweige wie die unternehmensnahen Dienstleistungsunternehmen ausdehnt, die sich zum Wachstumsträger und Beschäftigungsmotor entwickeln", so Rödl abschließend.

André Schwarz | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bga.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht KMU suchen die finanzielle Unabhängigkeit
25.05.2018 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

nachricht Produktiver und attraktiver Montage­arbeits­platz
24.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics