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Roland Berger Strategy Consultants und die IHK der Europäischen Union in China stellen Geschäftsklima-Index vor

26.11.2007
  • 69 Prozent der europäischen Unternehmen wollen in den kommenden zwei Jahren ihre Investitionen in China erhöhen
  • Mangelnder Schutz geistigen Eigentums, Intransparenz und widersprüchliche Gesetze zählen noch immer zu den größten Investitionshemmnissen in China
  • Mitarbeitergewinnung und -bindung bleibt eine Herausforderung
  • 76 Prozent aller befragten Unternehmen erzielen Gewinn oder arbeiten kostendeckend; 82 Prozent der unprofitablen Unternehmen gehen davon aus, innerhalb von drei Jahren Gewinne zu erzielen
  • Über 50 Prozent der europäischen Unternehmen bezweifeln, dass die Verpflichtungen der Welthandelsorganisation (WTO) erfüllt werden

Die Industrie- und Handelskammer der Europäischen Union in China hat ihren jährlichen Geschäftsklimaindex veröffentlicht, den sie zusammen mit Roland Berger Strategy Consultants erstellt hat. Für die Erhebung wurden über 200 in China tätige europäische Unternehmen befragt.

Kernergebnisse des Geschäftsklimaindex

Über 80 Prozent der befragten Unternehmen engagieren sich in erster Linie in China, um einen Markt- und Kundenzugang zu erlangen.

Zudem planen 69 Prozent der europäischen Unternehmen in den kommenden zwei Jahren höhere Investitionen in China. Gleichzeitig sind sie bereit, in Forschungs- und Entwicklungszentren zu investieren. Als Vehikel für ihre China-Aktivitäten nutzen EU-Unternehmen vorzugsweise 100-prozentige Tochtergesellschaften.

Zu ihrer Geschäftssituation befragt, gaben 76 Prozent der Unternehmen an, dass sie Gewinne erzielen oder zumindest kostendeckend arbeiten. 82 Prozent der unprofitablen Unternehmen gehen davon aus, dass sie innerhalb der nächsten drei Jahre Gewinne erzielen werden.

Darüber hinaus verlagern Unternehmen ihre Vertriebs- und Servicezentren zunehmend von Großstädten in kleinere Zentren. 73 Prozent der Befragten bewerten ihre Wachstumsperspektiven optimistisch.

Probleme der Unternehmen

Viele befragte Unternehmen sind jedoch besorgt über den Fachkräftemangel sowie über Umweltprobleme und den unzulänglichen Schutz geistigen Eigentums. Sie erwarten vom chinesischen Staat, dass er intensiver versucht, diese Probleme zu lösen. Diese Faktoren zählen zu den größten Investitionshemmnissen in China.

Zudem steigen die Arbeitskosten um zehn Prozent pro Jahr, und das Top-Management geht nicht so schnell in chinesische Hände über wie erwartet. Über 50 Prozent der europäischen Unternehmen bezweifeln, dass die WTO-Verpflichtungen erfüllt werden, wie etwa der Abbau von Import- und Exportzöllen, die Lockerung der Beschränkungen für ausländische Firmen auf dem chinesischen Markt oder der Abbau von Benachteiligungen ausländischer Firmen gegenüber Staatsfirmen.

Jörg Wuttke, Präsident der Kammer: "Die europäischen Unternehmen sind auch bei zunehmendem Wettbewerb erfolgreich. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich der Fokus trotz eines anhaltend schwierigen regulatorischen Umfelds auf den Aufbau von F&E-Anlagen und den Ausbau der Investitionen verlagert. Die Europäer könnten noch besser für ihre chinesischen Kunden da sein, wenn sich der intransparente und widersprüchliche Staatsapparat verbessern würde."

Charles-Edouard Bouée, Managing Director bei Roland Berger Strategy Consultants, hebt hervor, dass europäische Unternehmen insgesamt ihre Zukunft in China optimistisch beurteilen. "Viele der befragten Unternehmen sind zwar weniger so profitabel, als sie erwartet hatten. Aber sie sind sicher, innerhalb der nächsten drei Jahre die Gewinnzone zu erreichen. Das entspricht im Kern der Erfahrung unserer europäischen Klienten. Ihr Optimismus beruht im wesentlichen auf der anhaltenden Stärke der chinesischen Wirtschaft und dem damit einhergehenden Anstieg des Konsums."

Michael O'Sullivan, Generalsekretär der Kammer: "Der Geschäftsklimaindex zeigt die Probleme und Ansichten europäischer Unternehmen in China. Dieses Jahr finden wir viele der Sorgen bestätigt, die wir in unserem jährlichen Positionspapier im September aufgeworfen haben. Der Index ist für Regierungen in Europa und China von Interesse."

Der Geschäftsklimaindex 2007 wird der Regierung und den Aufsichtsbehörden in China vorgelegt. Er wird auch an die Europäische Kommission, die EU-Mitgliedsstaaten und an zahlreiche Organisationen und Unternehmen in China und Europa übermittelt.

Die Erhebung ist unter folgendem Link abrufbar: http://www.europeanchamber.com.cn/events/news.php?id=480

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 33 Büros in 23 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 1.700 Mitarbeiter haben im Jahr 2006 einen Honorarumsatz von rund 555 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 150 Partnern.

Stefan Schüßler | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.europeanchamber.com.cn/events/news.php?id=480
http://www.rolandberger.com

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