Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW-Mittelstandspanel 2007: Kleine und mittlere Unternehmen im Konjunkturhoch / Defizite bei Innovationen

14.11.2007
Der Konjunkturaufschwung des Jahres 2006 hat den Mittelstand in seiner gesamten Breite, also auch die kleinen, binnenmarktorientierten Unternehmen, erfasst: Das Investitionsvolumen kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland ist gegenüber 2005 um 11 Mrd. EUR auf 193 Mrd. EUR angewachsen. Für das Jahr 2007 ist ein weiteres Plus zu erwarten. Zu diesem positiven Ergebnis kommt das KfW-Mittelstandspanel 2007.

Defizite ermittelte die repräsentative Befragung allerdings hinsichtlich der Innovationstätigkeit im Mittelstand, dem diesjährigen Schwerpunktthema des Panels. Zwar wuchs der Anteil der Unternehmen, die erfolgreich Produkt- oder Prozessinnovationen eingeführt haben, im Jahr 2006 auf 43% an (2002: 38 %), allerdings ist das Plus in erster Linie auf vermehrte Imitationen zurückzuführen. Sowohl der Prozentsatz originärer Innovatoren (d.h. Unternehmen, die echte Marktneuheiten hervorbringen) als auch der Anteil der Mittelständler, die kontinuierlich forschen und entwickeln, stagniert. Über die Jahre leicht rückläufig ist der Anteil der jungen Unternehmen, die mit hoher Intensität Forschung und Entwicklung (FuE) betreiben. Er lag im vergangenen Jahr bei 12% (2004: 13%).

Ingrid Matthäus-Maier, Sprecherin des Vorstands der KfW Bankengruppe, zeigte sich erfreut über die hohe und weiter anhaltende Investitionsbereitschaft des Mittelstands. Den Trend zu geringeren Innovationsaktivitäten vor allem junger Unternehmen hingegen bewertete sie als besorgniserregend. "Deutschland braucht mehr junge, innovative und forschende Unternehmen, die originäre Neuerungen in den Markt einführen. Denn ihre Innovationskraft ist die entscheidende Triebfeder für die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, für nachhaltiges Wachstum und für zukunftssichere Arbeitsplätze."

Auslöser der Schwäche junger Unternehmen bei FuE-intensiven Aktivitäten sind die nach wie vor hohen Hemmnisse bei der Finanzierung risikoreicher Forschungsvorhaben: Laut KfW-Mittelstandspanel erhält im Rahmen von Kreditverhandlungen fast die Hälfte der kontinuierlich forschenden Mittelständler kein Kreditangebot von der Bank.

Matthäus-Maier sieht hier sowohl die Unternehmen selbst als auch Financiers und Wirtschaftspolitik gefordert, aktiv zu werden.

"Innovative Mittelständler müssen noch offener sein für alternative Finanzierungsformen. Gleichzeitig sollte jedoch die öffentliche Hand weiter zur Stärkung der Innovationsbeteiligung beitragen. Hierbei ist eine Förderpolitik des langen Atems gerade im Bereich der technologieorientierten Gründungen notwendig, damit langfristig ausreichend neues Innovationspotenzial nachwächst." Ebenfalls vonnöten sei es darüber hinaus, das Bildungspotenzial besser auszuschöpfen und an Schulen und Universitäten mehr talentierte und qualifizierte junge Menschen auszubilden, die die Innovationen der Zukunft entwickeln könnten.

Ergebnisse des KfW-Mittelstandspanels 2007 im Überblick:

Der Anstieg des mittelständischen Investitionsvolumens im Jahr
2006 auf 193 Mrd. EUR stellt den ersten Anstieg seit Ermittlung dieser Größe im KfW-Mittelstandspanel dar (Erhebungen liegen seit

2002 vor).

134 Mrd. EUR flossen in Investitionen in neue Anlagen und Bauten und damit 6 Mrd. EUR mehr als 2005. Dies entspricht 52 % der gesamten Unternehmensinvestitionen.

2006 investierten 52% aller mittelständischen Unternehmen (2005: 40%). Auch die Kleinstunternehmen mit weniger als 5 Beschäftigten konnten ihre Investorenquote von 34% auf 47% steigern.

Der Anteil der innovativen Mittelständler wuchs von 38% im Jahr 2002 auf 43% im vergangenen Jahr. Bei den Kleinstunternehmen stieg der Anteil im gleichen Zeitraum noch deutlicher von 34% auf 41%.

Die gestiegene Innovatorenquote ist vor allem auf ein Plus bei Produktimitationen zurückzuführen. Der Anteil der Unternehmen, der kontinuierlich FuE betreibt, stagniert bei 9%. Der Prozentsatz von jungen Unternehmen mit hoher FuE-Intensität ist leicht rückläufig und lag 2006 bei 12%.

Ein Grund für die Zurückhaltung bei originären Innovationen und FuE im Mittelstand sind die nach wie vor hohen Finanzierungsrestriktionen bei der Implementierung und Umsetzung risikoreicher Innovations- und FuE-Projekte.

Innovations- und FuE-Entscheidungen sind strategische Weichenstellungen von hoher Persistenz, die bereits bei der Geschäftsaufnahme getroffen werden. So sind die Spitzentechnologieunternehmen mit hohem Engagement in FuE, die während des New Economy-Booms Ende der 90er-Jahre/Anfang 2000 auf dem Markt kamen, noch heute auf diesem Feld überdurchschnittlich aktiv.

Innovative Mittelständler erreichen einen jährlichen Beschäftigungszuwachs von 5,1% und wachsen damit um rd. 1,5%-Punkte stärker als nicht-innovative Mittelständler.

Christine Volk | presseportal
Weitere Informationen:
http:// www.kfw.de

Weitere Berichte zu: FuE KfW-Mittelstandspanel Mittelstand

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort
21.02.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das 4. Quartal 2016: Anhaltend hohes Niveau offener Stellen
21.02.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie