Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Extrem gute Jobchancen für Elektro- und IT-Ingenieure

12.11.2007
Einstiegsgehälter zwischen 38.000 und 47.000 Euro jährlich, weniger als zehn Bewerbungen für den Berufsstart und eine Auswahl von über 7.000 Stellenangeboten allein im Internet - Ingenieure haben derzeit die Qual der Wahl.

Die Kehrseite der Medaille: In Deutschland und in anderen Ländern droht der Expertenmangel die Innovationskraft zu lähmen. Um dem Ingenieurmangel mit langfristigen Strategien zu begegnen, veranstalten VDE und IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) erstmals in München eine internationale Fachtagung.

Im Gegensatz zum Gros des Arbeitsmarktes ist die Stimmung bei den jungen Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik ist durchweg positiv: Vier von fünf der Befragten beurteilen in der jetzt veröffentlichten VDE-Studie Young Professionals 2007 ihre Karriereaussichten als gut beziehungsweise sehr gut. Neun von zehn Ingenieuren sehen sich im Vergleich zu Absolventen anderer Studienfächer als "eher bessergestellt" durch ihr Studium, was nicht verwundern darf. So tun sich Elektro- und IT-Ingenieure offensichtlich leichter damit, einen beruflichen Einstieg zu finden: Knapp 80 Prozent der jungen Experten haben weniger als zehn Bewerbungen geschrieben, um eine Stelle antreten zu können. Etwa die Hälfte aller Befragten haben dabei nur ein oder zwei Vorstellungsgespräche beziehungsweise Auswahltests absolvieren müssen. Nur jeder Fünfte benötigte mehr als fünf Vorstellungsgespräche. Ein traumhaftes Szenario.

Wirklich? Wohl nur aus der individuellen Sicht des Bewerbers. So spricht VDE-Präsident Professor Dr. Josef Nossek von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU München bereits von einer globalen Herausforderung, da der akute Arbeitskräftemangel Deutschlands globale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtige. Der Experte im Klartext: „Hier konkurriert jeder mit jedem.“ Nossek zufolge zeigt sich die globale Dimension der Ingenieursfrage auch darin, dass auch die USA und Japan ihren Bedarf an Ingenieren aus eigenen Ressourcen derzeit ebenso wenig decken können wie Europa. „Dass in Deutschland derzeit mehr Elektroingenieure aus dem Berufsleben ausscheiden als Nachwuchs von den Universitäten und Fachhochschulen kommt, kommt als demographischer Faktor erschwerend hinzu,“ führt Nossek weiter aus.

... mehr zu:
»Berufsleben »VDE-Studie

Nossek zufolge beginnt eine gute Ingenieursausbildung bereits in der Schule. Es sei besorgniserregend, dass laut einer VDE-Befragung rund 80 Prozent aller Hochschullehrer bei Erstsemestern vor allem in Mathematik und Physik zunehmende Defizite registrierten. Dieses Pisa-Syndrom gefährde die Qualität der Hochschulbildung.

Generell sind die Hochschulabsolventen mit ihrer ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung zufrieden. Knapp 70 Prozent beurteilten in der vorliegenden VDE-Studie ihr Studium im Hinblick auf die Berufsvorbereitung als "gut" oder "sehr gut". Trotzdem gibt es Kritik bei der Qualität der Vermittlung von Fertigkeiten, die Young Professionals für besonders wichtig erachten: So bewerten fast 80 Prozent "anwendungsbezogenes Können" und rund 60 Prozent "Soft Skills", Fremdsprachen sowie Methoden- und Systemkompetenz als sehr wichtig für ihr Berufsleben. Aber nur jeder Zweite ist mit der hochschulischen Vermittlung von Kenntnissen in diesen Bereichen zufrieden. Insbesondere Ingenieure mit Personalverantwortung empfinden die Diskrepanzen zwischen beruflicher Anforderung und Vermittlung entsprechender Fähigkeiten im Studium als nicht ausreichend.

Rolf Froböse | Rolf Froböse
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Berichte zu: Berufsleben VDE-Studie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops