Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mittelstandskonjunktur: Aufhellung in den Neuen Laendern

23.04.2002


Berechnet wird der Indikator für drei regionale (Deutschland, West, Ost einschließlich Berlin) und vier sektorale (Verarbeitendes Gewerbe, Bau, Handel, Dienstleister) Segmente. Quellenangabe: "ogs/KfW"


KfW-Indikator zeigt jedoch im 1. Quartal insgesamt uneinheitliches Bild

Gute Nachrichten für den Mittelstand kommen diesmal aus dem Osten: Der KfW-Indikator Mittelstandskonjunktur* nahm in den Neuen Bundesländern zum zweiten Mal in folge zu, und zwar um 1,4 Punkte auf 106,1. Insgesamt kennzeichneten jedoch im 1. Quartal 2002 Licht und Schatten die wirtschaftliche Lage kleiner und mittlerer Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von maximal 50 Mio EUR. So gab der westdeutsche Index erneut nach und lag zuletzt bei 96,8 Punkten (Vorquartal: 97,9). Der Handel konnte sich von seinem vorangegangenen Allzeittief kräftig erholen (plus 3,6 Punkte auf 99,9). Das Verarbeitende Gewerbe, der Bau wie auch die Dienstleister tendierten dagegen schwächer. Über alle Branchen betrachtet verlor der deutschlandweite Gesamtindex im Vorperiodenvergleich per saldo 0,8 Zähler und notiert nun bei 97,9 Indexpunkten.

Vor allem die schwache Entwicklung des - vorwiegend in den alten Ländern konzentrierten - Verarbeitenden Gewerbes hat für die Eintrübung der mittelständischen Konjunktur gesorgt: Die konjunktursensitive Branche gab um 3,7 Indexpunkte nach und liegt nun auf dem niedrigsten Stand seit dem 4. Quartal 1997 (94,4). Dieser Rückgang ist jedoch kaum überraschend: Nachdem das Verarbeitende Gewerbe sich gegen den allgemeinen Trend bis Ende 2001 auf hohem Niveau halten konnte, lag eine Korrektur geradezu in der Luft.

Für KfW-Chefvolkswirt Dr. Norbert Irsch passen die aktuellen Ergebnisse des Indikators durchaus in das Bild eines bevorstehenden Konjunkturaufschwungs - auch im Mittelstand: "Ein uneinheitliches Bild ist für konjunkturelle Wendepunkte charakteristisch", betont er. Die Gesamtwirtschaft habe die Wende mittlerweile geschafft - vor allem Dank des wieder freundlicheren Weltwirtschaftsklimas, von dem zunächst in erster Linie die exportorientierten Großunternehmen profitieren. In diesem Jahr dürfte die Gesamtwirtschaft um rund 1 % wachsen. "Da kleinere Unternehmen im Unterschied zu den großen Firmen weit stärker auf das Inland ausgerichtet sind, hinken sie im Zyklus fast immer etwas hinterher", erläutert der Chefvolkswirt: "Auch in den beiden zurückliegenden Aufschwungphasen 1993/94 und 1996/97 haben wir dieses Muster gesehen. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass der Mittelstand spätestens im zweiten Halbjahr die konjunkturelle Talsohle hinter sich gebracht haben wird."

* Dem Indikator liegen die Angaben KfW-geförderter Unternehmen mit höchstens 500 Beschäftigten und maximal 50 Mio EUR Jahresumsatz über ihr zentrales Investitionsmotiv zu Grunde. Ein zunehmender Anteil von Unternehmen, die Geschäftsausweitungen planen, wird, ebenso wie ein rückläufiger Rationalisiereranteil, als positives Konjunktursignal gewertet. Die Antworten werden mit dem Umsatz der in dem Bezugsquartal geförderten Investoren gewichtet sowie, unter Zugrundelegung fixer Branchen- und Regionengewichte, in einen Index [2000=100] überführt. Berechnet wird der Indikator für drei regionale (Deutschland, West, Ost einschließlich Berlin) und vier sektorale (Verarbeitendes Gewerbe, Bau, Handel, Dienstleister) Segmente.

Christine Volk | ots

Weitere Berichte zu: Indikator

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt kräftig
30.10.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Klein aber Fein: Das Designhaus "Frankel" aus England

20.11.2017 | Unternehmensmeldung

Mehr Sicherheit beim Fliegen dank neuer Ultraschall-Prüfsysteme

20.11.2017 | Maschinenbau

Spin-Strom aus Wärme: Neues Material für höhere Effizienz

20.11.2017 | Physik Astronomie