Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mitgestaltungsmöglichkeiten fördern Innovationsfähigkeit von Unternehmen

01.11.2007
Nordhessische Unternehmen, die ihren Beschäftigten Mitgestaltungsmöglichkeiten einräumen sind innovativer als Unternehmen, die weniger Mitwirkungsmöglichkeiten einräumen. So lautet das Fazit einer aktuellen Umfrage der Universität Kassel, bei der über 500 nordhessische Unternehmen untersucht wurden.

Nordhessische Unternehmen, die ihren Beschäftigten Mitgestaltungsmöglichkeiten einräumen sind innovativer als Unternehmen, die weniger Mitwirkungsmöglichkeiten einräumen. So lautet das Fazit einer aktuellen Umfrage der Universität Kassel, bei der über 500 nordhessische Unternehmen untersucht wurden. Besonders im Zusammenspiel von partizipativer Arbeitsgestaltung und Wissensmanagement zeigen sich deutliche positive Effekte beim Anteil der Produkt- und Prozessinnovationen.

WissenschaftlerInnen der Fachbereiche Gesellschaftswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften sowie des Instituts für Arbeitswissenschaft forschten zweieinhalb Jahre lang im Auftrag der Düsseldorfer Hans-Böckler-Stiftung nach den Bedingungen, die Innovationen in den Unternehmen fördern. Dabei standen die Mitbestimmung durch den Betriebsrat, die Mitwirkungsmöglichkeiten der Beschäftigten im Rahmen der Arbeitsorganisation des Betriebes und der innerbetriebliche Wissensaustausch, z. B. im Rahmen von Wissensmanagement im Fokus der Betrachtung.

Die Befunde wurden zusätzlich durch die Befragung von über 50 nordhessischen Betriebsräten und durch 11 Fallstudien in einzelnen Betrieben bestätigt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in Unternehmen mit Betriebsrat die Partizipationsmöglichkeiten für die Beschäftigten deutlicher ausgeprägt waren als bei Unternehmen ohne Betriebsrat. Auch die Maßnahmen zum Wissensmanagement wurden in Unternehmen mit ausgeprägter Beteiligung der Beschäftigten erfolgreicher bewertet. Betriebliche Mitbestimmung über Betriebsräte fördert also indirekt auch die Innovationstätigkeit von Unternehmen und sichert den Erfolg von Wissensmanagementmaßnahmen. Betriebsräte haben einen anderen Zugang zu den Beschäftigten und können so Schwachstellen in der betrieblichen Organisation entdecken, die der Unternehmensleitung verborgen bleiben. Andererseits kann eine gute Zusammenarbeit zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat dazu beitragen, die Ängste der Beschäftigten bei organisatorischen Änderungen zu verringern und so die Akzeptanz der Veränderungen erhöhen. Allerdings funktioniert dies nur, solange keine Arbeitsplätze akut in Gefahr sind.

Weiter vertieft wurden die Einblicke in die Innovationstätigkeit der Region durch die Befragung von über 20 Akteuren der regionalen Politik. Neben Verwaltungsspitzen aus Kommunen und Kreisen wurden auch regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie Repräsentanten der Kammern, der nordhessischen Gewerkschaften sowie des Regionalmanagements befragt. Bei Unternehmen und Betriebsräten steht das Thema Qualifikation an erster Stelle, wenn es um die Nennung von Standortfaktoren zur Stärkung der regionalen Innovations- und Wirtschaftskraft geht. Bei den regionalpolitischen Akteuren hingegen rangiert das Thema Bildung, Ausbildung und Weiterbildung lediglich im Mittelfeld der Nennungen und steht damit nicht an der Spitze der regionalpolitischen Tagesordnung.

Bei der Beurteilung des Bildungsangebots in der Region, gehen die Expertenmeinungen weit auseinander. Während für die einen das Angebot zu knapp bemessen ist, halten andere hingegen das Angebot für ausreichend. Aus der Sicht einiger Experten sei jedoch das Angebot zu unübersichtlich, so dass die Unternehmen Schwierigkeiten hätten, dass für sie passende Angebot zu finden. Einig waren sich die Experten darin, dass kleine und mittlere Unternehmen in der Region das vorhandene Bildungsangebot zu wenig nutzen.

Bildung ist nach den Erkenntnissen der Forscher bei der Regionalpolitik ebenso wenig ein hochrangiges Thema wie die innerbetriebliche Partizipation. Gerade sie könne aber ein Potenzial aktivieren, das die Position der nordhessischen Unternehmen im internationalen Innovationswettbewerb stärken würde.

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden vorgestellt und diskutiert am 8. November ab 9 Uhr in der Veranstaltung "Innovationsfähigkeit in der Region Nordhessen - Treiber und Hemmnisse" in der Industrie- und Handelskammer Kassel, Kurfürstenstr. 9, 34117 Kassel.

Info
Universität Kassel
Dr. Jürgen Klippert
Fachbereich Maschinenbau
tel (0561) 804 4203
fax (0561) 804 4162
e-mail JKlippert@ifa.uni-kassel.de

Ingrid Hildebrand | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifa.uni-kassel.de/index.php?id=443

Weitere Berichte zu: Betriebsrat Innovationsfähigkeit Wissensmanagement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Kräftiger Anstieg setzt sich fort
25.04.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz