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Kunststoffindustrie erschließt Auswege aus der Rohstoffkrise

24.10.2007
Die Kunststoff verarbeitende Industrie steckt in der Rohstofffalle: Da das Rohmaterial bis zu 80% der Kosten ausmacht, bedeuten steigende Rohölpreise für die mittelständisch strukturierte Branche ein erhebliches Kostenrisiko. Berater der Deutschen Materialeffizienzagentur demea haben jetzt entdeckt, dass Unternehmen der Kunststoffindustrie durchschnittlich über 250.000 € pro Jahr Materialkosten einsparen können.

Da auch langfristig nicht mit einer Senkung der Rohstoff- und Energiekosten zu rechnen ist, bestimmt die effiziente Materialnutzung im Produktionsprozess über die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Je rohstoffabhängiger die Produktion, desto höhere Profite ergeben sich bei der Einsparung von Material.

Dies gilt ganz besonders für die Kunststoff verarbeitende Industrie, die der steigende Ölpreis gleich doppelt trifft: Ihre Rohstoffe werden aus Erdöl gewonnen und in der Produktion und bei der Spedition werden nochmals Erdölprodukte gebraucht. Preissteigerungen beim Materialeinkauf von bis zu 50% innerhalb eines Jahres (z.B. Polyethylen-Granulat) gefährden das Geschäft.

Über das Impulsprogramm Materialeffizienz des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) kann sich die Branche deutliche Einsparpotenziale erschließen. Mit den von der Deutschen Materialeffizienzagentur demea betreuten Programmen "VerMat" und "NeMat" fördert das BMWi Unternehmen, die ihre Kosten durch Einsparungen im Materialeinsatz reduzieren möchten.

Im Mittelpunkt stehen dabei die individuellen Produktionsbedingungen vor Ort. Die demea bietet den Unternehmen einen Pool von speziell geschulten Beratern an, die sowohl branchenspezifische Fertigungskenntnisse vorweisen, als auch klassische Methoden zur Lokalisation von Einsparpotenzialen im Produktionsprozess anzuwenden wissen. Bisherige Beratungen zeigen, dass in der Kunststoff verarbeitenden Industrie jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von 3,38% des Umsatzes realistisch sind. Dabei stellten die Berater auch fest, dass sich die Mitarbeiter gern dafür engagieren, die Materialeffizienz im Unternehmen zu steigern. Die Einbeziehung ihrer Fachkompetenz stärkt das Verantwortungsgefühl für den von ihnen betreuten Produktionsabschnitt.

o Die PVT Plastverarbeitung Thüringen GmbH produziert Kunststoffelemente (Interieurteile) für die Automobilindustrie. Die Berater entdeckten in dem Unternehmen Material-Einsparpotenziale in Höhe von 2,56% des Jahresumsatzes. Der Maßnahmenkatalog für die Umsetzung stellt auf Verbesserungen im Bereich der Bestands- und der Verpackungsoptimierung, im Materialfluss und in der Logistik sowie im Bereich der Materialwirtschaft (Disposition, Planung Steuerung) ab.

o Für die Fried Kunststofftechnik GmbH aus Urbach in Baden-Württemberg war bereits die Erstberatung ein durchschlagender finanzieller Erfolg. Noch während der Beratungsphase konnten ohne weitere Investitionen Einsparungen in Höhe von 90.000 € realisiert werden.

Mit dem Impulsprogramm Materialeffizienz, das vom Bundeswirtschaftsministerium bis zum 31. Dezember 2008 verlängert wurde, kann in zweierlei Hinsicht die Materialeffizienz gesteigert werden. Das Programm VerMat ermöglicht die individuelle Beratung von Unternehmen. Förderfähig sind bei der Erstberatung durch VerMat 67% der Beratungskosten. Es wird maximal ein Zuschuss in Höhe von 10.000 € gewährt. Das Programm NeMat wiederum fördert die Vernetzung von Unternehmen zur Stärkung der Wettbewerbsposition.

Die demea ist der Ansprechpartner für die Teilnahme an den Förderprogrammen. Weitere Informationen über die Förderprogramme VerMat und NeMat sind unter www.demea.de zu finden.

Mario Schneider
Leiter Deutsche Materialeffizienzagentur - demea
VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Steinplatz 1
D-10623 Berlin
Germany
Tel. +49 30 310078 - 157
Fax +49 30 310078 - 281
E-Mail: schneider@demea.de

Wiebke Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.demea.de

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