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Neues Weiterbildungsangebot bietet Qualifizierung zur Beratung mittelständischer Unternehmen

22.10.2007
Die Geschwindigkeit, mit der sich Marktgegebenheiten heute verändern, erfordert gerade von kleinen und mittleren Unternehmen hohe Anpassungsleistungen.
Ständige Marktveränderungen, neue Technologien, immer kürzere Produkt- und Innovationszyklen und ein harter globaler Wettbewerb in den Bereichen Preis, Kosten, Qualität, Lieferzeit und Einzigartigkeit erhöhen die Notwendigkeit weitsichtiger Planung. Mit der Qualifizierung zur Mittelstandsberatung setzen das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der Johannes

Gutenberg-Universität Mainz (ZWW) und das Europäische Mittelstandszentrum Kaiserslautern e.V. ein wegweisendes Zeichen.

Das vom Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz geförderte Angebot reagiert auf den Bedarf kleiner und mittlerer Unternehmen und der Personen, die sie beraten.

"Unternehmensberatung wird gerade für kleine und mittlere Unternehmen immer wichtiger. Unternehmensberatung ist allerdings kein geschützter Begriff, keine gesicherte Qualität. Es gibt große Unterschiede in der Leistung einzelner Berater. Genau hier setzt unser neues Angebot an", erklärt der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Weiterbildungsgangs. Das Wirtschaftsministerium habe die Entwicklung des Angebotes mit Zuschüssen in Höhe von insgesamt rund 80.000 Euro gefördert.

"Gute Beratung bedeutet bessere Marktchancen für Unternehmen. Wir sind zuversichtlich, dass das Weiterbildungsangebot viele Interessenten finden wird", so der Minister. "Alte Hasen" können sich ihre Qualität durch das Zertifikat bestätigen lassen. Einsteiger können je nach Bedarf modular Wissen erwerben. Hering dankte dem Mittelstandslotsen der Landesregierung, Günther Knödler, für die Begleitung des Projektes. Seine Kenntnis kleiner und mittlerer Unternehmen in Rheinland-Pfalz sei ein idealer Hintergrund für die Entwicklung des Weiterbildungsprogramms gewesen. In der Ausbildung der Mittelstandsberater solle die Vermittlung theoretischen Wissens mit praktischen Beratungsaufgaben verbunden werden.

"Marktlücke schließen"

Wissenschaftliche Weiterbildung versteht die Johannes Gutenberg-Universität als eine Kernaufgabe ihres bildungspolitischen Auftrags. "Unser Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung baut daher sein Angebot konsequent aus, legt hohe Maßstäbe an seine Programme und nutzt dabei die Potenziale der Universität", erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, "wir freuen uns daher sehr, dass wir mit dem neuen Weiterbildungsprogramm eine offensichtliche Marktlücke schließen können und Beraterinnen und Beratern mit dem Zertifikat ein Alleinstellungsmerkmal an die Hand geben, das Eignung und Erfahrung gegenüber Kunden dokumentiert - als eindeutige Referenz für qualitativ hochwertige Beratungsleistungen."

Trotz wachsender Herausforderungen sind die mittelständischen Unternehmen bei der Wahrnehmung von Beratungsangeboten immer noch zurückhaltend. Eine

Ursache für diese Beratungsskepsis liegt in der unüberschaubaren Vielfalt und der mangelnden Transparenz hinsichtlich der Qualität entsprechender Dienstleister. Hier setzt die Zertifizierung zum/zur Mittelstandsberater/in an. Das Zertifikat dokumentiert die fachliche und methodische Eignung der Berater gegenüber interessierten Kunden. Es bietet Unternehmen somit die Sicherheit, qualitätsgeprüfter Beratung. "Das Zertifikat 'Mittelstandsberater/in' steht für wirtschaftliche Grundlagen mittelständischer Unternehmen sowie darauf abgestimmte Methoden und Instrumente für die Beratungspraxis", so der Präsident.

Das Programm richtet sich an Berater/innen mit langjähriger Beratungserfahrung, an Personen mit Kompetenzen in Teilbereichen der Mittelstandsberatung sowie an Interessierte ohne Beratungserfahrung, die aber Mittelstandsberatung als Berufsziel verfolgen. Der Kurs kann berufsbegleitend belegt werden und dauert insgesamt ein Jahr. Die mit renommierten Dozentinnen und Dozenten aus Wissenschaft und Wirtschaft erarbeiteten methodischen und fachlichen Kompetenzen werden in dem Zertifikat "Mittelstandsberatung" dokumentiert, mit dem die Weiterbildung abgeschlossen wird.

Das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung und das Europäische
Mittelstandszentrum e.V., die den Weiterbildungsgang und das Zertifikat gemeinsam mit dem Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und der Organisationsentwicklung Prof. Dr. Ryschka entwickelt haben, legen dabei größten Wert auf praktische Schwerpunkte. Der Vorstandsvorsitzende des Europäischen Mittelstandzentrums, Michael Schnorr, führt dazu aus: "In Praxistransfers werden die Inhalte der Lernmodule vertieft und angewandt. In betreuten Praxisprojekten wird Beratungserfahrung gesammelt. Auf diese verzahnte Weise werden den Teilnehmenden nicht nur die rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen mittelständischer Unternehmen nahegebracht, sondern auch deren strategisches Management, Produktions- und Informationsmanagement sowie Grundlagen der Beratung und Handwerkszeug für alle Phasen des Beratungsprozesses."

Die einzelnen Module des Weiterbildungsgangs sind eigenständig und können bei Bedarf auch separat belegt werden. Berater, die bereits über einschlägige Erfahrung verfügen, können sich noch vor Beginn des Kurses auch ohne Belegung der Weiterbildung prüfen und zertifizieren lassen. Anmeldeschluss für die direkte Zertifizierung, die modulare Weiterbildung und den gesamten Weiterbildungsgang: 17. Dezember 2007.

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.mittelstandsberatung.zww.uni-mainz.de
http://www.mittelstandsberatung.com

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