Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dienstleister der Informationsgesellschaft - Bedienung von Kundenwünschen Hauptmotiv bei Export von Dienstleistungen

17.10.2007
Im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft exportiert etwa die Hälfte der Unternehmen ihre Dienstleistungen ins Ausland.

Dabei zählt nach der Bedienung von Kundenwünschen die Erschließung neuer Märkte zu den bedeutendsten Motiven für die Exporttätigkeit, während Steuervorteile als Exportmotiv eine eher untergeordnete Rolle spielen. Für die Unternehmen des Wirtschaftszweigs, die nicht exportieren, stellen neben der Auslastung durch den deutschen Markt und den schwer einschätzbaren Risiken die hohen Kosten der Markterschließung die größten Hemmnisse der Exporttätigkeit dar. Dies ist Ergebnis einer Konjunkturumfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform, Neuss, im September 2007 durchgeführt hat (Einzelheiten zur Umfrage siehe Ende der Pressemitteilung).

Für die westdeutschen Dienstleister der Informationsgesellschaft spielt die Bedienung von Kundenwünschen als Exportmotiv eine große Rolle, während für die ostdeutschen Unternehmen des Wirtschaftszweigs die Erschließung neuer Märkte die treibende Kraft hinter der Exporttätigkeit ist. Steuervorteile als Exportmotiv spielen eine eher untergeordnete Rolle, wobei noch knapp ein Fünftel der ostdeutschen Dienstleister dies als bedeutendes Motiv der Exporttätigkeit nennt.

Die Bedienung von Kundenwünschen spielt besonders für die Unternehmensberater, die Werbefirmen sowie die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer eine große Rolle. Fast alle exportierenden Unternehmen dieser drei Branchen messen der Bedienung von Kundenwünschen als Motiv für den Dienstleistungsexport eine enorme Bedeutung zu. Die Erschließung neuer Märkte hingegen ist für jeweils mehr als vier Fünftel der Architekten und der Unternehmen des IKT-Handels, die ihre Dienstleistungen exportieren, als Exportmotiv besonders bedeutend. Bei den technischen Beratern und Planern spielt für die Exporttätigkeit sowohl die Bedienung von Kundenwünschen als auch die Erschließung neuer Märkte eine große Rolle. Steuervorteile gehören dagegen kaum zu den Motiven für den Export von Dienstleistungen. So haben für jeweils weniger als ein Zehntel der Unternehmen der Branche Software und IT-Dienste, der Werbefirmen und der Architekten Steuervorteile als Exportmotiv eine hohe Bedeutung.

Die Dienstleister der Informationsgesellschaft, die ihre Dienstleistungen nicht exportieren, nennen verschiedene Gründe, die ihre Exporttätigkeit hemmen. So lastet einen Großteil der Unternehmen des Wirtschaftszweigs die Bedienung des deutschen Marktes aus. Etwa drei Viertel der Unternehmen geben diesen Grund als Hemmnis für ihre Exporttätigkeit an. Die nicht einschätzbaren Risiken nennen knapp drei Fünftel der Unternehmen als Exporthindernis. Jeweils mehr als die Hälfte der Unternehmen gibt die hohen Kosten der Markterschließung sowie unterschiedliche Standards im Ausland als Hürde für die Exporttätigkeit an, und knapp die Hälfte der Unternehmen nennt kulturelle oder sprachliche Unterschiede.

Eine eher untergeordnete Rolle spielt die mangelnde Nachfrage aus dem Ausland. Mehr als zwei Fünftel der Unternehmen nennen diesen Grund als Hindernis der Exporttätigkeit. Die Zuständigkeit der Filialen ist nur für knapp zwei Fünftel der Unternehmen ein weiteres Hemmnis. Etwa ein Drittel der Unternehmen nennt den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern und weniger als ein Fünftel der Unternehmen die mangelnde Unterstützung oder Beratung durch öffentliche Stellen als Gründe dafür, dass sie ihre Dienstleistungen nicht ins Ausland exportieren.

Die Konjunkturumfrage von ZEW und Creditreform:
An der vierteljährlichen Umfrage beteiligen sich jeweils rund 800 Unternehmen. Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT-) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen EDV-Dienste und -Vermietung, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung). Ein Überblick über die ZEW/Creditreform Konjunkturumfrage ist im Internet unter http://www.zew.de/dienstleister abrufbar. Allgemeine methodische Hinweise finden Sie unter ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/brep/asta.pdf. Eine Beschreibung des bei der ZEW/Creditreform angewendeten Hochrechnungsverfahrens findet sich ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/brep/expans.pdf.
Anmerkung zur Hochrechnung:
Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft hoch. Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den "Umsatzanteil der Unternehmen".
Ansprechpartnerin:
Jenny Meyer, Telefon 0621/1235-166, Fax -333, E-Mail meyer@zew.de
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/brep/archiv/2007_BraRepDL_IKT_3Q2007.pdf - der aktuelle Branchenreport Dienstleister der Informationsgesellschaft

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de/dienstleister

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie