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Subprime-Krise: Finanzmarktexperten sehen erhöhtes Risiko für den Bankensektor mit vereinzelten Bankausfällen

19.09.2007
Aus der aktuellen Sonderfrage des ZEW-Finanzmarkttests geht hervor, dass die befragten Finanzmarktexperten die Risikoeinschätzung für das weltweite Finanzsystem heraufstufen.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, hat 235 Finanzmarktexperten nach ihrer Einschätzung bezüglich der Auswirkungen der Subprime-Krise auf die Stabilität des Finanzsystems gefragt. Den Antworten zufolge sehen insgesamt 66 Prozent der Befragten hohe bis sehr hohe Risiken für den Finanzsektor.

Davon nehmen 18 Prozent sehr hohe und 48 Prozent hohe Risiken wahr. Die Risikoeinschätzung der Experten geht jedoch nicht so weit, dass sie Bankenausfälle in großem Umfang annehmen. Vielmehr werden 84 Prozent der Befragten zufolge Ausfälle nur vereinzelt auftreten.

Des Weiteren wurden die Experten gefragt, ob der deutsche Bankensektor im Vergleich zu anderen Ländern der Eurozone besonders gefährdet sei. In Deutschland aufgetretene Liquiditätsprobleme von im Subprime-Segment übermäßig engagierten Banken könnten einen Reputationsverlust für die gesamte deutsche Bankenlandschaft darstellen. Diese Befürchtung teilen 37 Prozent der Befragten. Mit 50 Prozent sieht aber die Hälfte der Analysten keinen Risikozuschlag für deutsche Banken, sondern stuft das Risiko genauso hoch ein wie für alle Banken der Eurozone. Außerdem wurde gefragt, ob öffentliche Banken besonders von der Krise gefährdet sind. Diese Frage bejahen 35 Prozent der Finanzexperten, 65 Prozent hingegen sehen solche Gefahren nicht.

Zuletzt wurden die Experten nach ihrer Einschätzung zur Dauer der Liquiditätsknappheit am Geldmarkt befragt. Seit dem Ausbruch der Subprime Krise ist Liquidität dort kaum verfügbar, da das Misstrauen unter den Banken gestiegen ist. In Folge unterliegen die Zinsen am Geldmarkt hohen Schwankungen und erreichten unverhältnismäßig hohe Werte. Die Antworten zeigen, dass insgesamt 67 Prozent der Befragten mit einem Andauern der Liquiditätsprobleme von maximal drei Monaten rechnen. Von ihnen gehen 42 Prozent von drei Monaten aus, 20 Prozent sagen zwei Monate voraus. Allerdings erwartet immerhin ein Viertel der Teilnehmer, dass die Liquiditätsschwierigkeiten sogar bis zu sechs Monate andauern werden.

Ansprechpartner:
Matthias Köhler, Telefon 0621/1235-148, Fax -223, E-Mail koehler@zew.de
Sandra Schmidt, Telefon 0621/1235-218, Fax -223, E-Mail s.schmidt@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

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