Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaft und Wirtschaft enger verzahnen - mehr Patente

05.09.2007
Kabinett beschließt Transferstrategie Pinkwart: Keine Idee darf uns verloren gehen

Das Innovationsministerium will Wissenschaft und Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen enger verzahnen. Dazu stehen in den kommenden fünf Jahren (2008-2012) insgesamt 50 Millionen Euro bereit.

Das Kabinett hat heute die Transferstrategie "Science-to-Business" verabschiedet, die ein umfangreiches Maßnahmenpaket vorsieht. Ziel ist, eine tragfähige Brücke zwischen Forschung und mittelständischer Wirtschaft zu schlagen, technologieorientierte Firmenneugründungen zu fördern und die Zahl der angemeldeten Patente zu erhöhen. "Keine Idee darf uns verloren gehen", sagte Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart heute in Düsseldorf.

Ziel der Transferstrategie sei es, dass Nordrhein-Westfalen systematisch daran arbeite, Wissensvorsprung in Innovationsvorsprung umzumünzen, sagte Pinkwart. Folgende Förderangebote für mittelständische Unternehmen und Wissenschaftler bietet das Land künftig an:

- Pre-Seed-Förderung: Forscherteams an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in NRW können bis zu 180.000 Euro Pre-Seed-Förderung beantragen. Dieses Geld unterstützt die Forscherteams, marktfähige Produktideen hin zu Patenten oder Prototypen zu entwickeln, die so gewonnene Geschäftsidee zu veräußern oder mit ihr ein Unternehmen zu gründen. Dafür stellt das Land bis 2012 insgesamt 18 Millionen Euro für rund 100 Forscherteams zur Verfügung. Darüber hinaus ist geplant, speziell für die Lebenswissenschaften am Forschungszentrum Caesar der Max-Planck-Gesellschaft in Bonn eine Pre-Seed-Plattform aufzubauen. Bund, Land und private Investoren wollen hier bis 2012 insgesamt 21 Millionen Euro investieren (jeweils 7 Millionen Euro).

- Innovationsgutscheine: Mittelständische Unternehmen vorwiegend aus den Branchen Mikro- und Nanotechnologie sowie Neue Werkstoffe können Innovationsgutscheine des Landes erhalten. Damit können sie - angelehnt an das niederländische Voucher-Modell - spezielle Transferleistungen von deutschen und ausländischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur Entwicklung neuer Verfahrensideen im Unternehmen erwerben. Der Gutschein hat einen Gegenwert von 6.000 Euro. Insgesamt werden in den nächsten fünf Jahren Gutscheine im Wert von insgesamt 18 Millionen Euro bereit stehen.

- Innovationsassistenten: Technologieorientierte Unternehmen aller Branchen und insbesondere Unternehmensneugründungen, die neues Wissen und Forschungsergebnisse in ihr Unternehmen holen wollen, werden mit bis zu 15.000 Euro jährlich unterstützt, um Innovationsassistenten aus den Hochschulen einzustellen. Diese Innovationsassistenten werden vom Land qualifiziert und bringen besondere Kompetenzen bei der Patentbewertung und -anmeldung mit. Für rund 100 Innovationsassistenten stehen insgesamt 7,5 Millionen Euro bereit.

- Patentscouts: Um das Patentgeschehen auf Seiten der Wissenschaft weiter zu beleben, können Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf fünf Patent-Scouts zugreifen. Diese Scouts stehen ihnen bei der Identifizierung und Bewertung patentrelevanter Forschungsergebnisse zur Seite. Hierfür stehen bis 2012 insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Teil der Transferstrategie ist auch, die öffentliche Wahrnehmung und Wertschätzung für Erfindungen und Innovationen zu schärfen. Gemeinsam mit Wissenschaft und Wirtschaft soll der Innovationspreis des Landes NRW ausgeschrieben werden, der erstmalig beim ersten Erfindertag NRW im Frühjahr 2008 vergeben werden soll. Ziel dieser landesweiten Veranstaltung ist, den Erfindergeist und das Innovationsklima zu fördern. Der Preis wird vergeben an Erfinder aus Hochschulen sowie Industrie und Mittelstand.

Einen wichtigen Beitrag zum Wissenstransfer leistet auch die Innovationsallianz, zu der sich 23 NRW-Hochschulen zusammengeschlossen haben. Mit der Innovationsallianz, dem größten Transferbündnis in Deutschland, wollen die Hochschulen die Kooperation und den Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verstärken und ihre Transferarbeit professionalisieren. Die Innovationsallianz stellt sich und ihre Arbeit mit einer bundesweiten Auftaktveranstaltung am 10. September in Essen vor. Erwartet werden 500 Teilnehmer.

André Zimmermann | idw
Weitere Informationen:
http://www.innovation.nrw.de

Weitere Berichte zu: Innovationsallianz Patent Transferstrategie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik