Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Probleme erkennen, bevor sie entstehen: Frühwarnsysteme für kleine und mittlere Unternehmen

16.08.2007
Toolbox auf CD hilft den Blick nach vorn zu richten

Auch wenn gerade alles prima läuft, dürfen sich Unternehmen nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen: Es gilt, die Augen offen zu halten und künftige Herausforderungen so früh zu erkennen, dass man ihnen begegnen kann, bevor sie Probleme machen können. Speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben Forscher und Experten aus der Praxis in der EU-Gemeinschaftsinitiative EQUAL jetzt Frühwarnsysteme zusammengestellt.

"Unsere Toolbox enthält eine systematisierte und kommentierte Sammlung von Tools zur betrieblichen Frühwarnung für KMU. In einer begleitenden Broschüre sind die Instrumente jeweils kurz beschrieben, auf der beigefügten CD finden sich weiterführende Materialien", erklärt Ute Domhardt vom Lehrstuhl Arbeitsorganisation und -gestaltung der Ruhr-Universität (Prof. Dr. Heiner Minssen).

Was die Zukunft bringt

... mehr zu:
»Frühwarnsystem »KMU

Man stelle sich vor, eine inhabergeführte GmbH stellt Komponenten für Pkw-Getriebe her. Die Kundenbeziehungen sind seit Jahren stabil, die Produktqualität stimmt, das Unternehmen ist nach ISO 9001 zertifiziert, die Audits werden beanstandungslos realisiert - ein Verdienst von Herrn Schulze und seinem QM-Team. Auch ansonsten läuft alles gut. Damit das so bleibt, sollte das Unternehmen aber noch vorne sehen: Herr Schulze wird nächsten Monat 62 - ein Nachfolger muss gefunden und eingearbeitet werden. Zudem wird es immer schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden, denn im Kammerbezirk schließen in zwei Jahren ca. 35 Prozent weniger junge Menschen die allgemeinbildenden Schulen ab - der Wettbewerb um gute Nachwuchskräfte wird schärfer. Außerdem hat ein Kunde den Bau eines Werks in Nordosteuropa bekannt gegeben. Es gilt zu prüfen, ob der mögliche Bedarf zusätzlicher Produktionskapazitäten am Sitz des Unternehmens gedeckt werden kann oder die Errichtung eines Standorts im Ausland erforderlich wird. Darüber hinaus gilt es zu bedenken: Welchen Einfluss haben Klimawandel, steigende Energie- und Rohstoffpreise, verändertes Mobilitätsverhalten, neue gesetzliche Regelungen auf die Zukunft des Unternehmens?

Information ist Basis von Entscheidungen

Die Qualität unternehmerischer Entscheidungen hängt im Wesentlichen von der Qualität der zu Grunde liegenden Informationen ab. Relevante Informationen zu beschaffen und entsprechend der Bedürfnisse des Unternehmens aufzubereiten helfen betriebliche Frühwarnsysteme, die auf die Eigenschaften kleiner und mittlerer Unternehmen abgestimmt sind. Damit soll es KMU ermöglicht werden, frühzeitig geeignete Maßnahmen zur Abwehr oder Milderung von Gefährdungen zu ergreifen - oder zu Maßnahmen zur Nutzung sich bietender Chancen, die sich aus Entwicklungen des Umfelds, aber auch aus dem Unternehmen selbst heraus ergeben können. Moderne Frühwarnsysteme ermöglichen nicht nur die bessere Vorhersage unternehmensrelevanter Zielgrößen wie Gewinn oder Auftragslage, sie sind auch in der Lage, die Entwicklung dieser Größen zu erklären. Das geschieht über die Darstellung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen.

Für jeden Bedarf das richtige Instrument

Solche Frühwarnsysteme haben die Forscher nun in einer Broschüre und einer beiliegenden CD zusammengetragen, systematisiert und vergleichbar zusammengestellt. Die meisten Tools haben einen hohen Bezug zu den Beschäftigten und verfolgen einen beteiligungsorientierten Ansatz, wodurch sie zur kontinuierlichen Auseinandersetzung und Mitwirkung einladen und damit auch die Verknüpfung mit anderen Systemen wie zum Beispiel des Qualitäts-, Arbeitsschutz- und Umweltmanagements oder der Kostenrechnung ermöglichen. "Wichtig für die Praxis ist, dass die Frühwarnsysteme auf die konkrete Unternehmenssituation passen", sagt Ute Domhardt. "Dazu bietet die Toolbox Instrumente unterschiedlicher Komplexität für unterschiedliche Anwendungsbereiche." Einige der "Werkzeuge" sind geeignet, um in einem Selbsttest schlaglichtartige Einschätzungen zur aktuellen Betriebssituation vorzunehmen und um daraus einen konkreten Handlungsbedarf abzuleiten. Andere Instrumente sind eine Art "Wegbeschreibung" durch komplexe Verfahren. Alle Tools haben sich in der Praxis bewährt.

Bezug der Toolbox

Herausgeber der Broschüre ist die Arbeitsgruppe "Betriebliche Frühwarnsysteme" des Nationalen Thematischen Netzwerks "Lebenslanges Lernen in KMU" (BRD) im Rahmen der EU Gemeinschaftsinitiative EQUAL II. Die Inhalte der CD sind online unter http://www.fruehwarnsysteme.net abrufbar. Die Broschüre ist kostenlos zu bestellen bei: Peter Rienhardt, Regionalverband Neckar-Alb, Bahnhofstraße 1, 72116 Mössingen, E-Mail peter.rienhardt@rvna.de

Weitere Informationen

Dipl.-Soz. Wiss. Ute Domhardt, Lehrstuhl für Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung der Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234/32-27733, E-Mail: ute.domhardt@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.fruehwarnsysteme.net
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: Frühwarnsystem KMU

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge
28.05.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht KMU suchen die finanzielle Unabhängigkeit
25.05.2018 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

CD83-Protein ist essentiell für die Kontrolle von Autoimmunreaktionen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Dispensdruckkopf, Netzmodul und neuartiger Batteriespeicher

18.06.2018 | Messenachrichten

Brutpflege-Gen steuert Arbeitsteilung bei Ameisen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics