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Co-Manager sind besser als ihr Ruf: RUB-Arbeitswissenschaftler untersucht Betriebsräte

24.07.2007
Wenn in letzter Zeit in der Öffentlichkeit von Betriebsräten die Rede war, dann oft im Zusammenhang von Vergnügungsreisen, Bonuszahlungen oder anderen Handlungen, die man als Korruption versteht.

Das Bild des Arbeitnehmervertreters, der für Belegschaft eintritt, hat gelitten. Manche Betriebsräte gelten heute nicht mehr als Interessenvertreter, sondern als "Co-Manager", da sie aktiv an betrieblichen Veränderungsprozessen mitwirken. Was sind aber eigentlich Co-Manager und wie schaffen sie es, ihren Betriebsalltag zu meistern? Antworten auf diese und andere Fragen geben RUB Prof. Dr. Heiner Minssen und Christian Riese vom Institut für Arbeitswissenschaft an der RUB mit ihrem kürzlich erschienen Buch "Professionalität der Interessenvertretung".

Talentierte Co-Manager

Die beiden Arbeitswissenschaftler führten eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung von Betriebsräten in etwa 120 Betrieben des öffentlichen Personennahverkehrs durch. Dabei gingen sie davon aus, dass Betriebsräte, die sich aktiv an betrieblichen Veränderungen beteiligen, deutlich mehr Aufgaben und Prozesse koordinieren müssen als Betriebsräte. Sie konnten feststellen, dass diese Co-Manager im Vergleich zu anderen Betriebsräten Organisationstalente sind, da sie ihre Möglichkeiten (z. B. Arbeitsverteilung) besser ausnutzen, Co-Manager versuchen im Vornhinein zu gestalten. So können sie beispielsweise Produktionsabläufe optimieren um einem Insolvenzverfahren des Betriebs gegenzusteuern, sie sind damit effektiver als konventionelle Betriebsräte. Im Gegensatz zu den Co-Managern betreiben konventionelle Betriebsräte eine "Schutzpolitik", sie agieren reaktiv.

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Zusätzlich nutzen Co-Manager mehr Qualifizierungsmöglichkeiten, welche sie auch im Betriebsalltag umsetzen. Über Instrumente wie interne Arbeitsgruppen und Gesprächszirkel schaffen sie es, die Beschäftigten zu integrieren und schaffen so größere Kontaktflächen zur Arbeitnehmerschaft. Die Arbeitsorganisation des Co-Managers sei in vielerlei Hinsicht professionalisiert, so Prof. Minssen. Co-Manager seien damit besser als ihr Ruf und verstünden sich mehr als andere Betriebsräte auch als Gegenspieler der Geschäftsführung.

Titelaufnahme

Heiner Minssen/Christian Riese: Professionalität der Interessenvertretung. Arbeitsbedingungen und Organisationspraxis von Betriebsräten, Berlin: edition sigma 2007, 151 Seiten, 12,90 Euro (ISBN: 978-3-8360-8683-7).

Weiter Informationen

Prof. Dr. Heiner Minssen, Christian Riese, Lehrstuhl für Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung, Institut für Arbeitswissenschaft), Tel. 0234/32-27730/-27732, E-Mail: heiner.minssen@ruhr-uni-bochum.de, christian.riese@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

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