Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Update der IMK-Konjunkturprognose: Aufschwung verliert an Tempo - spürbare Erholung am Arbeitsmarkt

12.07.2007
Die deutsche Wirtschaft wird 2007 im Jahresdurchschnitt um 2,6 Prozent wachsen. Das zeigt die aktualisierte Konjunkturprognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legt damit etwas stärker zu als bislang vom IMK prognostiziert (2,2 Prozent), die Wachstumsrate bleibt aber knapp unter der von 2006. Im kommenden Jahr schwächt sich der Aufschwung deutlicher ab. Das BIP wird 2008 um 1,9 Prozent zunehmen. Die aktualisierte IMK-Prognose erscheint am heutigen Donnerstag als IMK Report.

Auf Basis der neuesten Zahlen aus dem Statistischen Bundesamt kommen die Konjunkturexperten zu dem Schluss, dass sich die deutsche Wirtschaft in einem gefestigten Aufschwung befindet, der jedoch an Dynamik verliert. Dementsprechend entwickelt sich die Situation am Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen sinkt 2007 im Jahresdurchschnitt um 668 000 Personen auf 3,82 Millionen (Quote: 8,8 Prozent). 2008 geht die Zahl der Arbeitslosen weiter zurück auf 3,42 Millionen im Jahresdurchschnitt (Quote: 7,9 Prozent).

Der gewichtigste Wachstumsbeitrag geht 2007 von den Investitionen aus. Besonders stark entwickeln sich die Ausrüstungsinvestitionen, die um gut acht Prozent wachsen. Auch der Export leistet mit einem Plus von 7,5 Prozent einen positiven Impuls. Dagegen sind die Wirkungen der privaten Konsumausgaben wegen des deutlichen Einbruchs des privaten Verbrauchs im ersten Quartal 2007 noch sehr verhalten. In der zweiten Jahreshälfte sind die Rahmenbedingungen für den privaten Verbrauch aber relativ günstig. So steigen die Effektivlöhne um zwei Prozent. Die Bruttolohn- und -gehaltssumme wächst noch deutlich stärker, weil das Arbeitsvolumen zunimmt. "Die hartnäckige Konsumkrise dürfte somit im Laufe des Jahres überwunden werden", schreiben die Ökonomen.

... mehr zu:
»Dynamik »IMK »IMK-Prognose

2008 wird der private Konsum erstmals seit längerer Zeit wieder nennenswert zum Wirtschaftswachstum beitragen. Gleichzeitig lassen allerdings die positiven Effekte von Investitionen und Außenbeitrag nach. "Dies ist typisch für die Spätphase eines Aufschwungs", so das IMK. Zwar gewinnt die deutsche Exportwirtschaft erneut an preislicher Wettbewerbsfähigkeit, weil die Lohnstückkosten 2007 noch einmal leicht sinken und 2008 mit 0,4 Prozent schwächer steigen als in anderen Ländern. Doch wirkt sich die weltweit leicht nachlassende konjunkturelle Dynamik ebenso dämpfend aus wie der hohe Euro-Kurs.

Bremsend auf die wirtschaftliche Entwicklung wirken auch die Vorgaben der Finanz- und Geldpolitik. Die Europäische Zentralbank erhöhte den Leitzins jüngst auf 4,0 Prozent und deutet weitere Zinsschritte für die zweite Jahreshälfte an. Der IMK-Prognose liegt ein Leitzins in Höhe von 4,5 Prozent zum Jahresende 2007 zugrunde. Die Finanzpolitik wirkt durch angestrebte Konsolidierungsmaßnahmen ebenfalls tendenziell restriktiv.

Die Beschäftigung und damit das allgemeine Wohlstandsniveau werden gegen Ende des Prognosezeitraums, also Ende 2008, deutlich höher sein als heute. "Dies ist ein Erfolg", urteilt das IMK. "Um aber das Problem der insgesamt immer noch hartnäckig hohen Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen, wäre ein längerer Aufschwung nötig", schreiben die Forscher.

Rainer Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.boeckler.de/cps/rde/xchg/hbs/hs.xsl/320_87390.html
http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_21_2007.pdf

Weitere Berichte zu: Dynamik IMK IMK-Prognose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften