Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umgekehrter Generationenvertrag bleibt bestehen

12.07.2007
Erst studieren und dann einkommensabhängig zahlen - Bundesweit einzigartiges Modell zur Finanzierung der Studiengebühren nach ernsthaftem Ringen gerettet

Die Universität Witten/Herdecke (UWH) wird bei ihrer Restrukturierung am so genannten Umgekehrten Generationenvertrag festhalten, wonach die Studienbeiträge auch nach dem Studium an die Universität entrichtet werden können. Darauf einigten sich die Geschäftsführung der privaten Universität und die StudierendenGesellschaft Witten/Herdecke e.V., die als studentischer Verein an der UWH für die Erhebung der Beiträge verantwortlich ist.

Nachdem mehrere potentielle Gesellschafter in der jüngsten Vergangenheit den Umgekehrten Generationenvertrag als besonders sozial, aber nicht finanzierbar kritisiert hatten, schien das außergewöhnliche Finanzierungsmodell über lange Zeit nicht haltbar. "Es ist uns gelungen einen wichtigen Aspekt unserer Identität zu erhalten", freut sich Prof. Wolfgang Glatthaar, Präsident der Wittener Universität. "Der Umgekehrte Generationenvertrag garantiert zukünftigen Studenten den Zugang zu einer der besten Universitäten in Europa, ohne dabei vom Portmonee der Eltern abhängig zu sein oder einen Kredit aufnehmen zu müssen."

Weitere wichtige Etappen in der aktuellen Restrukturierung der UWH sind die Umwandlung in eine private Stiftungsuniversität und die Förderungszusage des Düsseldorfer Familienunternehmens Droege International Group AG in Höhe von 12 Millionen Euro, beides im vergangenen Monat. Eine partielle Erhöhung der Studiengebühren wurde bereits festgelegt. Bezogen auf die monatlichen Kosten für Sofortzahler betragen die Studienbeiträge jetzt für das Fach Humanmedizin 450 Euro, für die Zahnmedizin 665 Euro und für den Bachelorstudiengang Philosophie und Kulturreflexion 300 Euro. Für die anderen Studiengänge und auch für alle bereits eingeschriebenen Studierenden ergeben sich keine Änderungen.

"Als private Universität müssen wir Studienbeiträge in einer angemessenen Höhe erheben, um die Finanzierung der Universität zu gewährleisten. Wir sind froh, dass wir das weiterhin im Rahmen des Umgekehrten Generationenvertrages gestalten können", kommentiert Peter Kallien, kaufmännischer Geschäftsführer der Universität Witten/Herdecke die aktuelle Entscheidung. "Die Mitglieder der StudierendenGesellschaft waren sich ihrer Verantwortung für die Universität bewusst und sind ihr gerecht geworden", so Kallien. Vor allem die Unterstützung der Familie Droege gebe der Universität den nötigen Spielraum für die Fortführung dieser sozialverträglichen Regelung, die die UWH positiv von anderen privaten Hochschulen unterscheide. Im Rahmen des bundesweit einmaligen Modells, das vor zwölf Jahren von Wittener Studierenden entwickelt worden ist, müssen Studierende erst dann bezahlen, wenn sie im Beruf stehen und über ein ausreichendes Einkommen verfügen.

Die Absolventen, die diese einkommensabhängige Späterzahlung wählen, finanzieren somit die Ausbildung der jüngeren Studierenden mit. Diese Konstellation - alt unterstützt jung - stand Pate beim Namen Umgekehrter Generationenvertrag. Die Studierenden können ihre Beiträge natürlich auch schon während des Studiums bezahlen. Die Studierenden entrichten ihre Beiträge an die StudierendenGesellschaft. Diese leitet sie, nach einem spezifischen Schlüssel, an die Universität weiter.

Kontakt:
Dirk Hans, Abteilung Kommunikation, 02302/926-754, dirk.hans@uni-wh.de

Bernd Frye | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de

Weitere Berichte zu: Generationenvertrag Studienbeitrag

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz