Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fachkräftemangel bedroht 3-Prozent-Ziel der Bundesregierung

09.07.2007
Drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts will Deutschland ab dem Jahr 2010 für Forschung und Entwicklung ausgeben. Doch das ist kaum zu schaffen, sagt das Fraunhofer ISI im Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit. Grund: Der schon früher vorhergesagte Fachkräftemangel bremst die Entwicklung.

Der wirtschaftliche Aufschwung bringt es an den Tag: In Deutschland fehlen Fachkräfte, insbesondere Ingenieure und Naturwissenschaftler. Dieser Mangel wird vor allem in wissensintensiven Dienstleistungs- und Industriebranchen zum Wachstumshemmnis - zu diesem Fazit kommt der neueste Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit, den das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe gemeinsam mit anderen Instituten für die Bundesregierung verfasst hat.

Während die Bundesregierung in ihrer Stellungnahme zum Bericht nach wie vor an ihrem Vorhaben festhält, dass Wirtschaft und Staat ab 2010 jährlich drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung ausgeben, hält das Fraunhofer ISI dieses Ziel wegen des Fachkräftemangels für nicht mehr erreichbar.

Die Entwicklung kommt nicht überraschend: Schon in den Berichten der letzten Jahre forderten die Wissenschaftler von der Politik zusätzliche Anstrengungen gegen den Fachkräftemangel - mit mäßigem Erfolg. "Die Politik hat zu spät reagiert, weil das Problem durch die wirtschaftliche Flaute überdeckt wurde", sagt Prof. Hariolf Grupp, einer der Gutachter des Berichts. Von der verstärkten Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland, wie sie die Bundesregierung vorschlägt, verspricht sich Grupp keine schnelle Verbesserung: "Der internationale Markt für Spitzenkräfte ist hart umkämpft und Deutschland ist für viele nicht sehr attraktiv." Bis andere Maßnahmen - zum Beispiel bessere Betreuung an Hochschulen und geringere Abbrecherquoten - wirkten, dauere es Jahre.

... mehr zu:
»Bruttoinlandsprodukt

Nachholbedarf hat Deutschland auch bei der Beschäftigung von Frauen in der Forschung an Universitäten und in der Wirtschaft. Obwohl Frauen rund die Hälfte der Studienanfänger stellen, liegt ihr Anteil dort bei unter 20 Prozent. Viele hochqualifizierte Frauen können nach der Erziehungspause nicht mehr in Forschungstätigkeiten zurückkehren. Auch andere europäische Länder haben mit diesem Phänomen zu kämpfen, doch Deutschland ist hier im europäischen Vergleich Schlusslicht.

Der Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit 2007 ist der letzte seiner Art. Die Bundesregierung hat das Berichtswesen zu Forschung und Innovation neu geordnet und wird ab März 2008 regelmäßig Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit vorlegen. Verfasser ist eine Expertenkommission mit sechs international renommierten Wissenschaftler, darunter Prof. Hariolf Grupp vom Fraunhofer ISI, der auch stellvertretender Vorsitzender ist. Koordiniert wird der Bericht von einer Geschäftsstelle, die das Fraunhofer ISI an der TU Berlin betreibt.

Der Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit im Internet: http://www.technologische-leistungsfaehigkeit.de

Kontakt:
Prof. Hariolf Grupp
Telefon: 0721 / 6809 - 151
E-Mail: hariolf.grupp@isi.fraunhofer.de
Die Presseinformationen des Fraunhofer ISI finden Sie auch im Internet unter http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht Marktpotenziale technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und nachhaltiges Wirtschaften sowie auf die Dynamik regionaler Märkte und die Innovationspolitik.

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm
http://www.technologische-leistungsfaehigkeit.de

Weitere Berichte zu: Bruttoinlandsprodukt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie