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Wie das Internet die Handelsbeziehungen verändert

26.06.2007
Die Suchmaschinen im Internet haben heute großen Einfluss darauf, welche Unternehmen zuerst von Kunden wahrgenommen werden. Auch Internet-Auktionen oder Tauschbörsen verändern die Spielregeln des traditionellen Handels.

Die Gestaltung der Software dieser Internetdienste hat dabei einen wesentlichen Einfluss auf den Handlungsspielraum, und damit den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg ihrer kommerziellen und privaten Nutzer.

Wie sich das Design von Internetsystemen auf die Beziehungen in Wirtschaft und Gesellschaft auswirkt und wie man mit geeigneten Mechanismen diese Beziehungen gestalten kann, diskutieren Wissenschaftler aus den USA, Israel und Europa auf einer Tagung vom 1. bis 6. Juli im Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik, Schloss Dagstuhl. Die Teilnehmer forschen unter anderem auf dem Gebiet der theoretischen Informatik, Künstlichen Intelligenz, Wirtschaftstheorie und Verhaltensökonomik.

Wenn ein Unternehmen in Google eine Anzeige schalten will, muss es den Werbeplatz wie in einer Auktion ersteigern. Es kann aber auch versuchen, über bestimmte Tricks als erster Treffer in der Liste der Links zu erscheinen. Dafür muss eine Firma aber wissen, wie die Spielregeln in der Suchmaschine funktionieren. Ähnlich ist es bei den Bewertungssystemen, mit denen beispielsweise bei Ebay die Verkäufer benotet werden oder bei Amazon der Kunde auf ähnliche Produkte hingewiesen wird. Sie beeinflussen mittlerweile stark das Kaufverhalten und die Beziehungen zwischen Unternehmen und Kunden.

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Die neuen Spielregeln im Internet wirken sich aber auch auf nicht-kommerzielle Systeme aus: In Tauschbörsen werden Filme und Fotos zwischen Privatpersonen herumgereicht, in so genannten Dating Services vernetzen sich Menschen mit ähnlichen Interessen. All diesen Diensten liegt Software zu Grunde, die letztendlich die Spielregeln der ökonomischen und sozialen Interaktion bestimmt. Wie diese entworfen wird und wie man sie verbessern kann, untersuchen die Wissenschaftler auf ihrer Tagung in Schloss Dagstuhl.

Die Informatiker und Ökonomen aus aller Welt, die seit 2000 bereits zum vierten Mal zu diesem Thema in Schloss Dagstuhl zusammen kommen, erhoffen sich neue Erkenntnisse durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit. So helfen Modelle, die Informatiker in der Komplexitätstheorie entwickelt haben, dem Wirtschaftswissenschaftler dabei, umfangreiche Systeme besser zu vergleichen und zu analysieren. Mit Hilfe der Spieltheorie der Mathematiker können die Informatiker und Ökonomen untersuchen, wie sich die einzelnen "Spieler" - etwa die Kunden bei Ebay - verhalten, wenn bestimmte Regeln verändert werden. Mit Hilfe der experimentellen Wirtschaftsforschung lässt sich untersuchen, wie risikofreudig die Menschen sind und inwiefern sie von purer Profitmaximierung abweichen.

Die Tagung auf Schloss Dagstuhl zum Thema "Computational Social Systems and the Internet" wurde von den Professoren Peter Cramton von der University of Maryland (USA), Rudolf Müller von der Maastricht University (Niederlande), Eva Tardos von der Cornell University (USA) und Moshe Tennenholtz vom Technion in Haifa (Israel) organisiert. Von deutschen Universitäten nehmen unter anderem die Professoren Burkhard Monien von der Universität Paderborn (Informatik) und Benny Moldovanu von der Universität Bonn und Elmar Wolfstetter von der Humboldt Universität zu Berlin (Wirtschaftswissenschaften) teil. Außerdem diskutieren Wissenschaftler vor allem aus den USA und Israel sowie Vertreter der Industrie (Microsoft, Yahoo) mit.

Hintergrund:
Schloss Dagstuhl lädt das ganze Jahr über Wissenschaftler aus aller Welt ins nördliche Saarland ein, um über neueste Forschungsergebnisse in der Informatik zu diskutieren. Rund 3.000 Informatiker von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und aus der Industrie nehmen jährlich an den wissenschaftlichen Veranstaltungen in Dagstuhl teil. Seit 2005 gehört Schloss Dagstuhl zur Leibniz-Gemeinschaft, in der führende außeruniversitäre Forschungsinstitute und wissenschaftliche Serviceeinrichtungen in Deutschland vertreten sind.
Hinweis für Journalisten:
Wir vermitteln gerne Interviews mit Mitarbeitern und Tagungsteilnehmern von Schloss Dagstuhl.
Für Reportagen und Filmaufnahmen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle von Schloss Dagstuhl:
Dr. Roswitha Bardohl
Tel. (0681) 302-3847
Email: presse@dagstuhl.de
oder an das Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes:
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Tel. (0681) 302-58099
Email: presse@cs.uni-sb.de

Dr. Roswitha Bardohl | idw
Weitere Informationen:
http://www.dagstuhl.de/07271
http://www.dagstuhl.de/PR

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