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Metallunternehmen sparen Material statt Personal

08.06.2007
Pro Mitarbeiter jedes Jahr mehr als 5.000 Euro sparen - ganz ohne Tarifkonflikt: Für mittelständische Unternehmen eröffnen sich enorme Geldquellen allein durch die Einsparung von Material. Durch oftmals nur kleine Modifikationen im Produktionsablauf können Produktionsunternehmen Materialkosten von mehreren hunderttausend Euro einsparen; durchschnittlich etwa 5.000 Euro pro Mitarbeiter. Dies ist das Ergebnis von Potenzialanalysen in deutschen Firmen, die im Rahmen des Förderprogramms "VerMat" vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) durchgeführt und gefördert wurden.

Die Metall- und Elektro-Industrie beispielsweise gehört mit mehr als 22.000 Betrieben und fast 3,5 Millionen Mitarbeitern zu den Schlüsselindustrien Deutschlands. Damit sie ihre Leistungskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten und weiter ausbauen kann, muss die Branche - wie die Tarifverhandlungen in der Metallindustrie gerade wieder gezeigt haben - ihre Kosten senken. Ein noch größerer Kostenblock als die Personalkosten ist oftmals das Material; dies macht in vielen Unternehmen 40% der Gesamtkosten aus. Die Berater im Förderprogramm "VerMat" identifizierten in der Metallbranche große Sparpotenziale.

o Die Eisenwerk Würth GmbH in Bad Friedrichshall stellt feines Stahlgranulat her, welches als "Strahlmittel" zum Reinigen und zur Oberflächenbearbeitung in verschiedenen Wirtschaftszweigen benötigt wird. Das Granulat entsteht aus flüssigem Stahl über die sogenannte Verdüsung. Durch eine Optimierung des Verdüsungsprozesses und einer damit verbundenen Reduzierung des Kreislaufanteiles, sowie eines modifizierten Trocknungsprozesses kann das Unternehmen Material- und Energiekosten von bis zu 51.000 € einsparen. Eine durch die Optimierungen mögliche Produktionssteigerung birgt insgesamt Einsparmöglichkeiten von bis zu 277.000 €. Zusätzlich können noch Qualitätskriterien des Granulats positiv beeinflusst werden. Aus der Beratung der "VerMat"-Berater Dipl. Ing. Roth + Partner aus Senden nimmt die Firma Eisenwerk Würth GmbH nun konkrete Lösungsansätze mit, die in den nächsten Monaten weiter untersucht und dann umgesetzt werden sollen.

o Die ms Blechtechnologie GmbH, Gerstetten, ist Hersteller von Laserschneidteilen, Blechbaugruppen, kompletten Maschinenverkleidungen sowie Behältern und Rohrleitungen. Zu ihren Kunden zählen Maschinen- und Anlagenbauer, hauptsächlich aus dem Bereich Luft- Entstaubungs- Wasch- und Pulvertechnik, aber auch Firmen der Fahrzeug- und Textilindustrie. Der Berater, Dipl.-Ing. G. Werner von der Beraterfirma IBU, Ingenieurbüro für Betriebsorganisation, Trippstadt, erarbeitete gemeinsam mit den Mitarbeitern vor Ort Lösungsansätze zur Einsparung von ca. 168.000 € pro Jahr. Die Einsparungen können im Wesentlichen durch Ausbau des Warenwirtschaftssystems, Verbesserung der Fertigungsorganisation, Erstellung betriebswirtschaftlich begründeter Kalkulationsrichtlinien und durch Aufbau eines durchgängigen QS-Managementsystems erreicht werden. Folge davon wird eine Verringerung der Ausschussquote und eine Erhöhung der Materialausnutzung sein.

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o Die SCK GmbH aus Klötze ist in den Bereichen Container- und Spezialbehälterbau, Sonderaufbauten von Fahrzeugen, Sondermaschinenbau, Fördertechnik für Schüttgüter und im auftragsbezogenen Stahlbau tätig. Das ICE Ingenieurbüro GmbH aus Magdeburg zeigte eine jährliche Material- und Kosteneinsparung von bis zu 10 % auf. Möglich wird dies über eine Prozessoptimierung durch die Einführung einer rechnergestützten Projektsteuerung, eine Neuordnung der Bestellabläufe und die Veränderung der Produktionsorganisation.

o Die SM Sächsisches Metallwerk Freiberg GmbH ist eine NE - Metallgießerei und Hersteller von Sandformguss-, Schleuderguss- und Strangguss- Produkten. Sie suchte nach Wegen, Materialverluste beim Sandformgussverfahren zu verringern. Die Beraterfirma, Wienecke Beratung aus Dortmund, zeigte in der achtwöchigen Beratungsphase Einsparpotenziale von bis zu 145.000 T€ auf. Möglich wird dies durch Reduzierung des Ausschusses und durch zurückgewonnenes Material. Die Berater gaben Hinweise, wie sich z.B. durch Entwicklung eines Konzepts zur Datenerfassung und -analyse für die gesamte Prozesskette des Sandformgusses der Ausschuss reduzieren lässt.

Das Förderungsprogramm "VerMat" wird im Auftrag des BMWi von der Deutschen Materialeffizienzagentur - demea umgesetzt. Sie steht den Unternehmen als Ansprechpartner für die Förderung, zur Vermittlung eines kompetenten Beraters sowie zur Sicherung der Qualität der Beratungsleistung zur Verfügung. Nähere Informationen gibt es direkt bei der

demea - Deutsche Materialeffizienzagentur
Mario Schneider
Agenturleiter
VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Steinplatz 1, 10623 Berlin
Tel.: +49(0)30/310078-157, E-Mail: schneider@materialeffizienz.de

Wiebke Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.materialeffizienz.de

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